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Goldman Sachs: Keine Gewinnblase im S&P 500 trotz Rekordniveau

Die US-Investmentbank widerspricht Sorgen vor überhöhten Unternehmensgewinnen und gibt einen Ausblick bis 2028.

• 2 Min
Goldman Sachs: Keine Gewinnblase im S&P 500 trotz Rekordniveau

Goldman Sachs hat Bedenken zurückgewiesen, dass die US-Unternehmensgewinne in einer sogenannten „Gewinnblase“ stecken. Das Institut räumt zwar ein, dass einige Unternehmen „übermäßig hohe Gewinne“ erzielen, sieht darin jedoch keine unmittelbare Gefahr für den Gesamtmarkt.

Der Goldman-Sachs-Analyst Ben Snider stellte in einer aktuellen Analyse fest, dass die Gewinn je Aktie (EPS) des S&P 500 im zweiten Quartal um 51 Prozent wuchs. Über die vergangenen vier Quartale hinweg legten die Gewinne um 26 Prozent zu und liegen damit deutlich über ihrem langfristigen Trend.

Bewertungen im historischen Vergleich

Der forward-KGV des S&P 500 liegt mit 19 zwar exakt auf dem Niveau seines 10-Jahres-Durchschnitts. Betrachtet man jedoch das KGV bezogen auf den trendmäßigen Gewinn, so wurde dieser Wert in den letzten Jahrzehnten nur am Höhepunkt der Dotcom-Blase übertroffen. Dies deutet auf eine erhöhte Bewertung hin, auch wenn Goldman Sachs nicht von einer Blase spricht.

Snider betonte: „Unser Basisszenario sieht vor, dass das Gewinnwachstum des S&P 500 in den kommenden Jahren verlangsamt, nicht zusammenbricht.“ Er prognostiziert ein EPS-Wachstum von 11 Prozent sowohl für 2027 als auch für 2028, was jeweils 415 bzw. 460 US-Dollar entspricht.

KI als entscheidender Faktor

Die größte langfristige Frage für die Gewinnentwicklung sei die künstliche Intelligenz (KI), so Snider. Der aktuelle Investitionsboom in KI habe nahezu die Hälfte des diesjährigen Gewinnwachstums getrieben. Dieser Rückenwind werde sich jedoch 2028 abschwächen, da die Kapitalausgaben nachlassen und die Abschreibungen steigen. Dies werde dann zu einem marginalen Negativbeitrag führen.

Zudem wies Snider auf weitere Risiken hin. Ein möglicher Rückgang der Halbleiterpreise könnte die S&P-500-Gewinne in einem ungünstigen Szenario um etwa 10 Prozent schmälern. Auch die Beteiligungsgewinne der Mega-Cap-Technologieunternehmen spielen eine Rolle: Sie stützten die Gewinne im zweiten Quartal um 12 Prozent, sollten aber 2027 an Bedeutung verlieren.

Ausblick für den Gesamtmarkt

Trotz dieser Risiken bleibt Goldman Sachs für die kommenden zwölf Monate optimistisch. „Unsere 12-Monats-Prognose für die Rendite des S&P 500 von plus 14 Prozent (auf 8.700 Punkte) spiegelt die Auffassung wider, dass das Gewinnwachstum – und nicht die Ausweitung der Bewertungen – weiterhin der primäre Treiber des Bullenmarktes sein wird“, schloss der Analyst.

Für deutsche Anleger ist die Einschätzung von Goldman Sachs relevant, da der S&P 500 als Leitindex für die globale Aktienmarktentwicklung gilt. Viele deutsche Fonds und ETFs investieren schwerpunktmäßig in US-Aktien. Die Prognose eines verlangsamten, aber nicht zusammenbrechenden Gewinnwachstums könnte auf eine anhaltend positive, wenn auch moderatere Entwicklung hindeuten.

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