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Anstieg von Phishing-Betrug belastet Bankkunden

Sicherheitslücken und Echtzeitzahlungen erhöhen das Risiko erheblich

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Anstieg von Phishing-Betrug belastet Bankkunden

Verbraucherschützer üben scharfe Kritik an den Sicherheitslücken von Banken, da diese Phishing erleichtern. Kunden tragen oft den finanziellen Verlust, wenn ihre Daten auf diese Weise gestohlen werden. Betrüger versuchen häufig, durch Phishing-E-Mails Zugangsdaten zum Onlinebanking zu erlangen. Besonders betroffen sind Kunden der Sparkassen, der Hypo-Vereinsbank und der Neobank N26. Diese erhalten vermehrt Phishing-Nachrichten per E-Mail, SMS oder WhatsApp, in denen sie aufgefordert werden, ihre Konto- oder Zahlungsdaten zu aktualisieren oder virtuelle Bankkarten freizuschalten.

Laut dem Bundeskriminalamt (BKA) hat der Betrug mit Karten und Konten deutlich zugenommen. Im vergangenen Jahr registrierte das BKA rund 90.000 Fälle, was einem Anstieg von 14 Prozent im Vergleich zu 2022 und 45 Prozent gegenüber 2018 entspricht. Diese Zunahme ist vor allem auf Phishing-Angriffe zurückzuführen, bei denen Passwörter und Sicherheitscodes abgefischt werden. Kunden bleiben häufig auf dem Schaden sitzen, da Banken gestohlenes Geld nur dann ersetzen, wenn der Verbraucher nicht grob fahrlässig gehandelt hat. Claudio Zeitz-Brandmeyer vom Bundesverband der Verbraucherzentralen (VZBV) betont, dass dies im Einzelfall entschieden werde.

Achim Tiffe von der Hamburger Anwaltskanzlei Juest+Oprecht weist darauf hin, dass Erstattungen kein Selbstläufer sind. Oft bieten Banken nur an, die Hälfte des Schadens zu erstatten, wenn Verbraucher sich beschweren oder klagen. Die europäische Bankenaufsicht Eba hat ermittelt, dass Bankkunden beim Betrug rund ums Onlinebanking fast 80 Prozent der Schäden selbst tragen, beim Kartenbetrug sind es etwa 50 Prozent. Banken betonen, dass sie Kunden nie per Telefon, SMS oder E-Mail nach den Onlinebanking-Zugangsdaten fragen würden und prüfen jeden Fall individuell.

Die Finanzaufsicht Bafin unterstreicht die Bedeutung der Wachsamkeit der Kunden, um Phishing-Betrug einzudämmen. Banken und Sparkassen rüsten kontinuierlich auf, aber auch Kriminelle werden raffinierter. Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) macht Betrugsversuche schwieriger zu erkennen, und Echtzeitüberweisungen verschärfen das Problem zusätzlich. Sofortzahlungen bieten Betrügern sichere Erfolge, da diese in Sekunden ausgeführt werden und keine Zeit bleibt, die Überweisung zu stoppen. Die niederländische Smartphonebank Bunq hält seit Anfang Juni bestimmte Echtzeitzahlungen für 24 Stunden auf, um Phishing-Angriffe zu verhindern.

In der Europäischen Union werden derzeit neue Vorgaben für Banken diskutiert, um Phishing-Betrug zu verhindern. Verbraucherschützer fordern, dass Bankkunden nicht mehr pauschal grobe Fahrlässigkeit vorgeworfen wird, wenn sie Opfer von Betrug werden. Es müsse immer die Umstände betrachtet werden, unter denen eine Zahlung freigegeben wurde. Die Bankenaufsicht Eba betont, dass weitere Sicherheitsmaßnahmen nötig seien, die über die bisherigen Überlegungen hinausgehen.

BankensektorCybersicherheitPhishing

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