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Galeria zwischen Hoffnung und Herausforderungen

Zwölf Monate nach der Insolvenz bleibt die Lage angespannt – trotz profitabler Filialen und neuer Pläne

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Galeria zwischen Hoffnung und Herausforderungen

Zwölf Monate nach dem Ende des Insolvenzverfahrens meldet sich die Warenhauskette Galeria zurück – mit positiven Tönen, aber auch deutlichen Einschränkungen. Laut Unternehmensangaben laufen derzeit 83 Filialen profitabel. Das sei ein großer Erfolg, betont eine Sprecherin. Von einer erneuten finanziellen Schieflage sei man weit entfernt. Die Grundlage sei stabil, ein erneuter Kahlschlag bei den Standorten sei aktuell nicht geplant.

Galeria musste Anfang 2024 zum dritten Mal in vier Jahren Insolvenz anmelden. Neun Häuser wurden im Zuge der Sanierung geschlossen. Seit dem Abschluss des Verfahrens gehört die Kette dem US-Investor NRDC und einer Beteiligungsgesellschaft des Unternehmers Bernd Beetz. Der neue Eigentümer gab zunächst ambitionierte Ziele aus: 2,5 Milliarden Euro Umsatz sollten bald erreicht werden. Inzwischen spricht man von einer mittelfristigen Vision, die in zwei bis fünf Jahren realistisch sei. Konkrete Umsatzzahlen nennt das Unternehmen nicht, betont jedoch, die Entwicklung liege über den Erwartungen.

Der Einzelhandel insgesamt kämpft derzeit mit einer ausgeprägten Konsumzurückhaltung. Der Handelsverband Deutschland erwartet, dass der stationäre Handel 2025 inflationsbereinigt kaum zulegen wird. In diesem Umfeld betont Galeria, besser als viele Wettbewerber zu performen. Zu Berichten über Umsatz- und Gewinneinbrüche im Mai und Juni äußert sich das Unternehmen nicht.

Personelle Kontinuität ist bei Galeria momentan keine Selbstverständlichkeit. Vorstandschef Olivier Van den Bossche, der den Neustart maßgeblich gestaltet hatte, verließ das Unternehmen im Frühjahr. Gründe nannte Galeria nicht. Inzwischen führen Tilo Hellenbock und Christian Sailer die Geschäfte. Auch der Umzug des Firmensitzes von Essen nach Düsseldorf ist noch nicht abgeschlossen.

Zur Kundenbindung setzt Galeria zunehmend auf Partnerschaften. So sollen etwa Decathlon und Lidl Flächen in einzelnen Häusern übernehmen. Auch Marken wie Snocks und Copenhagen Studios sollen neue, jüngere Zielgruppen ansprechen. Ein sichtbares Zeichen des Umbruchs fehlt allerdings vielerorts: Noch immer hängen an etlichen Standorten alte Karstadt- oder Kaufhof-Schilder.

Ein Fortschritt ist bei der Modernisierung der Filialen erkennbar. 20 Standorte wurden bereits umgebaut, vier weitere sollen 2025 folgen. Künftig plant das Unternehmen, jährlich fünf bis zehn Häuser zu modernisieren. Genaue Summen zu den Investitionen nennt Galeria nicht. Kritiker wie Handelsexperte Carsten Kortum mahnen jedoch: Das Tempo sei zu niedrig, der Investitionsstau gewaltig – und die Spielräume der Investoren nach wie vor begrenzt.

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