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Drei Fed-Falken fordern Zinserhöhung: Warnung vor Stagflation wie in den 1970ern

Kashkari, Hammack und Logan stimmten gegen die Zinspause – der stärkste Widerstand im FOMC seit 2016.

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Drei Fed-Falken fordern Zinserhöhung: Warnung vor Stagflation wie in den 1970ern

Drei Mitglieder des US-Notenbank-Ausschusses haben bei der jüngsten Fed-Sitzung ein deutliches Zeichen gesetzt: Sie stimmten gegen die Mehrheit und forderten eine sofortige Zinserhöhung. Der Offenmarktausschuss (FOMC) beschloss am 28. und 29. Juli mit 9 zu 3 Stimmen, den Leitzins unverändert bei 3,50 % bis 3,75 % zu belassen. Es war bereits das fünfte Mal in Folge, dass die Federal Reserve eine Zinspause einlegte.

Die Gegenstimmen kamen von Neel Kashkari (Minneapolis), Beth Hammack (Cleveland) und Lorie Logan (Dallas). Alle drei votierten für eine sofortige Anhebung des Leitzinses um 0,25 Prozentpunkte. Der Widerstand innerhalb des Gremiums ist damit so stark wie zuletzt im Jahr 2016 – ein bemerkenswertes Signal aus den Reihen der Zentralbank.

Inflation seit über fünf Jahren über dem Ziel

Kashkari lieferte eine nüchterne Bestandsaufnahme: Die Inflation liegt nun seit mehr als fünf Jahren in Folge über dem 2-Prozent-Ziel der Fed. Zwar hätten anfangs angebotsseitige Schocks wie Pandemie-Engpässe, der Krieg in der Ukraine, Handelsstreitigkeiten und Konflikte im Nahen Osten die Preise in die Höhe getrieben. Doch Kashkari identifizierte einen bedeutenden neuen Nachfragefaktor: den milliardenschweren Boom bei KI-Rechenzentren, der die Wirtschaft zusätzlich anheize.

In direkter Parallele zur Stagflation der 1970er-Jahre warnte Kashkari vor den Folgen eines zu langen Zögerns. „Ich würde die Geldpolitik lieber schrittweise straffen, während wir weitere Daten sammeln, als abzuwarten und später potenziell drastischere Maßnahmen ergreifen zu müssen", erklärte er. Die Botschaft ist klar: Kleine, präventive Schritte heute sollen Notfallmaßnahmen von morgen verhindern.

Kostendruck weitet sich auf ganze Sektoren aus

Beth Hammack aus Cleveland schloss sich dieser Dringlichkeit an. Sie argumentierte, dass die derzeitige Geldpolitik angesichts einer Arbeitslosenquote nahe der Vollbeschäftigung schlichtweg nicht restriktiv genug sei. Unternehmensführer in ihrem Distrikt berichten demnach, dass der Kostendruck nicht nachlässt, sondern sich auf ganze Sektoren ausweitet.

„Je länger die hohe Inflation anhält, desto schwieriger und kostspieliger kann es werden, sie wieder zu senken", warnte Hammack. Logans vollständige Erklärung wurde nach der Sitzung noch nicht offiziell veröffentlicht, doch deckt sich ihr Votum mit ihren jüngsten öffentlichen Warnungen, wonach die Geldpolitik möglicherweise weiter gestrafft werden müsse.

Alle drei Abweichler teilen eine zentrale Befürchtung: Wenn die Fed heute aus Vorsicht zögert, wird sich die hohe Inflation tief in der Wirtschaft festsetzen. Dies würde die Zentralbank dazu zwingen, zu einem späteren Zeitpunkt weitaus stärker auf die Bremse zu treten – mit potenziell schmerzhaften Folgen für Konjunktur und Beschäftigung. Für deutsche Anleger ist die Entwicklung bei der Fed von besonderer Bedeutung, da US-Zinsentscheidungen die globalen Kapitalmärkte und den Wechselkurs des Euro maßgeblich beeinflussen.

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