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Hapag-Lloyd vor Milliarden-Deal: ZIM-Übernahme für 3,5 Milliarden Dollar

Hamburger Containerriese verhandelt über israelische Reederei – Politische Hürden und Aktionärsstruktur sorgen für Spannungen

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Hapag-Lloyd vor Milliarden-Deal: ZIM-Übernahme für 3,5 Milliarden Dollar

Die Hamburger Containerreederei Hapag-Lloyd steht vor einer der größten Übernahmen ihrer Unternehmensgeschichte. Die Gespräche mit dem israelischen Wettbewerber ZIM sind nach eigenen Angaben "weit fortgeschritten". Laut israelischer Wirtschaftszeitung Calcalist liegt der Kaufpreis bei über 3,5 Milliarden Dollar.

Mit der Akquisition würde sich die weltweit fünftgrößte Reederei den zehntplatzierten Konkurrenten einverleiben. Der globale Marktanteil von Hapag-Lloyd würde damit von sieben auf knapp neun Prozent steigen. Analysten werten den Schritt als strategische Investition in einem zunehmend schwierigen Marktumfeld.

Die Hamburger setzten sich damit gegen namhafte Konkurrenz durch. Sowohl die weltgrößten Reedereien Moeller Maersk als auch MSC hatten Interesse an ZIM signalisiert. Das gemeinsame Angebot von Hapag-Lloyd mit einem israelischen Partner erhielt laut der Zeitung Globes jedoch den Zuschlag.

Schneller Kapazitätsausbau im Fokus

JP Morgan-Analysten sehen in der Übernahme eine Chance für Hapag-Lloyd, die eigenen Kapazitäten zügig zu erweitern. Angesichts der begrenzten Lieferfähigkeit von Werften für neue Schiffe biete der Deal einen strategischen Vorteil. Die Integration von ZIM würde dem DAX-Konzern unmittelbar zusätzliche Transportkapazitäten verschaffen.

Allerdings steht die Transaktion noch unter Vorbehalt. Bindende Vereinbarungen wurden bisher nicht unterzeichnet. Sowohl die Gremien bei Hapag-Lloyd als auch bei ZIM müssen der Übernahme noch zustimmen.

Politische Brisanz durch arabische Großaktionäre

Die größte Hürde dürfte jedoch politischer Natur sein. Die Aktionärsstruktur von Hapag-Lloyd sorgt in Israel für erhebliche Bedenken. Staatsfonds aus Katar und Saudi-Arabien halten zusammen über 20 Prozent am Hamburger Unternehmen.

Der Betriebsrat von ZIM warnte gegenüber Globes vor einer "direkten Gefahr für die Sicherheit unseres Landes". Im Falle eines erneuten Nahost-Krieges könnten die arabischen Anteilseigner Druck ausüben, die Versorgung Israels einzustellen.

Israelischer Partner soll Bedenken ausräumen

Um diese Sorgen zu entkräften, hat Hapag-Lloyd den israelischen Finanzinvestor Fimi Opportunity Funds als Partner ins Boot geholt. Die Verhandlungen seien ebenfalls weit fortgeschritten. Das Modell sieht vor, dass die Hamburger nur das internationale Geschäft übernehmen, während die nationalen Aktivitäten in israelischer Hand bleiben.

Dennoch stößt das Vorhaben weiterhin auf Widerstand. Der Betriebsrat rief die Beschäftigten zum Streik auf und kritisierte, nicht in die Entscheidungsfindung eingebunden worden zu sein.

Zudem benötigt Hapag-Lloyd die Zustimmung des israelischen Staates. Laut Satzung von ZIM ist eine Genehmigung des Verkehrsministeriums erforderlich. Die Behörde könnte im Zweifelsfall ein Veto gegen die Übernahme einlegen.

Gegensätzliche Kursreaktionen an den Börsen

An den Märkten fielen die Reaktionen unterschiedlich aus. Die Hapag-Lloyd-Aktie verlor am Montag drei Prozent und notierte damit deutlich unter dem Freitagsschluss. Investoren scheinen die Risiken und den hohen Kaufpreis kritisch zu bewerten.

Die im Nasdaq gelistete ZIM-Aktie legte hingegen kräftig zu. Bei Tradegate kletterte sie am Morgen um über 20 Prozent. Im Tagesverlauf schwächte sich der Anstieg etwas ab, zur Mittagszeit stand der Kurs noch 16 Prozent über dem Freitagsniveau.

Der DAX bewegte sich derweil seitwärts und notierte bei 24.939 Punkten. Nach einem kurzen Ausflug über die 25.000-Punkte-Marke am Morgen fiel der Index zeitweise bis auf 24.900 Zähler zurück. Finanzwerte stützten das Barometer, während Chemietitel belasteten.

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