GoldMining startet Machbarkeitsstudie und Bohrungen bei São Jorge in Brasilien
Das kanadische Unternehmen treibt die Vorprüfungsstudie für sein Goldbergbauprojekt in Pará voran und beginnt mit 6.000 Metern Infill-Bohrungen.

GoldMining Inc. hat für sein zu 100 Prozent gehörendes Goldbergprojekt São Jorge im brasilianischen Bundesstaat Pará eine Vorprüfungsstudie (PFS) eingeleitet und parallel ein Bohrprogramm gestartet. Wie das Unternehmen mit Sitz in Vancouver am 28. Oktober 2026 mitteilte, sind drei Diamant-Kernbohrgeräte im Einsatz, um eine erste Infill-Kampagne über 6.000 Meter durchzuführen.
Die Aktie des Unternehmens ist an der Toronto Stock Exchange unter dem Kürzel GOLD und an der NYSE American unter GLDG notiert. Mit dem Bohrprogramm will GoldMining die Aussagekraft seiner bestehenden Mineralressourcen erhöhen und die Grundlage für eine aktualisierte Ressourcenschätzung (MRE) legen.
Im Zentrum steht das Ziel, bislang als abgeleitet (inferred) klassifizierte Ressourcen innerhalb der aktuellen Grubenkontur in die Kategorie der angezeigten (indicated) Ressourcen aufzustufen. Diese Aufwertung soll die PFS stützen, deren Abschluss das Unternehmen derzeit für das erste Halbjahr 2028 vorsieht.
Die Details
Das geplante initiale Diamantbohrprogramm über 6.000 Meter zielt darauf ab, den Bohrlochabstand zu verringern und ein höheres Maß an Sicherheit hinsichtlich der Kontinuität der Mineralisierung zu gewinnen. Betroffen sind Bereiche, die derzeit als abgeleitete Mineralressourcen klassifiziert sind und sich allgemein an den Rändern des Hauptkörpers der mineralisierten Zone des São-Jorge-Vorkommens befinden.
Neben der Umklassifizierung der Ressourcen liefert das Programm frische Kernproben. Diese sollen fortgeschrittene mineralogische Probenahmen und metallurgische Tests ermöglichen, die wiederum Abwägungsstudien zur Bestimmung des optimalen Prozesspfads für das mineralisierte Material informieren. Zusätzlich stellt das Programm wesentliche Daten für die geotechnische Stabilitätsanalyse des vorgeschlagenen Tagebaus und der wichtigsten Standortanlagen bereit.
Parallel laufen Planungen für geotechnische und hydrogeologische Bohrungen rund um die geplante Tagebau-Mine sowie für Konfirmationsbohrungen unterhalb der vorgesehenen Standorte der Infrastruktur. Die PFS soll auf dem in der vorläufigen wirtschaftlichen Bewertung (PEA) etablierten Basisfall aufbauen und die wirtschaftliche Tragfähigkeit des Projekts weiter bewerten sowie die Kapital- und Betriebskosten schätzen verfeinern.
Alastair Still, Chief Executive Officer von GoldMining, kommentierte: „Nach der kürzlichen Ernennung unseres neuen Projektleiters für die Weiterentwicklung des Projekts freuen wir uns, die Vorprüfungsstudie offiziell starten zu können. Nun drehen sich drei Kernbohrer bei São Jorge. Dieses initiale Programm über 6.000 Meter dient dazu, unsere Ressourcenzuverlässigkeit zu verbessern und die für die Optimierung unseres Bergbauplans und Fließschemas notwendigen geotechnischen und metallurgischen Daten bereitzustellen. Wir glauben, gut aufgestellt zu sein, um dieses Asset weiter voranzubringen und zu entrisiken."
Das Goldbergprojekt São Jorge befindet sich im Tapajós-Goldbezirk im Bundesstaat Pará, Brasilien, in unmittelbarer Nähe der regionalen Autobahn BR-163. Es handelt sich um ein granitgesteinsgebundenes, intrusionsbezogenes Goldmineralisationssystem. Imola Götz, M. Sc., P. Eng., F. E. C., Vizepräsidentin für Projektentwicklung und „qualifizierte Person" im Sinne von NI 43-101, hat die Vorbereitung der wissenschaftlichen und technischen Informationen in der Mitteilung beaufsichtigt, überprüft und genehmigt.
