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Deutschlandticket steigt 2026 auf 63 Euro

Bund und Länder sichern Finanzierung, Kritik an Belastung für Fahrgäste wächst

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Deutschlandticket steigt 2026 auf 63 Euro

Das Deutschlandticket im Nahverkehr soll ab Januar 2026 monatlich 63 Euro kosten. Darauf einigten sich die Verkehrsminister der Bundesländer bei einer Sonderkonferenz in München. Bereits zu Beginn des Jahres 2025 war der Preis von 49 auf 58 Euro gestiegen. Damit verteuert sich das bundesweit gültige Ticket, das seit Mai 2023 erhältlich ist, innerhalb kurzer Zeit erneut. Hintergrund sind langwierige Finanzverhandlungen zwischen Bund und Ländern, die nun mit einem Kompromiss abgeschlossen wurden. Beide Seiten stellen bis 2030 jeweils 1,5 Milliarden Euro zur Verfügung.

Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter sprach von einem wichtigen Schritt für Planungssicherheit. Ab 2027 soll der Preis des Tickets nach einem festen Mechanismus automatisch angepasst werden, um wiederkehrende Verhandlungen zu vermeiden. Dabei sind auch Preissenkungen möglich, sollte sich eine Deflation abzeichnen. Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder betonte, die nun erzielte Lösung eröffne Chancen, etwa durch eine stärkere Verbreitung von Jobticket-Angeboten. Rund 14 Millionen Menschen nutzen nach Branchenangaben derzeit das Deutschlandticket.

Die Finanzierung des Angebots bleibt für Bund, Länder und Verkehrsunternehmen eine Herausforderung. Das stark subventionierte Ticket führt zu Einnahmeausfällen, da frühere Abos teurer waren. Ohne die nun beschlossene „Dynamisierung“ wäre nach Berechnungen des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen bereits 2026 eine Lücke von rund 800 Millionen Euro entstanden. Präsident Ingo Wortmann erklärte, allein durch die Preiserhöhung lasse sich diese Lücke nicht vollständig schließen. Weitere Maßnahmen wie intensivere Werbung, vereinfachte Tarife und ein verstärkter Vertrieb, insbesondere über Jobtickets, seien notwendig.

Nicht alle politischen Stimmen bewerten die Einigung gleich. Während die saarländische Verkehrsministerin Petra Berg von einem Meilenstein sprach und das große Potenzial des Tickets betonte, äußerte Niedersachsens Verkehrsminister Grant Hendrick Tonne die Sorge, dass Menschen mit geringem Einkommen den Kauf künftig überdenken könnten. Nordrhein-Westfalens Verkehrsminister Oliver Krischer kritisierte, die Bundesregierung sei von ihrer Zusage aus dem Koalitionsvertrag abgerückt, den Preis bis 2029 stabil zu halten. Thüringens Minister Steffen Schütz sah in der Erhöhung dagegen den einzig gangbaren Kompromiss.

Auch Verbände und Verbrauchervertreter meldeten Bedenken an. Die Allianz Pro Schiene warnte, die Preiserhöhung könne viele Nutzer abschrecken und kaum zu steigenden Abozahlen führen. Kritisiert wurde zudem, dass der Bund Milliarden für die Pendlerpauschale bereitstelle, die Finanzierungslücke beim Deutschlandticket jedoch nicht schließe. Die Verbraucherzentralen sprachen von einem gebrochenen Versprechen und einer Enttäuschung für die Fahrgäste.

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