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Halkbank-Aktie steigt nach Abweisung der US-Strafanklage

Ein US-Richter wies die neun Jahre alte Strafanklage gegen die türkische Staatsbank formell ab – die Aktie reagiert positiv.

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Halkbank-Aktie steigt nach Abweisung der US-Strafanklage

Die Aktie der Turkiye Halk Bankasi legte am Dienstag um 0,3 Prozent zu und notierte bei 48,3 TRY. Auslöser war die formelle Abweisung der strafrechtlichen Anklage durch US-Bezirksrichter Richard Berman. Damit endet ein Rechtsstreit, der die türkische Staatsbank rund neun Jahre lang belastet hatte.

Die Bank war ursprünglich im Jahr 2019 angeklagt worden, dem Iran bei der Umgehung von US-Wirtschaftssanktionen geholfen zu haben. Konkret soll die Halkbank heimlich rund 20 Milliarden US-Dollar an gesperrten iranischen Geldern weitergeleitet haben – ein Vorwurf, der das Ansehen der Bank bei internationalen Geschäftspartnern und institutionellen Anlegern erheblich beschädigte.

Vergleich als Grundlage der Einigung

Die Abweisung der Klage war der Abschluss eines strukturierten Beilegungsprozesses. Im März 2026 hatte die Halkbank eine sogenannte Deferred Prosecution Agreement (DPA) – eine Vereinbarung über den Aufschub der Strafverfolgung – mit der Staatsanwaltschaft des südlichen Bezirks von New York abgeschlossen. Dieses Instrument ermöglicht es Unternehmen, einer formellen Verurteilung zu entgehen, wenn sie bestimmte Auflagen erfüllen.

Am 10. Juni 2026 reichten beide Parteien gemeinsam einen Antrag bei Gericht ein, die Anklage fallen zu lassen. Voraussetzung dafür war, dass die Bank ihren erforderlichen Compliance-Bericht fristgerecht beim US-Justizministerium (DOJ) sowie beim Office of Foreign Assets Control (OFAC) eingereicht hatte. Richter Berman gab diesem gemeinsamen Antrag formell statt und beseitigte damit eines der größten rechtlichen und reputationsbezogenen Risiken für das Institut.

Kursanstieg trotz schwachem Gesamtmarkt

Bemerkenswert ist, dass der türkische Leitindex BIST 100 am selben Tag leicht im Minus notierte. Die positive Kursentwicklung der Halkbank ist damit ausschließlich auf unternehmensspezifische Faktoren zurückzuführen – ein makroökonomischer Rückenwind fehlte vollständig.

Die Aktie hat im vergangenen Jahr bereits eine beeindruckende Erholung vollzogen. Vom 52-Wochen-Tief bei 19,87 TRY kletterte der Kurs auf ein Jahreshoch von 52,5 TRY – ein Anstieg von mehr als 160 Prozent. Diese Entwicklung spiegelt das wachsende Vertrauen der Anleger wider, während sich die rechtliche Lösung schrittweise abzeichnete.

Belastung für internationale Beziehungen fällt weg

Mit der formellen Abweisung der Anklage entfällt für die Halkbank eine Bürde, die ihre Beziehungen zu ausländischen Geschäftspartnern und institutionellen Investoren über Jahre hinweg erschwert hatte. Die Kombination aus rechtlicher Entlastung, der vollständigen Erfüllung aller Vergleichsauflagen und dem verbesserten diplomatischen Verhältnis zwischen der Türkei und den USA stützt die heutige positive Kursentwicklung.

Das moderate Ausmaß des Kursanstiegs von lediglich 0,3 Prozent erklärt sich dadurch, dass ein Großteil der Einigung von den Märkten bereits seit dem Vergleich im März antizipiert worden war. Für langfristig orientierte Anleger könnte die vollständige rechtliche Entlastung dennoch ein wichtiges Signal für die künftige Entwicklung der Bank sein.

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