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Drei Profi-Strategien: Europa, IPOs und Schwellenländer im Fokus

Experten von Morningstar, AlphaCore und Wellington Management teilen ihre aktuellen Anlagestrategien für volatile Märkte.

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Drei Profi-Strategien: Europa, IPOs und Schwellenländer im Fokus

Die globalen Aktienmärkte zeigen sich zum Wochenschluss in robuster Verfassung. Der Dow Jones erreichte ein Rekordhoch von über 50.000 Punkten, während der S&P 500 auf seine achte Gewinnwoche in Folge zusteuert – trotz anhaltender Volatilität am Anleihenmarkt. Auch die asiatischen Märkte legten zu, angeführt vom japanischen Nikkei, und die wichtigsten europäischen Börsen stehen vor einem positiven Wochenabschluss.

In diesem Umfeld haben drei Investmentexperten in den CNBC-Studios in Singapur und London ihre Anlagestrategien vorgestellt. Ihre Einschätzungen liefern deutschen Privatanlegern wertvolle Orientierung für die Navigation durch das aktuelle Marktrauschen.

Unterbewertetes Europa: Rüstung, Gesundheit und Technologie

Michael Field, Chef-Aktienstratege bei Morningstar, sieht bei europäischen Aktien derzeit ein Aufwärtspotenzial von rund 5 Prozent. Besonders attraktiv findet er den Verteidigungssektor, der trotz jüngsten Drucks weiterhin interessant bewertet sei. Zyklische Konsumgüter würden sogar „mit einem Abschlag von etwa 20 bis 25 Prozent gegenüber der Schätzung des fairen Wertes gehandelt".

Field hebt zudem weitere unterbewertete Bereiche hervor: „Das Gesundheitswesen wird ebenfalls mit einem beträchtlichen Abschlag gehandelt, und selbst einige europäische Technologiewerte sind derzeit eigentlich relativ attraktiv." Ein zusätzlicher Rückenwind kommt laut Field von der Währungsseite: Die jüngste Dollarschwäche habe „europäischen Unternehmen unbeabsichtigt geholfen". Für US-Investoren, die auf Diversifizierung setzen, gebe es in Europa nach wie vor „viele gute Gelegenheiten".

IPO-Sommer: Passiv statt aktiv bei Börsengängen

David Stubbs, Chef-Anlagestratege bei AlphaCore Wealth Advisory, teilt die positive Einschätzung zum europäischen Verteidigungssektor. Er glaubt, dass die europäischen Verteidigungsausgaben „in den nächsten 10 bis 15 Jahren ein Megatrend sein werden", da NATO-Führer erneut den Mangel an Kapazitäten in der Branche beklagen. Für Anleger mit mittlerem Zeithorizont sieht er darin eine klare Kaufgelegenheit.

Mit Blick auf den bevorstehenden IPO-Sommer in den USA – der voraussichtlich von SpaceX angeführt wird – verfolgt Stubbs eine bewusst passive Strategie. „Ein Großteil unserer liquiden Aktien ist passiv angelegt", erklärt er. „Wir wollen dieses Spiel nicht mitspielen und versuchen zu erraten, wer im Index sein wird und wer nicht." Stattdessen wolle man das breite Wachstum aus passiver Allokation mitnehmen und aktive Risiken gezielt in privaten Märkten und alternativen Anlagen eingehen.

Schwellenländer vor dem Comeback

Andrew Heiskell, Aktienstratege bei Wellington Management, richtet seinen Blick auf Emerging Markets. Er zeigt sich zunehmend optimistisch nach einer „sehr deutlichen Wende in der fundamentalen Performance" dieser Anlageklasse. „Die Ausweitung über die Schwellenländer hinweg hebt die Wachstumsaussichten von einer sehr niedrigen Bewertungsbasis aus an", so Heiskell.

Der Experte verweist auf eine historische Parallele: Anfang der 2000er Jahre führten Schwellenländer die globalen Aktienmärkte an und zogen massiv Kapital an. Die anschließenden 10 bis 15 Jahre seien jedoch von Underperformance und Enttäuschung geprägt gewesen, was viele Investoren an die Seitenlinie gedrängt habe. Heiskell glaubt nun, dass dieses Kapital kurz vor der Rückkehr stehe – ein Signal, das Anleger aufmerksam verfolgen sollten.

Zusammenfassend zeichnen die drei Experten ein differenziertes Bild: Europäische Aktien bieten Substanz zu günstigen Bewertungen, der Verteidigungssektor bleibt strukturell interessant, und Schwellenländer könnten nach langer Durststrecke wieder in die Offensive gehen.

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