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Dr.-Martens-Chef kauft Aktien und setzt auf Neustart

CEO Ije Nwokorie investiert 85.613 Pfund in eigene Aktien – ein klares Signal für Vertrauen in die neue Unternehmensstrategie.

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Dr.-Martens-Chef kauft Aktien und setzt auf Neustart

Der Chef von Dr. Martens, Ije Nwokorie, hat vergangene Woche 112.500 Aktien des britischen Schuhunternehmens zu je 76 Pence erworben. Die Gesamtinvestition beläuft sich auf 85.613 Britische Pfund. Solche sogenannten Directors' Dealings – also Aktienkäufe durch Unternehmensinsider – gelten am Markt als starkes Vertrauenssignal.

Der Kauf kommt zu einem bemerkenswerten Zeitpunkt: Dr. Martens steckt mitten in einer tiefgreifenden Neuausrichtung. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Camden, London, ist vor allem als Hersteller der ikonischen Punk-Rock-Stiefel bekannt – doch für Investoren ist die Marke vor allem als Teil des unglückseligen Börsenjahrgangs 2021 in Erinnerung geblieben.

Vom Börsenhoch zum Absturz

Nach dem Londoner Börsengang 2021 erreichte die Aktie Kurshöchststände von 500 Pence. Ein Konsumboom nach der Pandemie befeuerte zunächst die Euphorie. Doch Lagerprobleme, eine abkühlende Nachfrage und ein missglückter US-Expansionsplan sorgten für einen raschen Absturz. Die Zölle von US-Präsident Trump am sogenannten „Tag der Befreiung" im April des vergangenen Jahres beschleunigten den Kursverfall weiter – der Tiefstand lag bei lediglich 49 Pence.

Damit verlor die Aktie vom Hoch bis zum Tief rund 90 Prozent ihres Wertes – ein drastischer Einbruch, der das Unternehmen zu einem Sinnbild für die gescheiterten Börsengänge jener Ära machte.

Neue Strategie unter neuem Chef

Unter CEO Ije Nwokorie verfolgt Dr. Martens nun einen anderen Kurs. Die Neuausrichtung zielt darauf ab, den Vertriebsansatz neu auszubalancieren: Statt den Eigenvertrieb um jeden Preis zu priorisieren, setzt das Unternehmen künftig stärker auf die Zusammenarbeit mit Großhändlern, um eine breitere Kundenbasis zu erreichen. Zudem hat die Gruppe ihr Schuhsortiment erweitert, um die starke Abhängigkeit vom Kernprodukt Stiefel zu reduzieren.

Bemerkenswert ist auch die Selbstkritik des Managements: Anstatt schwache Zahlen allein auf die schlechte Konsumstimmung zu schieben, räumte das Führungsteam auch die Rolle der eigenen Organisationsstruktur ein, die die Performance eingeschränkt habe. Nwokorie vereinfachte sein Führungsteam daraufhin im April 2026.

Erste Zeichen der Erholung

Die frühen Ergebnisse der Neuausrichtung stimmen vorsichtig optimistisch. Im Geschäftsjahr bis März 2026 stieg der bereinigte Vorsteuergewinn um 61 Prozent. Der Umsatz ging zwar leicht zurück, was das Management jedoch als bewusste Folge der Strategie wertet: Dr. Martens will seine Abhängigkeit von Rabattierungen gezielt reduzieren, was kurzfristig auf den Umsatz drückt, langfristig aber die Margenqualität verbessern soll.

„Obwohl bei der Neuausrichtung noch Arbeit vor uns liegt, sind wir mit den Fortschritten zufrieden", sagte Nwokorie gegenüber Analysten. Mit seinem jüngsten Aktienkauf untermauert er diese Aussage nun auch mit eigenem Kapital – ein Zeichen, das Anleger in der Regel als positives Signal werten.

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