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Deutsche Bank verzeichnet Quartalsverlust

Rückstellungen für Postbank-Rechtsstreit belasten die Bilanz erheblich

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Deutsche Bank verzeichnet Quartalsverlust

Die Deutsche Bank hat im zweiten Quartal einen Verlust von 143 Millionen Euro verzeichnet, was vor allem auf eine milliardenschwere Rückstellung für einen Rechtsstreit um die Postbank-Übernahme zurückzuführen ist. Der DAX-Konzern teilte in Frankfurt mit, dass dies der erste Quartalsverlust seit Anfang 2020 sei. Analysten hatten bereits mit einem solchen Verlust gerechnet. Im Vergleich zum Vorjahr, in dem die Bank noch 763 Millionen Euro verdient hatte, ist dies ein signifikanter Rückgang.

Die Hauptursache für die roten Zahlen ist ein juristischer Streit im Zusammenhang mit der 2010 abgeschlossenen Übernahme der Postbank. Der Konzern stellt sich auf eine Nachzahlung ein, die bis zu 700 Millionen Euro betragen könnte, zuzüglich Zinsen von rund 600 Millionen Euro, die sich über 14 Jahre angesammelt haben. Das Oberlandesgericht Köln hat angedeutet, dass den Postbank-Aktionären möglicherweise ein höherer Preis zugestanden hätte. Die Deutsche Bank prüft nun sorgfältig, ob sie einem Vergleich zustimmt, obwohl sie die Forderungen der Kläger weiterhin für unbegründet hält. Sollte es nicht zu einer außergerichtlichen Einigung kommen, wird das Gericht am 21. August eine Entscheidung fällen.

Die Übernahme der Postbank sollte ursprünglich die Kundenbasis der Deutschen Bank erweitern und das Geschäft unabhängiger vom Investmentbanking machen. Allerdings hat die Postbank in den letzten Jahren immer wieder für negative Schlagzeilen gesorgt. So kam es im vergangenen Jahr zu erheblichen Problemen bei der Integration der IT-Systeme der Postbank in die der Deutschen Bank, was zu zahlreichen Beschwerden von Kunden führte, die wochenlang nicht auf ihre Konten zugreifen konnten. Dieses Desaster rief sogar die Finanzaufsicht BaFin auf den Plan und wurde von den Aktionären als "Blamage" kritisiert.

Trotz des Verlustes erzielte die Deutsche Bank ohne Berücksichtigung der Rückstellung einen Vorsteuergewinn von 1,7 Milliarden Euro, verglichen mit 1,4 Milliarden Euro im Vorjahresquartal. Besonders das operative Geschäft der Investmentbank lief gut, mit einem Ertragsanstieg von zehn Prozent auf 2,6 Milliarden Euro. Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing betonte, dass die Bank weiterhin auf einem guten Weg sei, ihre Ziele für 2025 zu erreichen, einschließlich der geplanten Ausschüttungen an die Aktionäre.

Die Serie von 15 Gewinn-Quartalen wurde durch den aktuellen Verlust unterbrochen, was auch auf den fortgesetzten Sparkurs von Sewing zurückzuführen ist. Dieser erklärte, dass es weiteren Spielraum für Einsparungen gebe, da das Effizienzprogramm der Bank Fortschritte mache. Finanzchef James von Moltke fügte hinzu, dass jede weitere Effizienzsteigerung zusätzlichen Spielraum für Investitionen schaffe.

Die Deutsche Bank hat außerdem angekündigt, dass die Risikovorsorge im laufenden Jahr höher ausfallen könnte als ursprünglich angenommen. Für 2024 erwartet die Bank nun, dass die Risikovorsorge leicht über 30 Basispunkten des durchschnittlichen Kreditbuchs liegen wird. Im zweiten Quartal stieg die Risikovorsorge im Kreditgeschäft auf 476 Millionen Euro, verglichen mit 401 Millionen Euro im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

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