Ford-Chef Jim Farley peilt bis 2032 fünf Millionen Fahrzeuge an
Ford will den Absatz um rund 20 Prozent steigern und damit das Niveau von vor der Pandemie zurückerobern.

Ford Motor will bis zum Beginn des nächsten Jahrzehnts deutlich mehr Fahrzeuge verkaufen. Wie CEO Jim Farley diese Woche in einer internen Townhall-Veranstaltung am Donnerstag mitteilte, peilt der Detroiter Autobauer ein jährliches Absatzvolumen von 5 Millionen Fahrzeugen an. Ein solches Niveau hatte Ford zuletzt vor der Corona-Pandemie erreicht.
Das Ziel bedeutet eine Steigerung von rund 20 Prozent gegenüber dem aktuellen Volumen. Nach Angaben von Personen, die mit den Äußerungen vertraut sind, soll dieser Wert bis 2032 erreicht werden. Die Aktie reagierte zunächst verhalten: Die Ford-Aktie verzeichnete einen Rückgang von 0,89 Prozent.
Farley erklärte den Mitarbeitern, dass das Unternehmen den Anstieg der Absätze auf Basis mehrerer neuer Modelle in den kommenden Jahren erzielen werde. Damit setzt der Konzern auf eine breite Modelloffensive, um das seit der Pandemie nicht mehr erreichte Volumen zurückzugewinnen.
Ford will mit neuen Modellen zurück zum Vor-Pandemie-Niveau
Die Ankündigung fiel in eine Phase, in der Ford sein Produktportfolio neu ausrichtet. Farley nannte in der internen Runde keine konkreten Modellnamen, sondern verwies allgemein auf mehrere neue Fahrzeuge, die in den kommenden Jahren auf den Markt kommen sollen. Diese sollen den Absatz schrittweise auf die angepeilten 5 Millionen Einheiten pro Jahr hieven.
Bemerkenswert ist der Zeitrahmen: Mit dem Jahr 2032 liegt das Ziel am Anfang des nächsten Jahrzehnts. Ford gibt sich damit einen mehrjährigen Horizont, um das Volumen aufzubauen. Der Vergleichsmaßstab bleibt die Zeit vor der Pandemie, als der Autobauer bereits ähnliche Stückzahlen erreichte.
Für die Mitarbeiter war die Townhall-Veranstaltung am Donnerstag der Rahmen, in dem Farley die Strategie vorstellte. Die Informationen stammen aus dem Umfeld der Veranstaltung, da das Unternehmen die Details nicht in einer offiziellen Mitteilung veröffentlichte.
Frühere Berichte zeichnen ein gemischtes Bild der Ford-Entwicklung
Bereits am 04.07.2026 berichtete aktien.news, dass Ford einen Qualitätsmeilenstein erreicht habe und CEO Farley fehlerfreie Fahrzeugstarts versprochen habe. Damals stand im Mittelpunkt, dass der Autobauer die USA bei Fahrzeugrückrufen anführt: In diesem Jahr hatte Ford bislang 53 Rückrufe für mehr als 12 Millionen Fahrzeuge veranlasst, im Jahr 2025 sogar einen Branchenrekord von 153 Rückrufen für 13 Millionen Pkw und Lkw. Diese Ära sollte nach Farleys Worten enden.
Am 29.07.2026 meldete aktien.news, dass Ford seine Gewinnprognose dank boomender SUV-Verkäufe angehoben habe. Der Konzern erwartete nun ein bereinigtes Vorsteuerergebnis zwischen 10 und 11 Milliarden Dollar – gegenüber der bisherigen Spanne von 8,5 bis 10,5 Milliarden Dollar eine deutliche Verbesserung. Das Kerngeschäft mit klassischen Verbrennern und SUVs lief demnach weiterhin robust, während das verlustträchtige Elektroauto-Segment schrumpfte.
Bereits am 28.05.2026 hatte aktien.news berichtet, dass die Ford-Aktie auf ein Dreijahreshoch gestiegen sei. Am Dienstag schlossen die Papiere des in Dearborn, Michigan, ansässigen Autobauers bei 15,32 US-Dollar, dem höchsten Niveau seit 2023. Allein in den zwei Wochen zuvor legte die Aktie um 28 Prozent zu. Auslöser war die Ankündigung der neuen Tochtergesellschaft Ford Energy, die Batterien aus der Elektrofahrzeug-Produktion in stationäre Energiespeichersysteme umwandeln soll und mit einer Investition von zwei Milliarden US-Dollar startet.
Am 11.02.2026 berichtete aktien.news, dass Ford die Gewinnerwartungen deutlich verfehlt habe – die größte quartalsweise Gewinnverfehlung seit vier Jahren. Trotzdem zeigte sich das Management optimistisch: Für das Geschäftsjahr 2026 stellte Ford ein bereinigtes Betriebsergebnis (EBIT) zwischen 8 und 10 Milliarden US-Dollar in Aussicht, nach 6,8 Milliarden Dollar im Vergleichszeitraum 2025.
Die Absatzprognose bleibt für Anleger ein langfristiges Ziel
Für Anleger in Deutschland ist die Absatzprognose ein strategischer Weckruf, aber kein kurzfristiger Kurstreiber. Der angepeilte Sprung auf 5 Millionen Fahrzeuge bis 2032 ist ein langfristiges Ziel, das über mehrere Modellzyklen hinweg erreicht werden soll. Ob und wann es greift, hängt maßgeblich davon ab, wie erfolgreich die angekündigten neuen Modelle im Markt ankommen.
Gleichzeitig bleibt die Gemengelage uneinheitlich. Auf der einen Seite steht die jüngste Anhebung der Gewinnprognose und die robuste Nachfrage nach SUVs, auf der anderen Seite die Belastungen aus Qualitätsproblemen und Rückrufen. Die Ford-Aktie notierte zuletzt mit einem Minus von 0,89 Prozent, was zeigt, dass der Markt die neuen Absatzziele zunächst zurückhaltend aufnahm.
Anleger sollten die angekündigten Volumenziele daher als Orientierung für die mittelfristige Unternehmensentwicklung verstehen, nicht als gesicherte Größe. Die konkrete Umsetzung hängt an der Modellpalette, der Produktionskapazität und der Nachfrage in den wichtigen Absatzmärkten.
Der Ausblick bleibt an das Jahr 2032 gekoppelt
Ford hat sich mit dem Ziel bis 2032 einen klaren Zeitrahmen gesetzt. Der Weg dorthin soll über mehrere neue Modelle führen, die in den kommenden Jahren eingeführt werden. Konkrete Termine für einzelne Fahrzeugstarts nannte Farley in der internen Runde nicht.
Damit bleibt offen, wie sich der Absatz in den einzelnen Jahren bis 2032 entwickeln soll. Klar ist nur die Zielmarke: 5 Millionen Fahrzeuge jährlich und ein Plus von rund 20 Prozent gegenüber dem aktuellen Volumen. Für die kommenden Quartale dürften Anleger daher vor allem auf die tatsächlichen Verkaufszahlen und die Modellankündigungen des Konzerns achten.
Drei Fachbegriffe ordnen die Ford-Ankündigung ein
- Absatzvolumen: Die Anzahl der Fahrzeuge, die ein Unternehmen in einem bestimmten Zeitraum verkauft.
- Townhall-Veranstaltung: Eine interne Versammlung, bei der die Unternehmensführung Mitarbeiter über Strategien und Ziele informiert.
- Bereinigtes Vorsteuerergebnis: Ein Gewinnmaß vor Steuern, das um Sondereffekte bereinigt wird, um die operative Entwicklung besser abzubilden.
