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Jetstar führt Gebühren für Gepäckfächer ein und spaltet Australien

Ab Februar verlangt die australische Billigfluggesellschaft Jetstar Geld für die Nutzung der Gepäckfächer – die Reaktionen sind gespalten.

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Jetstar führt Gebühren für Gepäckfächer ein und spaltet Australien

Die australische Billigfluggesellschaft Jetstar sorgt mit einer neuen Gepäckrichtlinie für Aufsehen: Ab Februar dürfen Passagiere kostenlos nur noch eine kleinere Tasche mitführen, die unter den Vordersitz passt. Wer sein Handgepäck im Gepäckfach über dem Sitz verstauen möchte, muss künftig eine zusätzliche Gebühr entrichten. Die Ankündigung hat in Australien eine Welle gemischter Reaktionen ausgelöst.

Gleichzeitig schafft Jetstar die bisherige 7-Kilogramm-Grenze für Handgepäck ab. Stattdessen bittet die Fluggesellschaft Passagiere, das Gewicht ihrer Tasche auf 10 Kilogramm zu begrenzen – damit sie diese selbst anheben können. Das routinemäßige Wiegen des Gepäcks am Gate entfällt künftig.

Die neuen Preise im Überblick

Die Gebühren für das Gepäckfach starten laut Jetstar bei A$25 (umgerechnet rund 18 US-Dollar oder 13 britische Pfund) für kürzere Inlandsflüge, etwa von Launceston nach Sydney. Für internationale Strecken fallen höhere Kosten an: Ein Flug von Cairns nach Tokio würde beispielsweise A$52 kosten. Ein Jetstar-Sprecher erklärte gegenüber der BBC, dass die genannten Preise ein „angemessenes Beispiel" darstellten, die Kosten jedoch „je nach Nachfrage" steigen könnten und daher nicht garantiert seien. Als die BBC Flüge von Sydney nach Osaka prüfte, belief sich der angegebene Preis für das Handgepäck auf 60 US-Dollar pro Strecke.

Jetstar begründet den Schritt mit Ergebnissen aus „umfangreichen Untersuchungen und Rückmeldungen" von Kunden und Besatzungsmitgliedern. Diese hätten das Wiegen der Taschen am Gate sowie die Schwierigkeit, Platz in den Gepäckfächern zu finden, „konsistent als die stressigsten Aspekte des Flughafenerlebnisses" identifiziert. Jetstar-CEO Stephanie Tully erklärte, die Änderungen würden „den Platz in den Gepäckfächern besser nutzen, das Boarding rationalisieren und dazu beitragen, dass mehr Flüge pünktlich abheben."

Die neue Regelung ähnelt dem Modell anderer Billigfluggesellschaften. Europäische Carrier wie die britische EasyJet und die irische Ryanair verfolgen bereits seit Jahren vergleichbare Strategien, bei denen nur ein kleines Gepäckstück kostenlos an Bord mitgenommen werden darf.

Empörung und Zustimmung in sozialen Medien

In den sozialen Medien löste die Ankündigung heftige Diskussionen aus. Kritiker zeigten sich empört über die zunehmende Gebührenpolitik der Billigflieger. „Mindestens $25 für die Nutzung eines Gepäckfachs im Flugzeug. Was kommt als Nächstes? Eine Gebühr für die Toilette?", postete ein Nutzer. Ein anderer fragte: „Wir zahlen bereits für Essen und Trinken, den Sitzplatz und aufgegebenes Gepäck – was kommt als Nächstes... $10 für die Nutzung von Seife und Toilettenpapier im Bad?"

Besonders ein Argument der Kritiker sticht hervor: „Ich verstehe es nicht. Fluggesellschaften ermutigen einen dazu, weniger mitzunehmen – nur Handgepäck, um Kosten zu sparen –, und dann verlangen sie plötzlich genau dafür Geld", schrieb ein weiterer Nutzer.

Doch es gab auch Stimmen, die die Neuregelung ausdrücklich begrüßten. Einige Passagiere bezeichneten die Änderungen als „längst überfällig", da zu viele große Koffer in den Gepäckfächern regelmäßig keinen Platz mehr für eine Jacke oder eine Handtasche ließen. „Ich habe es satt, dass Leute mit mehreren Taschen den ganzen Platz wegnehmen. Das passiert, wenn man egoistisch und rücksichtslos ist. Wir werden alle bestraft", kommentierte eine weitere Person.

Für deutsche Reisende, die Flüge mit Jetstar buchen – etwa auf Reisen nach Australien oder Südostasien –, bedeutet die neue Regelung: Wer nur mit Handgepäck reisen möchte, sollte die zusätzlichen Kosten für das Gepäckfach künftig bei der Buchung einkalkulieren. Die Preise können je nach Nachfrage variieren und sind zum Buchungszeitpunkt nicht garantiert.

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