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Deutsche Bahn und GDL einigen sich auf neuen Tarifvertrag

Ohne Streiks: Bahn und Lokführergewerkschaft GDL erzielen in der Nacht auf Freitag überraschend schnell eine Tarifeinigung.

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Deutsche Bahn und GDL einigen sich auf neuen Tarifvertrag

Die Deutsche Bahn und die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) haben sich in der Nacht auf Freitag auf einen neuen Tarifvertrag geeinigt. Damit sind drohende Warnstreiks im bundesweiten Bahnverkehr vorerst vom Tisch. Details zur Einigung will Bahn-Personalvorstand Martin Seiler um 11.00 Uhr vorstellen.

Für Bahnreisende und Pendler bedeutet das Ergebnis Planungssicherheit. Auch die konkurrierende Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) ist bis Ende 2027 tarifvertraglich gebunden und kann ebenfalls keine Arbeitskämpfe ausrufen. Hinweis: Die für Freitag und Samstag angekündigten Warnstreiks im öffentlichen Nahverkehr betreffen die Deutsche Bahn nicht – Regional- und S-Bahn-Verbindungen fahren planmäßig.

Erste streikfreie GDL-Runde seit 2018

Die abgeschlossene Tarifrunde ist historisch bemerkenswert: Es ist das erste Mal seit 2018, dass Bahn und GDL ohne Arbeitskämpfe zu einer Einigung gelangen. Unter dem langjährigen GDL-Chef Claus Weselsky waren Streiks ein bewährtes Druckmittel. Sein Nachfolger Mario Reiß, der die Verhandlungen erstmals als neuer Bundesvorsitzender führte, setzt offenbar auf einen kooperativeren Kurs.

Die Verhandlungen starteten Anfang Januar, nachdem der bisherige Tarifvertrag Ende Dezember ausgelaufen war. In fünf Runden mit insgesamt 13 genutzten von 14 geplanten Verhandlungstagen fanden beide Seiten eine Lösung. Bis Ende Februar galt zudem eine Friedenspflicht, die Streiks in dieser Phase ausschloss.

GDL forderte 8 Prozent – Bahn bot 3,8 Prozent

Die GDL war mit einer Forderung von 8 Prozent mehr Lohn in die Verhandlungen gegangen. Davon sollten 3,8 Prozent durch eine direkte Entgelterhöhung erzielt werden, der Rest über Umstrukturierungen im Tarifsystem – konkret durch die Einführung einer neuen Entgeltstufe.

Die Deutsche Bahn hatte zuletzt ein Angebot vorgelegt, das eine Lohnerhöhung von 3,8 Prozent in zwei Schritten sowie weitere 2,2 Prozent durch Tarifsystemanpassungen vorsah. Ergänzend schlug der Konzern eine Einmalzahlung von 400 Euro vor. Streitpunkt blieb bis zuletzt die Laufzeit: Die Bahn bestand auf 30 Monate, die GDL wollte nur zwölf.

Ein weiterer Konfliktpunkt betraf das Tarifeinheitsgesetz, das vorschreibt, in einem Betrieb nur den Tarifvertrag der mitgliederstärksten Gewerkschaft anzuwenden. In den meisten der rund 300 Bahn-Betriebe ist das die EVG – ein struktureller Nachteil für die GDL, über den ebenfalls verhandelt wurde. Wie der endgültige Kompromiss in diesen strittigen Punkten aussieht, soll die Pressekonferenz am Freitagvormittag zeigen.

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