ANZEIGE

EU plant Banken-Deregulierung um Wall Street Konkurrenz zu begegnen

Die Europäische Kommission will mit einem umfassenden Deregulierungspaket europäische Banken wettbewerbsfähiger gegenüber US-Rivalen machen.

•• 3 Min
EU plant Banken-Deregulierung um Wall Street Konkurrenz zu begegnen

Die Europäische Kommission steht kurz davor, einen weitreichenden Deregulierungsschub für den europäischen Bankensektor anzukündigen. Ein Bericht zur Wettbewerbsfähigkeit des Bankensektors soll am Freitag veröffentlicht werden und gesetzliche Änderungen für das Jahr 2027 vorsehen. Ziel ist es, europäische Banken gegenüber ihren übermächtigen US-amerikanischen Konkurrenten zu stärken.

Der Hintergrund ist eindeutig: Während US-Investmentbanken wie JPMorgan Chase, Bank of America, Citigroup, Wells Fargo und Goldman Sachs im zweiten Quartal Rekordergebnisse feierten und die Erwartungen mit starken Handelsumsätzen sowie einer Erholung im Deal-Geschäft übertrafen, hinken europäische Institute weiterhin hinterher. Dieser Kontrast hat den Druck auf Brüssel erhöht, endlich zu handeln.

Konkret bereitet sich die Europäische Kommission Berichten zufolge darauf vor, Teile der sogenannten „Säule 2"-Eigenkapitalvorschriften zur Verschuldungsquote zu streichen. Diese Regeln erlauben es nationalen Aufsichtsbehörden, zusätzliche diskretionäre Aufschläge auf die EU-Basisregel für die Verschuldungsquote von 3 Prozent zu erheben. Ihre Abschaffung würde Banken erheblich entlasten.

Weniger Kapital, mehr Spielraum

Laut einem Bericht der Financial Times enthält ein Entwurf des Papiers weitere konkrete Maßnahmen: Die zusätzlichen Kapitalpuffer, die europäische Banken vorhalten müssen, sollen gesenkt werden. Zudem sind eine Reduzierung der Berichtspflichten für Kreditinstitute sowie weitere Details zu einem gemeinsamen europäischen Einlagensicherungssystem geplant, das grenzüberschreitende Bankenfusionen in der Region erleichtern könnte.

Jakub Lichwa, Mitglied des Teams für sektorübergreifendes Anleihen-Portfoliomanagement bei TwentyFour Asset Management, ordnet die Entwicklung im globalen Kontext ein: „Die europäischen Behörden sind sich der regulatorischen Entwicklungen in Großbritannien und den USA bewusst und wollen den Bankensektor schlichtweg nicht benachteiligen." Er betont zudem, dass eine geringere Kapitalvorhaltung es Banken erleichtern würde, eine höhere Eigenkapitalrendite zu erzielen – was europäische Bankaktien für Anleger attraktiver machen dürfte. „Niedrigere Kapitalanforderungen führen an sich nicht zwangsläufig zu operativen Verbesserungen im Sektor, könnten aber am Rande den Wettbewerb mit globalen Konkurrenten erleichtern", so Lichwa gegenüber CNBC.

Die EU-Pläne fügen sich in einen breiteren internationalen Trend ein. Auch US-amerikanische und britische Regulierungsbehörden haben bereits Schritte zur Lockerung bestimmter Bankenvorschriften eingeleitet. In den USA liegen Vorschläge auf dem Tisch, die Kapitalanforderungen für die größten Banken um fast 5 Prozent zu senken.

Strategische Schwächen Europas im Fokus

Andrew Stimpson, Leiter der Analyse für europäische Banken bei KBW, sieht in dem bevorstehenden Bericht einen Wendepunkt. „Europa hat erkannt, dass es im globalen Wettbewerb steht und dass sein bisheriger Fokus auf die bloße ‚Vereinfachung' von Bankregeln seine strategischen Ziele nicht erreichen wird", sagt er. Er verweist auf kapitalintensive Zukunftsprojekte wie Verteidigung, KI-Infrastruktur und Energieinfrastruktur, für die Europa dringend leistungsfähige Banken und funktionsfähige Kapitalmärkte benötigt.

