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Helium-Knappheit treibt KI-Chip-Reshoring: Intel und TSMC profitieren

Drohnenangriffe auf Katars Heliumanlage beschleunigen die Verlagerung der Chipproduktion in die USA – zwei Aktien stechen hervor.

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Helium-Knappheit treibt KI-Chip-Reshoring: Intel und TSMC profitieren

Ein Drohnenangriff auf eine katarische Industrieanlage sorgt für neue Dynamik im globalen Halbleitermarkt. Am 28. Februar trafen iranische Drohnen die Anlage Ras Laffan von QatarEnergy – eine der weltweit nur zwei Anlagen, die Helium in Halbleiterqualität produzieren können. Katar liefert rund ein Drittel des weltweiten Heliumangebots, und der Ausfall dieser Kapazität trifft die Chipindustrie empfindlich.

Halbleiterhersteller benötigen Helium für zentrale Produktionsprozesse: zur Waferkühlung, zur Lecksuche und für die Fotolithografie. Besonders kritisch ist dabei, dass Foundries in der Regel nur einen Heliumvorrat für etwa eine Woche vorhalten. Die Anlage in Katar könnte laut Berichten noch monatelang nicht wieder voll einsatzfähig sein – eine Zeitspanne, die für viele Chiphersteller kaum zu überbrücken ist.

Reshoring als strategische Antwort auf Lieferkettenrisiken

In den USA ansässige Halbleiterfabriken sind von dieser Krise deutlich weniger betroffen. Sie beziehen den Großteil ihres Heliums von inländischen und algerischen Lieferanten und sind damit unabhängiger von den Lieferungen aus dem Nahen Osten. Dieser strukturelle Vorteil dürfte die ohnehin laufende Rückverlagerung der Chipproduktion in die USA weiter beschleunigen – ein Trend, der durch den CHIPS Act und die Industriepolitik der Regierungen Biden und Trump bereits stark gefördert wird.

Für Anleger, die von diesem Trend profitieren möchten, rücken zwei Unternehmen in den Fokus: Intel und Taiwan Semiconductor Manufacturing (TSMC). Beide haben erhebliche Produktionskapazitäten in den USA aufgebaut und sind damit strategisch gut positioniert.

Intel: Turnaround mit neuem Schwung

Intel ist als größter Chiphersteller mit Sitz in den USA der naheliegendste Profiteur des Reshoring-Trends. Der Marktanteil des Unternehmens im Foundry-Geschäft liegt zwar bei weniger als 5 % – verglichen mit 64 % bei TSMC – doch das Unternehmen hat zuletzt einen beeindruckenden Turnaround vollzogen.

Der neue 18A-Prozessknoten von Intel ging Anfang dieses Jahres auf dem Ocotillo-Campus in Chandler, Arizona, in die Massenproduktion. Laut Intel bietet dieser Prozess eine bis zu 15 % höhere Leistung pro Watt sowie eine um 30 % bessere Chipdichte gegenüber dem Vorgänger Intel-3-Knoten. Die Bundesregierung unterstützte den Ausbau mit insgesamt 11,1 Milliarden US-Dollar aus verschiedenen Quellen, darunter der CHIPS Act und das Security-Enclave-Programm – im Gegenzug hält die Regierung nun eine Beteiligung von 9,9 % an Intel.

Der Kundenstamm wächst ebenfalls: Intel sicherte sich Verträge mit Tesla, das den 14A-Knotenprozess nutzen will, sowie mit Alphabets Google, das eine Zusammenarbeit bei kundenspezifischen ASICs plant. Berichten zufolge befinden sich auch Gespräche mit Apple als möglichem Fertigungspartner. Die Intel-Aktie hat auf diese Entwicklungen reagiert: Stand 7. Mai verzeichnet sie in diesem Jahr ein Plus von 197 %. Allerdings wird die Aktie derzeit mit dem über 100-fachen der erwarteten Gewinne gehandelt – die Bewertung ist entsprechend ambitioniert.

TSMC: Massiver Ausbau in den USA

TSMC mag als taiwanisches Unternehmen auf den ersten Blick eine ungewöhnliche Wahl für eine Reshoring-Wette erscheinen. Doch der weltgrößte Auftragsfertiger investiert massiv in seine US-Präsenz. Das Unternehmen kündigte an, seine Gesamtinvestitionen in den USA auf 165 Milliarden US-Dollar zu erhöhen, um drei neue Fabriken, zwei fortschrittliche Packaging-Anlagen und ein Forschungs- und Entwicklungszentrum in Phoenix, Arizona, zu finanzieren. Finanzvorstand Wendell Huang bestätigte im Januar, dass TSMC diese Investitionen weiter ausbauen werde.

Die erste TSMC-Fabrik in Arizona fertigt bereits Chips für Nvidia und Apple. Gegenüber der Helium-Knappheit ist TSMC besser aufgestellt als viele Wettbewerber: Das Unternehmen bezieht Helium von mehreren Lieferanten, hält bewusst Überbestände vor und setzt Helium-Recyclingsysteme ein. Besonders Konkurrenten aus Südkorea, die den Großteil ihres Heliums aus Katar beziehen, dürften stärker unter der aktuellen Knappheit leiden.

Beide Aktien bieten unterschiedliche Chancen-Risiko-Profile. Intel ist der direktere Reshoring-Profiteur mit starker staatlicher Rückendeckung, aber einer sehr hohen Bewertung. TSMC überzeugt mit seiner dominanten Marktstellung, seiner diversifizierten Lieferkette und dem konsequenten Ausbau seiner US-Kapazitäten. Welche Aktie besser zu einem passt, hängt letztlich von der eigenen Risikobereitschaft und dem Anlagehorizont ab.

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