Hintergrund: Was bisher geschah
Bereits am 13.06.2026 berichtete aktien.news, dass GoldMining eine vorläufige wirtschaftliche Bewertung (PEA) für sein Goldprojekt São Jorge im Norden Brasiliens veröffentlicht hat. Die Studie positionierte das Tagebauvorhaben als verhältnismäßig kleines Projekt mit bemerkenswert starken prognostizierten Renditen – der ermittelte Wert übersteigt die Kosten um mehr als das Doppelte.
Bei einem Abzinsungssatz von 5 Prozent wies die PEA einen Kapitalwert nach Steuern von 532 Millionen US-Dollar aus. Der interne Zinsfuß nach Steuern betrug 42,4 Prozent, bei anfänglichen Kapitalkosten von lediglich 202,2 Millionen US-Dollar. Als Grundlage für die Berechnungen diente ein Goldpreis von 3.500 US-Dollar pro Unze.
Die nun gestartete PFS baut auf diesen Ergebnissen auf. Die PEA, die am 11. Juni 2026 angekündigt wurde, sah einen konventionellen Tagebaubetrieb und eine Aufbereitung über Schwerkraft-/Laugungskreisläufe mit 5.500 Tonnen pro Tag (1,9 Millionen Tonnen pro Jahr) über eine Minenlebensdauer von 10,6 Jahren vor. Sie modellierte einen Basisfall mit einem Kapitalwert nach Steuern bei einem Diskontsatz von 5 Prozent (NPV5%) von 532 Millionen US-Dollar und einer nach Steuern bewerteten internen Rendite (IRR) von 42,4 Prozent, gestützt auf einen Basisfall-Goldpreis von 3.500 US-Dollar pro Unze und ein stabiles Produktionsprofil mit durchschnittlich 51.250 Unzen Gold jährlich.
Was das für Anleger bedeutet
Für deutsche Privatanleger ist die Meldung vor allem ein Zwischenschritt in der Projektentwicklung. GoldMining unternimmt den Versuch, aus einer vorläufigen Bewertung eine belastbarere Studie zu machen. Der entscheidende Hebel ist die Umklassifizierung von abgeleiteten in angezeigte Ressourcen, denn davon hängt ab, wie solide die wirtschaftlichen Annahmen der PFS sind.
Das Unternehmen weist ausdrücklich darauf hin, dass die PEA vorläufiger Natur ist und abgeleitete Mineralressourcen umfasst, die geologisch als zu spekulativ angesehen werden, um sie den wirtschaftlichen Überlegungen zu unterziehen, die erforderlich wären, um sie als Mineralreserven zu kategorisieren. Es besteht keine Gewissheit, dass die PEA, einschließlich der darin dargelegten konzeptionellen Wirtschaftlichkeitsberechnungen, realisiert wird.
Der Zeitplan ist langfristig angelegt: Der Abschluss der PFS wird für das erste Halbjahr 2028 erwartet. Anleger sollten daher die kommenden Bohrergebnisse und die aktualisierte Ressourcenschätzung als die nächsten relevanten Meilensteine im Auge behalten. GoldMining kontrolliert nach eigenen Angaben ein diversifiziertes Portfolio aus Gold- und Gold-Kupfer-Projekten in verschiedenen Entwicklungsstadien in Kanada, den USA, Brasilien, Kolumbien und Peru.
Ausblick
Die Gesellschaft erwartet, dass die Ergebnisse der Infill-Bohrungen zur Erstellung einer aktualisierten MRE herangezogen werden, um die PFS zu stützen. Deren Abschluss ist derzeit für das erste Halbjahr 2028 vorgesehen.
Die PFS soll die wirtschaftliche Tragfähigkeit des Projekts weiter bewerten sowie die Kapital- und Betriebskosten schätzen verfeinern. Weitere Informationen zum Projekt, einschließlich der PEA, finden sich im technischen Bericht mit dem Titel „NI 43-101 Technical Report and Preliminary Economic Assessment for the São Jorge Gold Project, Pará State, Brazil" mit einem Stichtag von 9. Juni 2026, der unter den Profilen der Gesellschaft auf SEDAR+ und EDGAR verfügbar ist.
Kurz erklärt
- PFS (Vorprüfungsstudie): Eine Machbarkeitsvorstufe, die die wirtschaftliche Tragfähigkeit eines Bergbauprojekts genauer bewertet als eine erste vorläufige Einschätzung.
- MRE (Mineralressourcenschätzung): Die Schätzung der im Boden vorhandenen Mineralmenge, unterteilt in Kategorien nach Zuverlässigkeit.
- Infill-Bohrung: Zusätzliche Bohrungen zwischen bestehenden Bohrlöchern, die den Abstand verringern und die Aussagekraft der Ressourcenschätzung erhöhen.
