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Fed vor Zinsentscheidung: Inflation und geopolitischer Druck steigen

US-Notenbank unter Druck: Hartnäckige Inflation und Nahost-Konflikt treiben Zinserwartungen.

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Fed vor Zinsentscheidung: Inflation und geopolitischer Druck steigen

Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) steht vor ihrer Zinsentscheidung in der kommenden Woche unter erheblichem Druck. Eine Reihe ungünstiger Inflationsfaktoren und zunehmende geopolitische Spannungen lassen die Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung deutlich steigen. Marktanalysen deuten zudem auf eine wachsende Wahrscheinlichkeit für einen weiteren Zinsschritt bis zum Jahresende hin, wobei die Erwartungen für eine Anhebung im Dezember bereits bei fast 60 Prozent liegen.

Ein wesentlicher Treiber dieser Entwicklung ist die hartnäckige Inflationsdynamik in den USA. Der am Donnerstag veröffentlichte Erzeugerpreisindex (PPI) für August stieg um 0,4 Prozent und entsprach damit den Prognosen. Nach einer Aufwärtskorrektur der Juli-Daten auf 0,1 Prozent liegt die jährliche PPI-Rate nun bei 5,4 Prozent und damit leicht über den Erwartungen. Diese Daten dienen als wichtiger Indikator für den von der Fed bevorzugten Preisindex für persönliche Konsumausgaben (PCE).

Stephen Juneau, leitender US-Ökonom bei der Bank of America, schätzt, dass die Kernrate des PCE auf monatlicher Basis bei 0,3 Prozent liegen könnte. Die Bank of America vertritt eine der restriktivsten Prognosen an der Wall Street und rechnet mit drei aufeinanderfolgenden Zinserhöhungen. Dies wäre ein deutliches Signal für eine aggressive geldpolitische Straffung.

Geopolitische Risiken heizen Rohstoffmärkte an

Zusätzlichen Druck erzeugen geopolitische Faktoren. Die verschärften Feindseligkeiten im Nahen Osten haben die Rohstoffmärkte verunsichert und den Preis für US-Rohöl um 4 Prozent auf über 100 US-Dollar pro Barrel getrieben. Auch die Europäische Zentralbank (EZB) hat bereits reagiert und die Zinsen um einen Viertelprozentpunkt angehoben. Dabei korrigierte sie ihre Inflationsprognosen aufgrund der wirtschaftlichen Auswirkungen des Iran-Konflikts nach oben.

Im Zentrum der Aufmerksamkeit steht nun der am Freitagmorgen erscheinende Verbraucherpreisindex (CPI) für August. Er gilt als das letzte entscheidende Puzzleteil für die Fed-Entscheidung am kommenden Mittwoch. Laut Dow-Jones-Konsens wird ein Anstieg der Gesamtinflation um 0,4 Prozent auf eine jährliche Rate von 3,4 Prozent erwartet. Die Kernrate (ohne Nahrungsmittel und Energie) wird auf 2,4 Prozent taxiert.

Peter Boockvar, Chief Investment Officer bei OnePoint BFG Wealth Partners, warnt jedoch, dass selbst ein moderater CPI-Wert lediglich darauf hindeuten könnte, dass Unternehmen Schwierigkeiten haben, die gestiegenen Kosten an die Verbraucher weiterzugeben. Dies würde bedeuten, dass der Inflationsdruck in der Produktionskette weiterhin hoch bleibt, auch wenn er an der Ladentheke noch nicht vollständig sichtbar ist.

Fed-Chef Warsh betont Bedeutung von Marktdaten

Fed-Chef Kevin Warsh hat betont, dass die Notenbank den PCE-Index als offiziellen Maßstab für die Inflation betrachtet, sich bei der geldpolitischen Ausrichtung jedoch auch stark auf Marktdaten stützt. Da die Erwartungen volatil sind und stark von den Energiepreisen abhängen, könnte bereits eine geringfügige Abweichung der CPI-Daten den Ausschlag zwischen einer Zinspause und einer weiteren Erhöhung geben.

Für deutsche Anleger ist die Entwicklung besonders relevant, da die Fed-Entscheidung auch die Kapitalmärkte in Europa beeinflusst. Sollte die Fed die Zinsen weiter anheben, würde dies den Druck auf die EZB erhöhen, ebenfalls restriktiv zu bleiben. Gleichzeitig belasten steigende Energiepreise die ohnehin angeschlagene deutsche Wirtschaft. Die kommenden Tage versprechen daher richtungsweisend für die globale Geldpolitik zu werden.

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