DoorDash vor Übernahme von Instacart: Deal könnte diese Woche stehen
DoorDash steht kurz vor der Übernahme von Instacart – der Deal könnte diese Woche finalisiert werden und den Lieferdienst mit rund 17 Milliarden US-Dollar bewerten.

Der US-Lieferdienst DoorDash steht offenbar kurz vor der Übernahme von Instacart. Der Deal könnte bereits in dieser Woche finalisiert werden und würde Instacart mit rund 17 Milliarden US-Dollar bewerten. Das berichteten mit der Sache vertraute Personen gegenüber der Redaktion. Eine Garantie, dass es tatsächlich zu einem Abschluss kommt, gibt es allerdings nicht.
Instacart, das 2023 an die Börse ging, hatte vor der Berichterstattung des Wall Street Journal über die fortgeschrittenen Verhandlungen einen Marktwert von rund 13 Milliarden US-Dollar. Nach der Meldung stiegen die Aktien um etwa 5 Prozent. Der Sprung zeigt, wie deutlich der Markt einen Zusammenschluss der beiden großen US-Lieferplattformen einpreist.
Für deutsche Anleger ist die Nachricht vor allem deshalb relevant, weil sie einen weiteren Schritt der Konsolidierung im US-amerikanischen Liefer- und Onlinehandelsmarkt markiert. Beide Unternehmen sind an der Nasdaq gelistet und über Handelsplätze sowie Broker auch hierzulande handelbar. Die Bewertung von rund 17 Milliarden US-Dollar liegt spürbar über dem Marktwert, den Instacart vor Bekanntwerden der Gespräche aufwies.
Die Details
Im Zentrum der Berichterstattung steht eine mögliche Transaktion, die DoorDash und Instacart zusammenführen würde. Der genannte Wert von rund 17 Milliarden US-Dollar für Instacart stammt aus Angaben von Personen, die mit der Sache vertraut sind. Vor der Berichterstattung des Wall Street Journal über die fortgeschrittenen Verhandlungen lag der Marktwert von Instacart bei rund 13 Milliarden US-Dollar.
Der Zeitrahmen ist eng gesteckt: Der Deal könnte bereits in dieser Woche finalisiert werden. Zugleich betonen die Quellen ausdrücklich, dass es keine Garantie für einen Abschluss gibt. Die Aktien von Instacart reagierten auf die Meldung mit einem Anstieg von etwa 5 Prozent. Damit spiegelt der Kurs die Erwartung wider, dass ein Zusammenschluss zustande kommt – ohne dass dies bereits gesichert wäre.
Hintergrund: Was bisher geschah
Bereits am 15.09.2026 berichtete aktien.news, dass die Aktien des US-Lieferdienstes Instacart (Maplebear, NASDAQ:CART) am Vormittag um 3,5 Prozent gefallen waren und zeitweise bei 47,76 US-Dollar notierten. Damit setzte sich der Abwärtstrend der vergangenen Woche fort, in der die Papiere bereits rund sechs Prozent verloren hatten. Hauptauslöser waren damals Berichte des Research-Instituts Edgewater Research, das auf Indizien vom Konkurrenten DoorDash (NASDAQ:DASH) verwies, die auf eine wahrscheinlicher werdende Partnerschaft mit dem Einzelhandelsriesen Costco (NASDAQ:COST) hindeuteten. Ein solcher Deal hätte das bis dahin quasi-exklusive Verhältnis zwischen Instacart und Costco in den USA infrage gestellt.
Am 24.10.2026 berichtete aktien.news, dass die Aktie von Maplebear Inc. – vielen Anlegern besser bekannt als Instacart – im After-Hours-Handel um 0,6 Prozent nachgab und bei 56,12 US-Dollar notierte. Zuvor hatte das Papier während der regulären Handelszeit ein neues 52-Wochen-Hoch von 57,98 US-Dollar markiert. Auslöser des kräftigen Tagesgewinns war ein hochkarätiger Bericht, dem zufolge das Unternehmen einen Verkauf prüft und erste Gespräche mit Uber und DoorDash führt. Nach Angaben aus dem Bericht arbeitet Maplebear mit einer Investmentbank zusammen, um seine strategischen Optionen zu bewerten. Ein für Übernahmen typischer Aufschlag von 30 bis 40 Prozent würde rechnerisch eine höhere Bewertung ergeben.
Ebenfalls relevant für das Umfeld: Am 30.09.2026 meldete aktien.news, dass DoorDash sein Geschäft deutlich ausweitet. Der vor allem für die Lieferung von Mahlzeiten bekannte Dienst kündigte an, sein Sortiment um weitere Kleidung, Schuhe und andere Artikel zu erweitern. Damit reagiert das Unternehmen auf ein verändertes Kaufverhalten der Amerikaner, die zunehmend mehr als nur Essen auf Abruf wünschen. Zu den neuen Partnern zählen nach Unternehmensangaben Timberland und Vans sowie die Einzelhändler Anthropologie, Macy's und The North Face.
Was das für Anleger bedeutet
Für deutsche Privatanleger, die in US-Lieferdienste investiert sind, rückt mit der möglichen Übernahme die Bewertungsfrage in den Vordergrund. Der genannte Kaufpreis von rund 17 Milliarden US-Dollar liegt über dem Marktwert von rund 13 Milliarden US-Dollar, den Instacart vor der Berichterstattung aufwies. Solche Aufschläge sind bei Übernahmen üblich – in der früheren Berichterstattung war von einem branchentypischen Aufschlag von 30 bis 40 Prozent die Rede.
Zugleich bleibt das Risiko eines Scheiterns bestehen: Die Quellen schließen ausdrücklich aus, dass ein Abschluss garantiert ist. Anleger sollten daher sowohl den Kursanstieg von etwa 5 Prozent als auch die Unsicherheit über das Zustandekommen des Geschäfts im Blick behalten. Die früheren Berichte zeigen zudem, wie stark die Instacart-Aktie auf Nachrichten rund um Partnerschaften und strategische Optionen reagiert – sowohl nach oben als auch nach unten.
Ausblick
Nach dem aktuellen Stand der Berichterstattung könnte der Deal bereits in dieser Woche finalisiert werden. Ob es tatsächlich dazu kommt, ist offen, da eine Garantie dafür nicht besteht. Die im Oktober 2026 berichteten Gespräche mit Uber und DoorDash sowie die Zusammenarbeit von Maplebear mit einer Investmentbank zur Bewertung der strategischen Optionen bilden den Hintergrund der aktuellen Verhandlungen.
Kurz erklärt
- Marktkapitalisierung: Der Gesamtwert eines börsennotierten Unternehmens, berechnet aus dem Aktienkurs und der Anzahl der ausstehenden Aktien.
- Börsengang: Der erstmalige Verkauf von Aktien eines Unternehmens an der Börse, englisch IPO genannt.
- Übernahmeprämie: Der Aufschlag, den ein Käufer über den aktuellen Börsenwert eines Unternehmens hinaus bietet, um Aktionäre zum Verkauf zu bewegen.
