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Fälschungswelle bei Abnehmspritzen-Rezepten in Deutschland

Professionelle Papierfälschungen überfordern Apotheken – E-Rezepte könnten künftig helfen

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 Fälschungswelle bei Abnehmspritzen-Rezepten in Deutschland

Der Trend zu Abnehmspritzen wie Ozempic und Wegovy hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen und sorgt inzwischen auch für eine Zunahme krimineller Aktivitäten. Das Bundeskriminalamt (BKA) berichtet von einem Anstieg der Rezeptfälschungen im Zusammenhang mit gewichtsreduzierenden Medikamenten. Eine exakte Zahl nennt die Behörde jedoch nicht. Vor allem professionell gefälschte Papierrezepte seien zunehmend im Umlauf, wie der GKV-Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen mitteilt.

Im Sicherheitsbericht des Innenministeriums Baden-Württemberg wird das Phänomen ebenfalls erwähnt. Die ermittelten Tätergruppierungen seien häufig überregional tätig und stammten oftmals aus osteuropäischen Ländern. Der Hintergrund für die zunehmenden Fälschungen liegt laut BKA in der hohen Nachfrage, der begrenzten Verfügbarkeit und dem hohen Preis der Arzneimittel. Prominente Berichte über den Einsatz dieser Mittel zum Abnehmen verstärken den Trend zusätzlich.

Die betroffenen Medikamente, darunter Ozempic, Mounjaro und Wegovy, enthalten die Wirkstoffe Semaglutid oder Tirzepatid. Diese wirken auf das Hormon GLP-1 und vermitteln dem Gehirn ein Sättigungsgefühl. Ursprünglich wurden die Mittel zur Behandlung von Diabetes entwickelt, sie helfen jedoch auch beim Abnehmen. Während Wegovy speziell zur Gewichtsreduktion zugelassen ist, zeigen auch Ozempic und Mounjaro diesen Effekt.

Laut Thomas Preis, Präsident der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA), sei es für Apotheken kaum möglich, professionell gefälschte Papierrezepte zu erkennen. Fehlerhafte Arztadressen oder fiktive Versicherte seien schwer aufzuspüren. Die Fälschungen würden häufig erst bei den Krankenkassen auffallen, die dann die Kostenübernahme verweigerten. In solchen Fällen blieben die Apotheken auf dem finanziellen Schaden sitzen.

Der GKV-Spitzenverband betont, dass schon wenige Betrugsfälle hohe Kosten verursachen, da die Medikamente besonders teuer sind. E-Rezepte seien bislang nicht betroffen. Eine konsequente Einführung und Nutzung digitaler Rezepte könne Fälschungen in Zukunft erschweren. Das Innenministerium Baden-Württemberg weist zudem darauf hin, dass gesetzliche Krankenkassen die Kosten nur für Diabetiker übernehmen. Bei einer Anwendung zur Behandlung von Adipositas per Privatrezept müssen Betroffene die Medikamente selbst zahlen.

OzempicDiabetesDiätmedikamentenGesundheit

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