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Drei Profi-Strategien für volatile Märkte: Chips, Anleihen und Schwellenländer

BlackRock, Standard Chartered und JPMorgan Private Bank verraten ihre aktuellen Anlagestrategien – inmitten des Trump-Besuchs in China.

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Drei Profi-Strategien für volatile Märkte: Chips, Anleihen und Schwellenländer

Während US-Präsident Donald Trump China besucht und ein „neues Kapitel" für die beiden größten Volkswirtschaften der Welt ausruft, navigieren Profi-Investoren mit klaren Strategien durch das turbulente Marktgeschehen. Technologiewerte erhielten dabei Auftrieb durch Berichte, wonach die USA den Verkauf des Nvidia-Chips H200 an eine Reihe chinesischer Unternehmen genehmigt haben. Chinas Staatschef Xi erklärte zudem vor anwesenden US-Tech-Führungskräften, dass die Tür für Geschäfte im Land „weiter offen stehen" werde. In den CNBC-Studios in Singapur und London haben drei Experten ihre aktuellen Anlagestrategien vorgestellt.

Unternehmensanleihen als Diversifikationsbaustein

James Turner, Leiter Global Fixed Income für EMEA bei BlackRock, empfiehlt Anlegern, ihre Ertragsstrategien zu diversifizieren – und dabei gezielt Unternehmensanleihen neben klassischen Staatsanleihen beizumischen. Er begründet dies mit der gestiegenen Vorsicht der Unternehmen bei der Verwaltung ihrer Bilanzen, die er als „ziemlich gesund" beschreibt. Die Volatilität der vergangenen Jahre habe dazu geführt, dass Anleger Unternehmensanleihen neu bewerten. „Das hat dazu geführt, dass Anleger Unternehmensanleihen als etwas betrachten, das zwar nicht unbedingt sicherer als Staatsanleihen ist, aber zumindest sicherer als seit geraumer Zeit, und zudem für Diversifikation sorgt", so Turner.

Für deutsche Privatanleger ist dieser Hinweis besonders relevant: In einem Umfeld, in dem Staatsanleihen durch Haushaltsdebatten und geopolitische Unsicherheiten unter Druck stehen, bieten Investment-Grade-Unternehmensanleihen eine attraktive Ergänzung im Rentenportfolio.

Halbleiteraktien: Standard Chartered stuft Chips herab

Steve Brice, Global CIO Wealth Solutions bei Standard Chartered, erläuterte, warum die Bank globale Aktien zwar weiterhin übergewichtet, in der vergangenen Woche jedoch Halbleiteraktien herabgestuft hat. Auslöser seien „sehr konzentrierte Gewinne in diesem Bereich" gewesen. Die Bank rate Kunden, „Gewinne in Teilen ihres Portfolios mitzunehmen" und stattdessen in ein global diversifiziertes Portfolio umzuschichten.

Brice erwartet eine Korrektur, die „nicht mehr weit entfernt ist, zumindest für koreanische Aktien". Dieser Hinweis ist bedeutsam: Südkorea ist einer der weltweit wichtigsten Halbleiterstandorte, mit Schwergewichten wie Samsung und SK Hynix. Eine Korrektur dort könnte auch europäische Anleger treffen, die in globale Technologie-ETFs investiert sind.

Stoßdämpfer für das 60/40-Portfolio

Madison Faller, globale Anlagestrategin bei der J.P. Morgan Private Bank, hält am klassischen 60/40-Portfolio fest – also 60 Prozent Aktien und 40 Prozent Anleihen –, plädiert jedoch dafür, sogenannte „Stoßdämpfer" hinzuzufügen. „Ich glaube, dass Anleihen bei einem Wachstumsrückgang nach wie vor der wichtigste Schutzwert sind", erklärt sie. Gleichzeitig sieht sie eine taktische Chance am kurzen Ende der Renditekurve, da die Erwartungen an die Zentralbanken ihrer Einschätzung nach „etwas zu restriktiv eingepreist wurden".

Als Schutz gegen Inflationsrisiken empfiehlt Faller Sachwerte – insbesondere Infrastruktur sowie Hedgefonds, die im Vergleich zu Aktien und Anleihen weniger korrelierte Renditen aufweisen können. Darüber hinaus spricht sie sich für eine sogenannte Barbell-Strategie zwischen den USA und den Schwellenländern aus. Das Gewinnwachstum in den Emerging Markets werde in diesem Jahr voraussichtlich bei über 45 Prozent liegen, was sie als „wirklich bedeutend" bezeichnet.

Faller nennt dabei konkret Taiwan und Südkorea sowie Lateinamerika als attraktive Regionen. Die Länder dieser Region verfügten „über viele der natürlichen Ressourcen, die der Rest der Welt wirklich braucht und will" – ein Argument, das angesichts globaler Lieferkettendebatten und Rohstoffknappheit auch für deutsche Anleger zunehmend an Relevanz gewinnt.

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