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Galeria-Insolvenz: Insolvenzgeld gesichert, Rettung weiter ungewiss

Der Warenhauskonzern meldet zum vierten Mal Insolvenz an – 12.000 Mitarbeiter blicken auf drei gesicherte Monate.

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Galeria-Insolvenz: Insolvenzgeld gesichert, Rettung weiter ungewiss

Galeria hat erneut Insolvenz angemeldet – es ist bereits die vierte in der Geschichte des Warenhauskonzerns. Für die rund 12.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist damit zunächst eine wichtige Hürde genommen: Das Insolvenzgeld ist für drei Monate gesichert. Gezahlt wird es von der Bundesagentur für Arbeit, die damit die Löhne und Gehälter in der ersten Phase des Verfahrens auffängt.

Die 83 Filialen des Unternehmens bleiben vorerst geöffnet. Ob das so bleibt, hängt maßgeblich davon ab, ob es Insolvenzverwalter Frank Kebekus gelingt, einen Investor zu finden. Der Sanierungsexperte sucht nach einem Käufer für das angeschlagene Unternehmen – ein Unterfangen, das in der Vergangenheit bereits mehrfach gescheitert war.

Bemerkenswert ist, dass Lieferanten offenbar ein eigenes Konsortium zur Übernahme von Galeria erwägen. Damit würden Zulieferer selbst zu Eigentümern werden – ein ungewöhnlicher Weg, der zeigt, wie groß das Interesse an einer Fortführung des Warenhausgeschäfts ist. Ob dieses Szenario realistisch ist, bleibt offen.

Mietverträge und gefährdete Häuser

Ein zentrales Problem liegt in den Immobilien: Die Mietverträge für circa zehn Warenhäuser enden im Januar. Für diese Standorte muss also kurzfristig eine Lösung her. Darüber hinaus gelten 24 weitere Häuser wegen schlechter Zahlen als gefährdet. Damit steht ein erheblicher Teil des Filialnetzes auf der Kippe.

Hinzu kommt ein Sanierungsstau. In vielen Häusern sind Investitionen in einem hohen einstelligen Millionenbetrag pro Haus nötig, um die Standorte überhaupt zukunftsfähig zu machen. Diese Summen muss ein potenzieller Investor zusätzlich zum Kaufpreis stemmen – eine Belastung, die die Suche nach einem Käufer nicht einfacher macht.

Auch die Warenversorgung ist ein Problem. Es wurde kaum Ware geordert, entsprechend groß sind die Sortimentslücken in den Filialen. Ohne attraktives Angebot fehlen jedoch die Kunden und damit die Umsätze, die für eine Sanierung dringend gebraucht werden.

Wie es zu der erneuten Insolvenz kam

Erst ein Kredit von Gordon Brothers hatte eine erneute Insolvenz zunächst verhindert. Das Unternehmen ist auf die Bewertung und den Abverkauf von Handelswaren spezialisiert und hatte Galeria 140 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Als Sicherheit diente die Ware des Kreditnehmers selbst.

Der Kredit floss allerdings größtenteils nicht in das operative Geschäft, sondern in die Tilgung von Verbindlichkeiten gegenüber dem Eigentümer Bain sowie an Vermieter. Für den laufenden Betrieb blieb damit vergleichsweise wenig übrig. Bereits im Dezember war das Geld knapp, und im Juni waren die Gehälter der Mitarbeiter unsicher. Die Sanierungsmaßnahmen des Jahres 2024 reichten nicht aus, um das Unternehmen zu stabilisieren. Ein 36-Millionen-Euro-Loch belastete die Bilanz zusätzlich.

Das Weihnachtsgeschäft füllt in der Regel die Kassen für die umsatzschwachen Monate des Jahres. Fällt dieser Puffer weg oder reicht er nicht aus, gerät der Handel schnell unter Druck – ein Muster, das sich bei Galeria nun wiederholt.

Was das für Anleger und Beobachter bedeutet

Für Privatanleger ist Galeria selbst kein börsennotiertes Investment, doch die Entwicklung ist ein Lehrstück über die Risiken im stationären Einzelhandel. Wichtig ist, die Signale richtig zu lesen: Ein gesichertes Insolvenzgeld bedeutet nicht automatisch eine Rettung, sondern verschafft zunächst nur Zeit. Entscheidend sind der Fortbestand der Filialen, die Lösung der Mietfragen und die Bereitschaft eines Investors, zusätzlich in die Standorte zu investieren.

Die Zurückhaltung der Lieferanten ist dabei ein Warnsignal. Roy Robson wollte sich auf Anfrage nicht äußern: "Wir haben das Thema intern kurz besprochen und wollen uns zum jetzigen Zeitpunkt nicht dazu äußern." Solche Reaktionen zeigen, wie vorsichtig die Branche derzeit auf die Zukunft von Galeria blickt.

Ob der Warenhauskonzern diesmal eine dauerhafte Lösung findet, ist offen. Klar ist: Ohne frisches Kapital, tragfähige Mietverträge und ein gefülltes Sortiment dürfte eine Rettung schwerfallen. Die kommenden Wochen und Monate werden zeigen, ob sich ein Investor findet – oder ob weitere Häuser schließen müssen.

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