Stimpson bringt es auf den Punkt: „Einer Bank zu sagen, dass sie nur ein Formular statt 20 ausfüllen muss, führt nicht dazu, dass eines dieser Projekte realisiert wird." Deshalb sei der Bericht zur Wettbewerbsfähigkeit der Banken von entscheidender Bedeutung. „Es wird um eine gewisse Deregulierung gehen, aber auch um die Änderung von Regeln und Gesetzen, um grenzüberschreitende Konsolidierungen wahrscheinlicher zu machen."

Genau diese grenzüberschreitende Konsolidierung gilt als Schlüssel zur Schaffung eines paneuropäischen Banken-Champions. Die Bankenlandschaft des Kontinents ist historisch stark fragmentiert – zu fragmentiert, um die Wall Street ernsthaft herauszufordern. Eine Konsolidierung würde auch dem Ziel der Europäischen Zentralbank entsprechen, eine einheitliche Bankenaufsicht zu schaffen, in der Kapital und Liquidität innerhalb grenzüberschreitender Gruppen frei fließen können.

In den kommenden Wochen rücken nun auch die Quartalsergebnisse europäischer Banken in den Fokus. Santander, UniCredit, UBS und die Deutsche Bank werden im Laufe des Monats berichten. Ob die angekündigten Reformen das nötige Vertrauen in die Vorstandsetagen zurückbringen, wird sich zeigen – der politische Wille in Brüssel scheint jedenfalls vorhanden.

Eu Banken DeregulierungEuropäische Kommission BankensektorWall Street WettbewerbKapitalanforderungen EuropaGrenzüberschreitende BankenfusionenSäule 2 EigenkapitalEuropäische Banken Regulierung

Meistgelesene News

  1. Galeria-Insolvenz: Schicksal von 12.000 Jobs hängt an BA-Entscheidung
  2. Börsenkorrektur kommt unweigerlich: So bereiten sich Anleger richtig vor
  3. Gaming und Wetten: Krypto-Klage, GTA 6 und Aktivisten-Investor im Fokus
  4. Pieper sieht veränderte Marktstruktur als Treiber heftiger Kursausschläge
  5. Take-Two-Aktie vor GTA-6-Release: Chance oder Risikofalle?

Disclaimer


Wichtiger Hinweis auf bestehende Interessenkonflikte:

Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass im Rahmen dieser Publikation Interessenkonflikte bestehen:

1. Die Stock Market Media Ltd. und ihr nahestehende Personen besitzen Aktien der hier empfohlenen Gesellschaften und beabsichtigen, diese im Rahmen und zu jedem Zeitpunkt dieser Empfehlung zu verkaufen. Hierin besteht ein eindeutiger und konkreter Interessenkonflikt.

2. Der Herausgeber dieser Publikation, sowie die verantwortlichen Redakteure erhalten für die Erstellung eine finanzielle Vergütung. Auch hierin besteht ein eindeutiger und konkreter Interessenkonflikt.

3. Beachten Sie auch die weitergehenden Ausführungen zu bestehenden Interessenkonflikten im nachfolgenden Disclaimer, u.a. unter Ziff. 2.

Wichtige Informationen und Pflichtmitteilungen gemäß Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) sowie gemäß Finanzanlageverordnung (FinAnV).

Stock Market Media Ltd. hat ihre Tätigkeit als Ersteller von Anlagestrategieempfehlungen im Sinne des Artikels 3 Absatz 1 Nummer 34 der Verordnung (EU) Nr. 596/2014 oder von Anlageempfehlungen im Sinne des Artikels 3 Absatz 1 Nummer 35 der Verordnung (EU) Nr. 596/2014, (bisher „Finanzanalysen“) der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht („BaFin“) gemäß WpHG angezeigt. Die Pflichten der Stock Market Media Ltd. regeln sich primär nach den §§ 85, 86 WpHG, der Verordnung (EU) Nr. 596/2014 und der Delegierten Verordnung (EU) 2016/958.

Angaben über den/die Ersteller dieser Publikation:
Verantwortlich für die Erstellung der Texte und Inhalte dieser Publikation ist Herr Roberto Gonçalves de Albuquerque, als Analyst und Chefredakteur. Herausgeber ist die Stock Market Media Ltd., 405 Kings Road, Flat 600, London; SW10 0BB, Vereinigtes Königreich, vertreten durch den Director Roberto Gonçalves de Albuquerque.

