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SpaceX unter Druck: KI-Milliarden, Lockup-Auslauf und Kursrückgang

Nach dem ersten Quartalsbericht als börsennotiertes Unternehmen kämpft SpaceX mit Kursverlusten, massiven KI-Investitionen und drohendem Verkaufsdruck.

SpaceX unter Druck: KI-Milliarden, Lockup-Auslauf und Kursrückgang

SpaceX steht nach der Veröffentlichung seines ersten Quartalsberichts als börsennotiertes Unternehmen vor einer Phase erhöhter Marktvolatilität. Trotz eines beeindruckenden Umsatzwachstums von 92 % auf 7,81 Milliarden US-Dollar im zweiten Quartal reagierten die Aktien mit einem Kursrückgang von über 8 % im nachbörslichen Handel. Investoren zeigen sich besorgt über die massiven Investitionen in die KI-Infrastruktur sowie über anhaltende Nettoverluste.

Die Ausgaben für KI-Infrastruktur beliefen sich im ersten Halbjahr 2026 auf 23,6 Milliarden US-Dollar – eine Summe, die viele Anleger aufschreckt. Elon Musk präsentierte sich dennoch optimistisch und stellte für das Jahr 2030 einen Umsatz von einer Billion US-Dollar in Aussicht. Zu den strategischen Zielen gehören der Start von Rechenzentren im Weltraum ab 2027 sowie eine massive Ausweitung der Rechenkapazität auf mindestens 20 Gigawatt.

Nvidia-Partnerschaft und AMD-Schock

Im Rahmen seiner KI-Strategie gab SpaceX eine Partnerschaft mit Nvidia bekannt. Die sogenannten „Starmind AI1"-Satelliten sollen mit modernsten Rubin-GPUs und Vera-CPUs von Nvidia ausgestattet werden. Gleichzeitig sorgte eine Äußerung Musks für Aufsehen: SpaceX werde künftig ausschließlich auf Nvidia-Chips setzen und keine AMD-Produkte mehr beziehen. Diese Aussage ließ die AMD-Aktie um 8 % einbrechen – ein deutliches Zeichen dafür, wie stark einzelne Aussagen des SpaceX-Gründers die Märkte bewegen können.

Für deutsche Privatanleger ist diese Entwicklung besonders relevant, da sowohl Nvidia als auch AMD zu den meistgehandelten Technologieaktien an deutschen Börsen zählen. Die klare Positionierung von SpaceX zugunsten von Nvidia unterstreicht die wachsende Bedeutung spezialisierter KI-Hardware im Raumfahrtsektor.

Lockup-Auslauf als weiterer Belastungsfaktor

Ein zusätzliches Risiko für den SpaceX-Aktienkurs stellt der bevorstehende Auslauf der Lockup-Frist dar. Rund 912 Millionen Aktien von Mitarbeitern und frühen Investoren werden damit handelbar. Analysten wie Robert Hackel von R.F. Lafferty & Co. erwarten erheblichen Verkaufsdruck, da viele Insider ihre Gewinne realisieren und in andere KI- und Verteidigungs-Startups investieren wollen.

Nicht alle Experten teilen diese pessimistische Einschätzung. Gabriel Shahin von Falcon Wealth Planning setzt auf die langfristige Überzeugung der Mitarbeiter und erwartet keine massiven Abverkäufe. Dennoch warnen andere Marktbeobachter vor hoher Volatilität, die durch die gestaffelte Freigabe von insgesamt 12,9 Milliarden Aktien bis Mitte nächsten Jahres entstehen könnte. Für Anleger bedeutet dies: Die nächsten Monate dürften turbulent bleiben.

Pinterest ebenfalls unter Druck

Unabhängig von den Entwicklungen im Raumfahrtsektor verzeichnete auch Pinterest am Dienstag Kursverluste von 7 %. Trotz besserer Quartalsergebnisse als erwartet – mit einem Umsatzanstieg von 18 % und 640 Millionen monatlich aktiven Nutzern – drückte eine verhaltene Umsatzprognose für das dritte Quartal auf die Stimmung.

Finanzchefin Julia Donnelly begründete die schwache Prognose mit saisonalen Effekten: Das Ende der Fußball-Weltmeisterschaft sowie die zeitliche Verschiebung des Amazon Prime Days beeinflussen das Werbebudget der Marken spürbar. Für Werbeplattformen wie Pinterest sind solche externen Faktoren schwer planbar und können kurzfristig erhebliche Auswirkungen auf die Umsatzentwicklung haben.

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