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Indonesien plant drastische Regulierung der Ride-Hailing-Branche

Präsident Prabowo Subianto prüft einen Dekretentwurf, der die Provisionen für Ride-Hailing-Plattformen halbieren und umfassende Sozialleistungen für Millionen Fahrer einführen würde. Die geplanten Änderungen könnten die Rentabilität von GoTo und Grab mass

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Indonesien plant drastische Regulierung der Ride-Hailing-Branche

Indonesiens Ride-Hailing-Branche steht vor einem fundamentalen Umbruch. Ein Präsidialdekret, das derzeit von Präsident Prabowo Subianto geprüft wird, sieht drastische Verbesserungen für die rund sieben Millionen Fahrer vor – mit potenziell weitreichenden Folgen für die Plattformbetreiber GoTo und Grab. Der Entwurf liegt Reuters exklusiv vor und wurde bisher nicht öffentlich diskutiert.

Halbierung der Provisionen geplant

Das Kernstück der Reform: Die Provisionsobergrenze soll von derzeit 20 Prozent auf nur noch 10 Prozent gesenkt werden. Indonesien ist damit das einzige Land in Südostasien, das überhaupt Obergrenzen für Provisionen bei Zweirad-Ride-Hailing-Diensten festlegt. Für die Plattformen bedeutet dies eine massive Einschränkung ihrer ohnehin schon unter Druck stehenden Margen.

Zusätzlich müssten die Unternehmen die Unfall- und Todesfallversicherung der Fahrer vollständig übernehmen. Bei geschätzten sieben Millionen Zustellfahrern würde dies monatliche Kosten von etwa einem US-Dollar pro Fahrer verursachen. Hinzu kommen geteilte Prämien für Kranken-, Alters- und Rentenversicherungen.

Branche warnt vor existenziellen Risiken

"Die meisten Akteure in der Branche können diese Änderungen nicht aufrechterhalten", warnt eine mit dem Entwurf vertraute Branchenquelle. Die explodierenden Versicherungsgebühren würden die jährlichen Ausgaben in die Höhe treiben. Eine zweite Quelle befürchtet, dass die Plattformen gezwungen sein könnten, die Anzahl der zugelassenen Fahrer zu reduzieren.

Die Unternehmen haben solche Leistungen jahrelang mit dem Argument abgelehnt, dass Fahrer als Gig-Worker nicht den gleichen Anspruch auf Sozialleistungen haben wie Vollzeitbeschäftigte. Der Dekretentwurf würde diese Position nun grundlegend infrage stellen.

Politischer Druck nach Protesten

Der Reformdruck kommt nicht von ungefähr. Im August hatten sich Ride-Hailing-Fahrer massiv an studentisch geführten Protesten beteiligt und damit ihren politischen Einfluss demonstriert. Der Tod eines Motorradtaxi-Fahrers während dieser Proteste intensivierte die öffentliche Debatte über die Verwundbarkeit von Gig-Workern erheblich.

"Motorradtaxi-Fahrer sind zu einer zunehmend sichtbaren politischen Kraft geworden", erklärt Siwage Dharma Negara vom ISEAS-Yusof Ishak Institute in Singapur. Präsidentensprecher Prasetyo Hadi bezeichnete die Fahrer bereits als "Helden der Wirtschaft".

Größter Markt in Südostasien betroffen

Die wirtschaftliche Bedeutung ist enorm: 2024 führte Indonesien den ASEAN-Taximarkt mit einem Anteil von 37 Prozent an. Die schnelle Akzeptanz digitaler Zahlungen und die große Bevölkerung machen das Land zum wichtigsten Markt für Ride-Hailing-Dienste in Südostasien.

Die Regulierung kommt zu einem kritischen Zeitpunkt: Die indonesische GoTo und der singapurische Konkurrent Grab verhandeln über eine mögliche Fusion. Kritiker befürchten, dass ein solches Monopol die Position der Fahrer weiter schwächen würde. Der Dekretentwurf sieht auch vor, dass die Regierung Vereinbarungen zwischen Unternehmen und Fahrern überprüfen kann und das Recht auf gewerkschaftliche Organisation schützt.

Auch Logistikbranche betroffen

Die geplanten Regelungen würden nicht nur klassische Ride-Hailing-Dienste treffen. Auch On-Demand-Logistikunternehmen wie das in Hongkong ansässige Lalamove und der globale Logistikdienstleister J&T Express, der an der Hongkonger Börse notiert ist, wären von den neuen Vorschriften betroffen.

Wann das Dekret in Kraft treten könnte, ist unklar. Weder die indonesische Regierung noch das Präsidialamt reagierten auf Anfragen von Reuters. Die Tatsache, dass Prabowo ein Präsidialdekret erwägt, deutet jedoch auf eine potenziell schnelle Umsetzung hin – ohne den langwierigen parlamentarischen Prozess.

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