Wichtige Hinweise zur Erstellung dieser Veröffentlichung:
Diese Veröffentlichung enthält sowohl Tatsachen und Fakten zu den besprochenen Unternehmen, als auch rein subjektive Werturteile, Interpretationen, Schätzungen, Hochrechnungen, Vorhersagen und Preisziele. Diese versuchen wir, möglichst transparent voneinander abzugrenzen, um irreführende Angaben zu vermeiden. Recherche, Aufbereitung und Formulierung erfolgen dabei unter Einsatz gängiger digitaler und KI-gestützter Hilfsmittel; die inhaltliche Prüfung und die redaktionelle Verantwortung liegen bei uns. Die wesentlichen Grundlagen und Maßstäbe unserer Werturteile und Bewertungen, der besprochenen Aktien, basieren auf folgender Vorgehensweise:

Beurteilung und Bewertung von Unternehmen nach herkömmlichen Bewertungsmethoden (grundlegender Bewertungsansatz)

  • Einschätzung des Potentials der zukünftigen Unternehmensentwicklung (Wachstumsansatz) und Hochrechnung auf das entsprechende Bewertungspotential (Kurs-Potential-Analyse) sowie einer möglichen Unternehmens-Aktien-Bewertung aufgrund potentieller Gewinnerwartungen (KGV Hochrechnung)
  • Einschätzung des von uns erwarteten Best-Case-Szenarios im absoluten Erfolgsfall des Unternehmens (Blue-Sky-Potential-Ansatz)
  • Effekt der von uns erwarteten, gesteigerten Bekanntheit der empfohlenen Aktie auf den Aktienkurs durch einen starken Anstieg der Nachfrage am Markt (insbesondere maßgeblich bei marktengen oder neu bzw. erstmals empfohlenen Aktien) aufgrund der von uns oder Dritten veröffentlichten Publikationen (meistens Kaufempfehlungen), (Multiplikator- / Momentum-Effekt, Hype), dadurch überproportional steigende Rendite/Aktienkurs bei entsprechend steigendem Risiko
  • Technische Analyse des Aktienkurses gemäß gängiger Analyse-Methoden, meist zur Voraussage von Kurs-Signalen (Kauf- oder Verkaufssignal, Ausbruch der Aktie, Festlegung von Kurszielen, Unterstützungs- oder Widerstandsbereichen, erwarteten Mindestbewegungen oder Mindest-Gegenbewegungen, Voraussage von Signalpunkten (wenn-dann), etc.), größtenteils auf der erwarteten Massenpsychologie aufbauend. (technischer Ansatz).

Herkömmliche Bewertungsansätze sind bei jungen oder noch umsatzlosen Unternehmen oft schlecht sinnvoll anwendbar. Daher stützen wir uns bei der Bewertung von solchen Unternehmen tendenziell auf die von uns errechnete Potential-Analyse, sowie die Einschätzung der Nachfrage nach solchen Aktien am Kapitalmarkt. Letztendlich entscheidet der Markt über den Aktienkurs eines Unternehmens. Entsteht durch umfangreiche Empfehlungen einer Aktie, eine exzessive Nachfrage nach dieser, ist es möglich, dass der Aktienkurs bei einem hohen Handelsvolumen überdurchschnittlich steigt. Dies führt zwar zu extremen Gewinnmöglichkeit, erhöht jedoch entsprechend das Risiko einer Blasenbildung mit entsprechendem Kursrückgang. Durch die gesteigerte Volatilität der Aktie in solchen Situationen ergeben sich überdurchschnittliche Gewinn- und Verlustmöglichkeiten, sowohl in beide Handelsrichtungen als auch bei wiederkehrenden Gegenbewegungen. Auch solche Marktentwicklungen sind ein wichtiger Teil unserer Handelsempfehlungen und Bewertungsansätze.

Diese Publikation befasst sich ausschließlich mit überdurchschnittlich volatilen Werten mit hohem Gewinn- und auch Verlustpotential.

