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JERA verhandelt über Milliardenkauf in den USA

Japans Energiekonzern will mit Schiefergas seine Lieferkette absichern

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JERA verhandelt über Milliardenkauf in den USA

Japans größter Stromerzeuger JERA verhandelt nach Informationen von Insiderkreisen in einem fortgeschrittenen Stadium über den Kauf von US-amerikanischen Erdgasförderanlagen im Wert von rund 1,7 Milliarden Dollar. Damit setzt das Unternehmen seinen Kurs fort, sich verstärkt in der amerikanischen Energiebranche zu engagieren. Verkäufer sind die Anteilseigner von GEP Haynesville II, einer Gemeinschaft von GeoSouthern Energy, das vom Finanzinvestor Blackstone unterstützt wird, und dem Pipelinebetreiber Williams Companies. Nach den Angaben von Personen, die mit den Gesprächen vertraut sind, liegt JERA derzeit mit seinem Angebot vorn.

Mit dem möglichen Erwerb der Anlagen würde JERA erstmals direkt in die Schiefergasproduktion einsteigen. Das Geschäft verschafft dem weltweit größten Abnehmer von Flüssigerdgas (LNG) mehr Kontrolle über die eigene Lieferkette. Hintergrund ist ein erwarteter Anstieg des Energiebedarfs in Japan, insbesondere durch den Ausbau von Rechenzentren, die für die wachsende Nutzung von Anwendungen im Bereich Künstliche Intelligenz benötigt werden. Trotz des führenden Gebots ist der Abschluss nicht garantiert, da GEP Haynesville II weiterhin andere Optionen prüfen oder den Verkaufsprozess beenden könnte.

Das Unternehmen selbst wollte zu den laufenden Verhandlungen keine Stellungnahme abgeben. Auch GeoSouthern Energy und Williams Companies reagierten nicht auf Anfragen. Japans Energiepolitik ist stark von Importen abhängig, da das Land über kaum eigene Öl- oder Gasreserven verfügt. Seit dem russischen Angriff auf die Ukraine hat Tokio seine Anstrengungen verstärkt, zusätzliche Energielieferungen von Partnerstaaten zu sichern.

Ein weiterer Faktor, der das Interesse an amerikanischem Erdgas begünstigt, ist die Handelspolitik der Vereinigten Staaten. Präsident Donald Trump drängt auf höhere Energieexporte, um die Handelsbeziehungen mit wichtigen Partnern zu stärken. Ein jüngst vereinbartes Handelsabkommen zwischen Washington und Tokio sieht jährliche Energieimporte aus den USA im Umfang von sieben Milliarden Dollar vor.

JERA, ein Gemeinschaftsunternehmen von Tokyo Electric Power Company und Chubu Electric Power, hat seine Präsenz in den USA zuletzt ausgebaut. So unterzeichnete das Unternehmen kürzlich eine Absichtserklärung über künftige LNG-Lieferungen aus dem geplanten Exportprojekt in Alaska, dessen Baukosten auf 44 Milliarden Dollar geschätzt werden. Die japanische Regierung hatte zuvor das Beratungsunternehmen Wood Mackenzie beauftragt, das Vorhaben zu bewerten.

GEP Haynesville II gehört zu den größten Produzenten im Schiefergasbecken von Haynesville, das sich über Teile von Texas und Louisiana erstreckt. Das Gebiet ist für Investoren attraktiv, da es nahe an bestehenden und geplanten LNG-Exportterminals an der Golfküste liegt. Laut Berechnungen von Rystad Energy liegt die Produktion des Unternehmens in diesem Jahr bei durchschnittlich 317,5 Millionen Kubikfuß Erdgas pro Tag und soll bis 2028 auf rund 614 Millionen Kubikfuß steigen.

JERAErdgasJapanUSA

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