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Globale Finanzmärkte unter Druck: Nikkei-Schwäche und Anleihe-Ausverkauf

Historischer Renditeanstieg bei Staatsanleihen belastet Aktienmärkte weltweit – Nikkei gibt nach.

• 2 Min
Globale Finanzmärkte unter Druck: Nikkei-Schwäche und Anleihe-Ausverkauf

Die globalen Finanzmärkte befinden sich in einer Phase hoher Anspannung. Ein massiver Ausverkauf an den Anleihemärkten und eine deutliche Eintrübung der Stimmung an den Aktienbörsen prägen das Bild. Auslöser ist eine gefährliche Mischung aus geopolitischen Konflikten, Inflationssorgen und fiskalischen Bedenken.

An den Anleihemärkten wurden historische Marken erreicht. Die Rendite 10-jähriger japanischer Staatsanleihen (JGB) stieg auf 3 Prozent – ein Stand, der seit 1996 nicht mehr verzeichnet wurde. Parallel dazu erreichten 10-jährige US-Staatsanleihen ein 20-Monats-Hoch von 4,78 Prozent. Auch deutsche und französische Langläufer kletterten auf Renditeniveaus, die seit 15 Jahren nicht mehr gesehen wurden.

Experten warnen vor weiteren Anstiegen

Experten wie Eiji Doke von SBI Securities warnen, dass die 3-Prozent-Marke bei JGBs lediglich eine Zwischenstation sein könnte. Während Masahiko Loo von State Street die Entwicklung als „Normalisierung“ interpretiert, betonen Analysten wie Shigeto Nagai von Oxford Economics und Vasu Menon von der OCBC die Risiken für die Staatsfinanzen. Sie verweisen auf die Gefahr einer Repatriierung japanischen Kapitals, was den Druck auf westliche Märkte weiter erhöhen könnte.

Diese Unsicherheit belastete auch den japanischen Aktienmarkt. Der Nikkei 225 schloss mit einem Minus von 0,19 Prozent. Der Nikkei-Volatilitätsindex schnellte um 19,70 Prozent auf 27,83 Punkte in die Höhe. Besonders der Technologiesektor geriet unter Verkaufsdruck: Tokyo Electron verlor 4,1 Prozent, Lasertec gab 3,1 Prozent nach und Renesas Electronics fiel um 3,0 Prozent.

Auch Sektoren wie Papier & Zellstoff, Transport und Kommunikation schwächelten. Pan Pacific International Holdings fiel auf ein 52-Wochen-Tief. Dem standen jedoch Gewinner wie Sumitomo Chemical mit einem Plus von 8,37 Prozent gegenüber. Insgesamt übertraf die Zahl der Gewinner an der Tokioter Börse mit 1757 Werten die der Verlierer (1721) leicht.

Rohstoffpreise steigen deutlich an

Die geopolitische Lage, insbesondere die Spannungen im Nahen Osten und zwischen Russland und der Ukraine, treibt die Rohstoffpreise. Brent-Öl verteuerte sich um 3,20 Prozent auf 91,20 US-Dollar pro Barrel. Auch die Gaspreise in Europa erreichten ein Dreieinhalbjahreshoch. Zudem stiegen die Weizenpreise auf ein Dreijahreshoch. Am Devisenmarkt notierte der US-Dollar bei 159,94 Yen.

Zusätzlich belastet wird das Marktumfeld durch die restriktive Geldpolitik der US-Notenbank Fed. Experten wie Andrew Lilley von Barrenjoey erwarten weitere Zinserhöhungen. Auch enttäuschende Unternehmensnachrichten dämpfen die Stimmung. Das schwache Börsendebüt des Modehändlers Shein Global aufgrund geänderter Zollbestimmungen sorgt für zusätzliche Verunsicherung.

Analyst Wee Khoon Chong von der BNY fasst das aktuelle Umfeld als zunehmend herausfordernd für Risikoanlagen zusammen. Die Investoren blicken nun gespannt auf kommende US-Arbeitsmarktdaten und europäische Inflationszahlen. Diese könnten weitere Hinweise auf den künftigen Kurs der Geldpolitik geben und damit die Richtung der Märkte in den kommenden Wochen maßgeblich beeinflussen.

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