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Weihnachtsgeschenke mit langfristigem Mehrwert

Warum ein ETF-Sparplan unterm Weihnachtsbaum eine gute Idee ist und wie Eltern finanzielle Bildung fördern können

Weihnachtsgeschenke mit langfristigem Mehrwert

Geldgeschenke haben häufig keinen guten Ruf – gerade, wenn die Beschenkten Kinder sind. Doch Monika Müller, Psychologin und Finanzcoachin, betont, dass Geldgeschenke an Kinder grundsätzlich positiv sein können. Geld kann den Kleinsten eine eigene Bedeutung geben, idealerweise eine kreative und offene, und ihnen eine verantwortungsbewusste Art des Umgangs mit Finanzen beibringen.

Finanzplanerin Stefanie Kühn aus Westerstede bei Oldenburg hebt einen weiteren wichtigen Aspekt hervor: Kinder haben einen langen Anlagehorizont, wodurch sie die idealen Aktiensparer sind. Ein Kind, dessen Eltern oder Großeltern zur Geburt 10.000 Euro in einen börsengehandelten Indexfonds (ETF) investieren, kann mit 18 Jahren über mehr als 33.000 Euro verfügen, vorausgesetzt, die durchschnittliche Rendite beträgt sieben Prozent.

Allerdings ist die richtige Investmentstrategie entscheidend. Heutzutage sind Aktien aufgrund ihrer langfristigen Renditemöglichkeiten gegenüber Lebensversicherungen oder Bausparverträgen bevorzugt. Dennoch beunruhigt viele Anleger die Volatilität von Aktien. Stefanie Kühn rät dazu, das Risiko von Kursschwankungen und Insolvenzen so gering wie möglich zu halten.

Für die Geldanlage von Kindern empfiehlt Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg ETFs auf den Index "MSCI All Countries World" oder "FTSE All World". Diese breiter aufgestellten ETFs ermöglichen eine Investition in Tausende von Unternehmen weltweit.

Andreas Beck, Portfoliospezialist aus München, empfiehlt zudem ein gemischtes Portfolio, bestehend aus einem ETF auf den MSCI World, einem Schwellenländer-ETF und einem ETF, der in kleinere Unternehmen investiert, die nicht in den großen Indizes vertreten sind – sogenannte Small Caps.

Es ist auch wichtig, die Kosten im Auge zu behalten. Aktiv gemanagte Investmentfonds können zwar höhere Renditen erzielen, doch die langfristige Vorhersage des besten Fonds ist schwierig. Systematisches Investieren in ETFs ist in der Regel kostengünstiger, da die Verwaltungsgebühren niedrig sind.

Zwischen thesaurierenden und ausschüttenden Fonds und ETFs besteht ein Unterschied. Wenn das Ziel darin besteht, kontinuierlich Vermögen aufzubauen, sind thesaurierende Fonds und ETFs die bessere Wahl.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie für Kinder gespart werden kann. Neben der Einmalanlage können auch Sparpläne genutzt werden. Diese sind bereits ab einem Euro pro Monat bei einigen Banken verfügbar, wobei in der Regel mindestens 25 Euro pro Monat empfohlen werden. Eine quartalsweise, halbjährliche oder jährliche Einzahlung kann auch in Erwägung gezogen werden, um Gebühren zu minimieren.

Es ist auch möglich, eine Kombination aus Einmalanlage und Sparplan zu wählen, bei der Großeltern einen größeren Betrag anlegen und Eltern oder Paten zusätzlich einen Sparplan nutzen.

Ein Depot ist erforderlich, wenn in Wertpapiere investiert wird. Eltern können ein Unterdepot für ihre Kinder eröffnen oder ein eigenes Depot verwenden. Stefanie Kühn empfiehlt jedoch, das Geld von anderen Verwandten oder Freunden in einem eigenen Depot für das Kind zu halten.

Es ist wichtig zu beachten, dass das Kind ab dem 18. Lebensjahr allein über das Geld im Depot verfügen kann. Dies sollte bei der Entscheidung berücksichtigt werden, da Eltern dann keinen Zugriff mehr auf das angesparte Geld haben.

Schließlich sollten die Gebühren für den Handel von Aktien, Fonds und ETFs berücksichtigt werden. Online-Banken und Broker sind oft kostengünstiger als Filialbanken. Um die besten Konditionen zu finden, kann eine Umfrage bei verschiedenen Banken und Brokern hilfreich sein.

Kinder können auch steuerliche Vorteile nutzen. Sie haben Anspruch auf den Sparerpauschbetrag und den Pauschbetrag für Sonderausgaben. Bei einem Depot, das auf ihren Namen läuft, können Kinder Kapitalerträge bis zu einer bestimmten Grenze steuerfrei erhalten.

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