Hinweis zu Informationsquellen:
Die Zuverlässigkeit von Informationsquellen wird von uns vor deren Verwendung ausführlich geprüft und von uns entsprechend ihrer Glaubwürdigkeit und Bedeutung subjektiv bewertet. Dabei entscheiden wir nach eigenen Maßstäben, welche Quellen wir für relevant, zu konservativ oder zu optimistisch halten. Letztendlich legen wir unsere Empfehlungen aufgrund unserer persönlichen Einschätzungen fest. Bei der Informationsbeschaffung greifen wir auf zahlreiche öffentlich zugängliche Quellen zurück wie z.B. Pressemitteilungen, Ad-Hoc-Mitteilungen, Unternehmensmeldungen, Firmenpräsentationen, Publikationen und Artikeln zum besprochenen Unternehmen, gängige Finanzmedien im In- und Ausland sowie auf Unternehmens- oder Branchen-Analysen Dritter.

In unseren Publikationen werden ausschließlich öffentlich verfügbare Informationen und Quellen, sowie vom Unternehmen selbst verbreitete Informationen verwendet.

Hinweis zu bestehenden Interessenkonflikten:
Wir weisen hiermit darauf hin, dass Gesellschafter, Redakteure, Mitarbeiter sowie Personen bzw. Unternehmen die an der Erstellung dieser Veröffentlichung beteiligt sind, sowie Auftraggeber (Dritte) der Publikation von Stock Market Media Ltd. zum Zeitpunkt dieser Veröffentlichung direkt oder indirekt Anteile an Wertpapieren, welche im Rahmen der jeweiligen Publikation besprochen werden, halten. und daher an einer Kurs- und/oder Umsatzsteigerung, d.h. auch einer erhöhten Handelsliquidität interessiert sind, da die Absicht besteht, in unmittelbarem Zusammenhang mit dieser Veröffentlichung diese Wertpapiere zu verkaufen und an steigenden Kursen und Umsätzen zu partizipieren. Ein Kurszuwachs der Aktien der vorgestellten Unternehmen kann zu einem Vermögenszuwachs bei diesen Personen führen. Durch die Besprechung des Unternehmens können jedenfalls der Aktienkurs des Unternehmens erheblich beeinflusst werden. Insbesondere wird auch durch Wertpapiertransaktionen der Aktienkurs der besprochenen Unternehmen maßgeblich beeinflusst. Dies gilt insbesondere, wenn es sich um Unternehmen handelt deren Aktien keine breite Marktkapitalisierung haben und bei denen nur ein enger Markt besteht. Hier können auch nur geringe Auftragsvolumen erhebliche Auswirkungen auf die Kurse haben. Sie sind aber auch daran interessiert, dass der Kurs des besprochenen Unternehmens sinkt, wenn sie deren Aktien günstiger erwerben wollen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Stock Market Media Ltd. und seine Mitarbeiter werden zudem für die Vorbereitung, elektronische Verbreitung und Veröffentlichung dieser Publikation sowie für andere Dienstleitungen entgeltlich entlohnt. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Diese Vergütung kann durch das Unternehmen über das die Stock Market Media Ltd. Informationen veröffentlicht, durch mit diesen Unternehmen verbundene Dritte oder sonstige Dritte, die ein Interesse in Bezug auf die im Zusammenhang mit dieser Veröffentlichung besprochenen Unternehmen verfolgen, erfolgen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen. Dieser wird zunächst dadurch begründet, dass die Stock Market Media Ltd. im Interesse ihres Auftraggebers ihre Ausführungen vornehmen könnte. Die Stock Market Media Ltd. und/oder mit ihr verbundene Unternehmen haben mit der gegenständlichen Gesellschaft bzw. mit deren Aktionären eine kostenpflichtige Vereinbarung zur Erstellung der redaktionellen Besprechung getroffen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Hinweis zur Handhabe der internen Organisationspflichten:
Aufgrund der geringen Unternehmensgröße des Herausgebers, ist eine interne Kontrolle der Compliance Prozesse der an dieser Publikation mitwirkenden Mitarbeiter und sonstigen Beteiligten überschaubar.

Verantwortliche Aufsichtsbehörde:
Die Stock Market Media Ltd. hat ihre Tätigkeit gemäß § 86 WpHG bei der BaFin angezeigt.