Britische Jugendarbeitslosigkeit: Fast eine Million NEETs ohne Perspektive
Knapp 957.000 junge Briten sind weder in Arbeit noch in Ausbildung – der zweithöchste Stand seit über einem Jahrzehnt.

Fast eine Million junger Menschen in Großbritannien befinden sich in einer wirtschaftlichen Sackgasse. Laut offiziellen Daten vom Donnerstag stieg die Zahl der sogenannten NEETs – junge Menschen zwischen 16 und 24 Jahren, die weder erwerbstätig noch in Ausbildung oder Studium sind – im letzten Quartal 2025 auf 957.000. Das entspricht dem zweithöchsten Stand seit mehr als einem Jahrzehnt.
Im Vorquartal lag die Zahl noch bei 946.000. Den bisherigen Rekord seit 2014 markierte das vierte Quartal 2024 mit 971.000 betroffenen Jugendlichen. Die aktuelle NEET-Quote beträgt 12,8 Prozent der Erwerbsbevölkerung, nach 12,7 Prozent im Vorquartal. Das Zehnjahreshoch von 13,2 Prozent aus dem Vorjahr wurde damit knapp unterschritten.
Was steckt hinter den Zahlen?
Die NEET-Quote gilt unter Ökonomen als aussagekräftigerer Indikator für strukturelle Probleme am Arbeitsmarkt als die klassische Jugendarbeitslosenquote. Letztere erreichte im letzten Quartal 2025 ebenfalls ihren höchsten Stand seit zehn Jahren. Die Arbeitslosenquote der 16- bis 64-Jährigen insgesamt lag bei 16,1 Prozent.
Huw Pill, Chefökonom der Bank of England, lieferte diese Woche vor einem parlamentarischen Ausschuss eine Erklärung für den Trend. Er machte die Anhebung des Mindestlohns sowie gestiegene Sozialversicherungsbeiträge für Arbeitgeber mitverantwortlich dafür, dass es für junge Menschen schwieriger geworden sei, einen Einstieg in den Arbeitsmarkt zu finden.
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Zur AktienanalyseFür deutsche Beobachter ist die Entwicklung bemerkenswert: Während Deutschland trotz konjunktureller Schwäche eine vergleichsweise niedrige Jugendarbeitslosenquote von rund 6 Prozent aufweist, kämpft Großbritannien mit strukturellen Problemen, die sich seit der Pandemie verschärft haben. Die britische Regierung steht damit unter zunehmendem Druck, gezielte Maßnahmen zur Arbeitsmarktintegration junger Menschen zu entwickeln.

