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Europas Börsen pausieren nahe Rekordhoch vor Fed-Protokoll

Nach starker Vorwoche warten Anleger auf Fed-Protokoll, Zentralbank-Reden und wichtige Konjunkturdaten aus der Eurozone.

• 2 Min
Europas Börsen pausieren nahe Rekordhoch vor Fed-Protokoll

Die europäischen Aktienmärkte haben am Montag eine Verschnaufpause eingelegt. Nach einer glänzenden Vorwoche, in der der STOXX 600 und der Euro Stoxx 50 neue Allzeithochs erreichten, gab der paneuropäische STOXX 600 bis 13:00 Uhr GMT um 0,4 % nach. Der deutsche DAX und der französische CAC 40 verloren jeweils 0,2 %, der Londoner FTSE 100 gab um 0,3 % nach.

Die jüngste Aufwärtsdynamik wurde durch eine breit angelegte Marktrotation getragen. Anzeichen einer abkühlenden Inflation sowie ein schwächerer US-Arbeitsmarkt nährten den Optimismus, dass der globale Zinsdruck nachlassen könnte. Besonders der DAX profitierte dabei von kräftigen Erholungen bei Schwergewichten wie Siemens und einem breiten Anlegerinteresse, das weit über den Technologiesektor hinausging.

Schwächer als erwartet ausgefallene Beschäftigungsdaten aus den USA weckten Hoffnungen, dass die US-Notenbank Federal Reserve weitere Zinserhöhungen aufschieben könnte. Gleichzeitig half der jüngste Rückgang der Ölpreise dabei, Sorgen vor einer anhaltenden, energiegetriebenen Inflation zu mildern – die Anfang des Jahres infolge geopolitischer Spannungen im Nahen Osten sprunghaft angestiegen war. Zyklische Sektoren wie das verarbeitende Gewerbe, Industriewerte und Finanztitel verzeichneten in der Vorwoche starke Zuflüsse.

Sentix-Index signalisiert wachsendes Anlegervertrauen

Ein weiteres positives Signal lieferte der Sentix-Index, der die Anlegerstimmung im Euroraum misst. Er verbesserte sich im Juli deutlich stärker als erwartet – es war der dritte Anstieg in Folge, getragen von wachsendem Vertrauen und helleren Erwartungen, insbesondere in Deutschland.

Im Fokus der Anleger steht nun das Protokoll der jüngsten geldpolitischen Sitzung der Federal Reserve, das am Mittwoch veröffentlicht wird. Es wird erwartet, dass das Protokoll einen falkenhaften Ton anschlägt, da neun Fed-Mitglieder zuvor mindestens eine weitere Zinserhöhung für dieses Jahr ins Auge gefasst hatten. Analysten weisen jedoch darauf hin, dass diese Prognosen vor dem jüngsten Rückgang der Rohölpreise erstellt wurden – was den weiteren Inflationsverlauf verändern könnte.

Darüber hinaus steht ein voller Terminkalender mit hochkarätigen Zentralbank-Rednern bevor. Anleger werden die Aussagen von Fed-Gouverneur Christopher Waller, EZB-Präsidentin Christine Lagarde sowie den EZB-Direktoriumsmitgliedern Isabel Schnabel und Philip Lane genau analysieren.

Konjunkturdaten im Fokus: Eurozone und Deutschland

Auf der makroökonomischen Seite stehen wichtige Datenveröffentlichungen an, die ein klareres Bild der wirtschaftlichen Verfassung der Eurozone zeichnen sollen. Zu den wichtigsten Terminen zählen:

  • Einzelhandelsumsätze der Eurozone für Mai
  • Erzeugerpreise (PPI) der Eurozone für Mai
  • Deutsche Industrieproduktion für Mai

Diese Zahlen werden zeigen, ob sich das regionale verarbeitende Gewerbe aus seiner jüngsten Schwächephase befreit und ob sich die Konsumnachfrage stabilisiert.

Einzelwerte: EasyJet, Hapag-Lloyd und X Fab im Fokus

Unter den Einzelwerten stach EasyJet mit einem Kurssprung von 11 % hervor. Die Billigfluggesellschaft stimmte einer grundsätzlichen Übernahme durch den Finanzinvestor Castlelake für 5,5 Milliarden Britische Pfund (rund 7,34 Milliarden US-Dollar) zu.

Die Aktie von Hapag-Lloyd verlor hingegen 3,5 %, nachdem das Unternehmen gemeinsam mit seinem Allianzpartner Maersk bekanntgab, dass ein Dienst innerhalb ihres Gemini-Kooperationsnetzwerks den Transit durch den Suezkanal wieder aufnehmen wird. Die Aktien von MIPS gaben um 4 % nach, ausgelöst durch die Ankündigung eines Führungswechsels in der Finanzabteilung. Positiv stach X Fab Silicon Foundries hervor: Die Aktie sprang um 10,1 % nach oben, nachdem das Analysehaus Kepler Cheuvreux eine deutliche Heraufstufung vorgenommen hatte.

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