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Hoher Krankenstand im Sommer überrascht

Trotz Ferien und Hitze viele Krankschreibungen – Muskel- und psychische Beschwerden im Fokus

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Hoher Krankenstand im Sommer überrascht

Laut einer Auswertung der Krankenkasse DAK-Gesundheit blieb der Krankenstand in den Sommermonaten auf einem ungewöhnlich hohen Niveau. Fast ein Drittel der Erwerbstätigen, nämlich 30,5 Prozent, war zwischen Juli und September mindestens einmal krankgeschrieben. Diese hohe Zahl an Krankheitsfällen sei für ein Sommerquartal, in dem normalerweise viele Ferien und warme Temperaturen vorherrschen, auffällig. An jedem Tag des dritten Quartals waren durchschnittlich fünf Prozent der Beschäftigten krank. Das entspricht etwa 50 von 1.000 Angestellten.

Der DAK zufolge war die Anzahl der Krankschreibungen im Sommer 2024 um neun Prozent höher als im Vorjahr. Trotz dieses Anstiegs sei die durchschnittliche Krankheitsdauer jedoch kürzer ausgefallen, was dazu geführt habe, dass der Arbeitsausfall insgesamt nicht höher war als im Rekordsommer 2023. Die häufigsten Ursachen für die Ausfälle waren Muskel-Skelett-Erkrankungen, gefolgt von psychischen und Atemwegserkrankungen. Die Daten basieren auf der Auswertung von mehr als 2,3 Millionen Versicherten der DAK. Die Krankenkasse zählt insgesamt rund 5,5 Millionen Versicherte.

Vor dem Hintergrund der anhaltenden Wirtschaftsflaute und der Belastungen für Unternehmen forderte Andreas Storm, der Chef der DAK-Gesundheit, eine gründliche Debatte über die Ursachen des hohen Krankenstands. Er kritisierte Vorschläge wie die Abschaffung der telefonischen Krankschreibung als "Schnellschüsse", die weder den Betroffenen noch den Betrieben helfen würden. Finanzminister Christian Lindner hatte sich zuvor dafür ausgesprochen, die Krankschreibung wieder an den persönlichen Arztbesuch zu knüpfen, da er einen Zusammenhang zwischen dem steigenden Krankenstand und der Einführung der telefonischen Krankschreibung vermutet.

Auch bei der AOK wurde ein Rekordniveau an Krankheitsfällen registriert. Bereits in den ersten acht Monaten des Jahres 2024 gab es mehr krankheitsbedingte Arbeitsausfälle als im gesamten Jahr 2023. Besonders häufig traten Atemwegserkrankungen auf, und es wird erwartet, dass die Zahlen mit der bevorstehenden Herbst- und Winterwelle noch weiter steigen. Neben physischen Beschwerden nehmen auch psychische Erkrankungen zu, was teilweise auf Belastungen in der Arbeitswelt und ständige Erreichbarkeit der Beschäftigten zurückgeführt wird. Besonders betroffen sind hier Arbeitnehmer im Bildungs- und Gesundheitswesen sowie in anderen kontaktintensiven Bereichen.

ArbeitsmarktGesundheitKrankenstandAOKKrankenkasseDeutschland

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