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Brasilien: Inflation sinkt im August stärker als erwartet

Brasiliens Inflation sinkt im August auf 4,22 Prozent – stärker als von Ökonomen erwartet.

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Brasilien: Inflation sinkt im August stärker als erwartet

Die brasilianische Inflation hat sich im August stärker als erwartet abgeschwächt und damit die Hoffnung auf eine weitere Lockerung der Geldpolitik gestärkt. Der IPCA-Verbraucherpreisindex, das wichtigste Inflationsmaß des Landes, legte in den zwölf Monaten bis August um 4,22 Prozent zu, wie die Statistikbehörde IBGE am Freitag mitteilte.

Damit verlangsamte sich die Teuerungsrate spürbar gegenüber dem Juli-Wert von 4,44 Prozent. Ökonomen hatten im Schnitt lediglich mit einem Rückgang auf 4,27 Prozent gerechnet. Die tatsächliche Entwicklung fiel also günstiger aus als prognostiziert.

Besonders bemerkenswert ist der monatliche Rückgang: Die Verbraucherpreise sanken im August gegenüber dem Vormonat um 0,32 Prozent. Das ist der stärkste monatliche Preisrückgang seit August 2022. Auch hier übertrafen die Daten die Markterwartungen, die von einem Minus von 0,29 Prozent ausgegangen waren.

Inflationsrate bleibt im Zielkorridor

Die jährliche Inflationsrate von 4,22 Prozent bewegt sich weiterhin innerhalb des von der brasilianischen Zentralbank festgelegten Zielkorridors. Dieser liegt bei 3 Prozent, mit einer Toleranzbandbreite von 1,5 Prozentpunkten nach oben oder unten. Das bedeutet, dass die Notenbank die Inflation bis zu einer Obergrenze von 4,5 Prozent toleriert.

Die brasilianische Zentralbank wird bereits in der kommenden Woche zu ihrer nächsten Zinssitzung zusammenkommen. Sie hat zuletzt viermal in Folge die Leitzinsen um jeweils 25 Basispunkte gesenkt. Der Referenzzinssatz Selic liegt aktuell bei 14 Prozent. Trotz der Senkungen gehören die realen Zinssätze Brasiliens weiterhin zu den höchsten weltweit.

Wohnkosten treiben Rückgang an

Haupttreiber des monatlichen Preisrückgangs waren die Wohnkosten, die im August um 1,87 Prozent sanken. Die IBGE führte diesen Rückgang vor allem auf niedrigere Stromrechnungen zurück. Hintergrund ist ein einmaliger Rabatt, den die Verbraucher im Zusammenhang mit den Ergebnissen des Wasserkraftwerks Itaipu erhielten.

Auch die Transportpreise gaben nach und fielen um 0,86 Prozent. Hier wirkten sich vor allem reduzierte Flugticketpreise und gesunkene Kraftstoffkosten aus. Die Preise für Lebensmittel und Getränke sanken um 0,34 Prozent, während auch die Kommunikationskosten rückläufig waren.

Ausblick für die Geldpolitik

Die schwächeren Inflationsdaten stärken die Erwartungen, dass die brasilianische Zentralbank ihren Lockerungskurs fortsetzen wird. Analysten rechnen mit einer weiteren Zinssenkung um 25 Basispunkte bei der anstehenden Sitzung. Allerdings bleibt die Inflation mit 4,22 Prozent noch deutlich über dem offiziellen Zielwert von 3 Prozent, was den Spielraum für größere Zinsschritte begrenzt.

Für Anleger an den internationalen Märkten bleibt Brasilien aufgrund der hohen Realzinsen attraktiv. Die Entwicklung der Inflation und der Zinspolitik wird daher auch in den kommenden Wochen genau beobachtet werden.

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