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EZB-Währungshüter: Warnung vor überstürzten Zinssenkungen

Inflationsziele und Wirtschaftslage im Fokus - Griechenland und Slowakei sprechen sich für Geduld aus

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EZB-Währungshüter: Warnung vor überstürzten Zinssenkungen

Die Europäische Zentralbank (EZB) steht vor einer wichtigen Entscheidung bezüglich ihrer Zinspolitik, doch zwei prominente Notenbankchefs warnen vor überhasteten Maßnahmen. Yannis Stournaras, der griechische Notenbankchef und Mitglied des EZB-Rats, sprach sich in einem Interview mit Reuters dafür aus, dass die EZB im nächsten Jahr nicht überstürzt die Zinssätze senken sollte. Er betonte die Notwendigkeit, die Inflation nachhaltig unter drei Prozent bis Mitte des Jahres zu stabilisieren, bevor Zinssenkungen in Betracht gezogen werden sollten.

Die Spekulationen an den Finanzmärkten drehen sich derzeit darum, ob die EZB bereits im März 2024 die Schlüsselsätze senken wird. Sogar für die folgende Sitzung im April ist eine Zinssenkung bereits mit hoher Wahrscheinlichkeit eingepreist. Die Inflationsrate in der Euro-Zone war im November auf 2,4 Prozent gesunken und nähert sich damit dem Ziel der EZB von 2,00 Prozent Teuerung. Die jüngsten Prognosen der EZB-Volkswirte deuten darauf hin, dass die Teuerungsrate im ersten Quartal 2024 im Schnitt bei 2,9 Prozent liegen wird, gefolgt von 2,7 Prozent im zweiten Quartal.

Yannis Stournaras betonte, dass neben der Preisentwicklung auch die Arbeitskosten und die Inflationserwartungen berücksichtigt werden sollten, um die Gesundheit der Wirtschaft zu bewerten. Er war der erste EZB-Notenbanker, der öffentlich über mögliche Zinssenkungen im kommenden Jahr sprach, als die Märkte noch von anhaltend hohen Zinssätzen ausgingen. Seitdem haben sich die Erwartungen jedoch aufgrund einer überraschend deutlich rückläufigen Inflation verändert.

Am Geldmarkt wird bereits spekuliert, dass die EZB den Einlagensatz, den Banken erhalten, wenn sie überschüssige Gelder bei der Notenbank parken, im Jahr 2024 um 1,50 Prozentpunkte senken könnte, was den Satz auf 2,50 Prozent zum Ende des Jahres bringen würde, verglichen mit dem aktuellen Stand von 4,00 Prozent.

Auch Peter Kazimir, der slowakische Notenbankchef und Mitglied des EZB-Rats, warnt vor einer verfrühten Lockerung der Geldpolitik. Er betont, dass der positive Rückgang der Inflation in den letzten Monaten noch nicht ausreicht, um Entwarnung zu geben. Obwohl es Anzeichen dafür gibt, dass die Inflation im Euro-Raum bis 2025 das EZB-Ziel von 2,00 Prozent erreichen könnte, bleiben Risiken bestehen.

Kazimir warnt davor, die Zügel zu früh zu lockern und betont, dass ein vorzeitiger Kurswechsel schwerwiegender sein könnte als das Risiko, zu lange an einer restriktiven Politik festzuhalten. Er plädiert für Vorsicht und eine genaue Beobachtung der Wirtschaftsindikatoren, ohne überhastete Maßnahmen zu ergreifen. Die Zukunft der Inflation bleibe unsicher, und eine allmähliche Absenkung der Inflationsrate sei wahrscheinlich, so Kazimir.

Die EZB steht somit vor einer komplexen Herausforderung, da sie die Balance zwischen der Sicherung der Preisstabilität und der Unterstützung der Wirtschaft finden muss, während sie auf die Ratschläge ihrer Notenbankchefs hört, die vor zu frühen Zinssenkungen warnen.

EZBZinsen

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