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DAX vor Fed und EZB: Tech-Bilanzen im Fokus

Der DAX startet freundlich, doch Notenbank-Entscheidungen und Tech-Quartalszahlen dürften die Richtung vorgeben.

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DAX vor Fed und EZB: Tech-Bilanzen im Fokus

Der deutsche Leitindex dürfte am Montag mit leichten Gewinnen in den Handel starten. Der Broker IG Markets taxiert den DAX vor dem Xetra-Start 0,2 Prozent höher auf 25.238 Punkte. Am Freitag hatte der Index noch 0,7 Prozent auf 25.181 Punkte verloren, auf Wochensicht summiert sich das Minus auf 1,7 Prozent. Die Anleger blicken damit auf eine Woche, in der gleich mehrere schwergewichtige Ereignisse zusammenkommen.

Denn in den kommenden Tagen stehen sowohl Zinsentscheidungen der Federal Reserve als auch der Europäischen Zentralbank auf dem Programm. Die EZB wird ihre Entscheidung am Donnerstag verkünden. An den Märkten hoffen viele Investoren auf unveränderte Leitzinsen, obwohl eine weitere Zinserhöhung im Dezember sowohl bei der Fed als auch bei der EZB als wahrscheinlich gilt. Steigende Zinsen sind am Aktienmarkt traditionell unbeliebt, weil höhere Renditen Anleger in Rentenpapiere locken und Aktien im Vergleich dazu weniger attraktiv erscheinen lassen.

Notenbanken im Spannungsfeld der Inflation

Die Notenbanken hatten in der Vergangenheit mit Zinserhöhungen auf die steigende Inflation reagiert. Vor diesem Hintergrund ist die aktuelle Gemengelage für Anleger schwer zu deuten. Robert Greil von Merck Finck bringt die Zwickmühle der Fed auf den Punkt: "Die weiter steigende US-Inflation spricht eigentlich klar für eine Leitzinserhöhung, dennoch dürfte sich die Fed so kurz vor den Wahlen eher zurückhalten, wie sie das historisch meist gemacht hat." Die Fed tagt diesmal nur sechs Tage vor den US-Zwischenwahlen – ein Zeitfenster, in dem sich die Notenbank historisch meist zurückgehalten hat.

Neben den geldpolitischen Signalen richtet sich der Blick auf die laufende Berichtssaison. In dieser Woche legen gleich mehrere Tech-Schwergewichte ihre Zahlen vor: Alphabet, Microsoft und Amazon werden ihre Bilanzen präsentieren. Die Erwartungen an diese Unternehmen sind hoch – und genau darin liegt das Risiko. Enttäuschen die Ergebnisse, könnte das die Stimmung an den Märkten belasten.

Auch hierzu gibt es eine warnende Stimme. Thomas Altmann von QC Partners sagt: "Zu den Sorgen über die hohen Energiepreise gesellen sich die Sorgen über möglicherweise zu teure Bewertungen der KI-Unternehmen." Damit spricht er einen zentralen Unsicherheitsfaktor an: Wie lange der aktuelle KI-Boom tatsächlich anhält, ist weiterhin ungeklärt. Der Ölpreis bleibt derweil hoch und belastet die Rahmenbedingungen zusätzlich.

Deutsche Schwergewichte legen Zahlen vor

Auch hierzulande wird es in dieser Woche ernst. Aus dem DAX berichten BASF, die Deutsche Bank, Mercedes-Benz und Volkswagen über ihre Quartalsergebnisse. Die Berichtssaison fällt bislang uneinheitlich aus, viele Unternehmen kämpfen mit schwierigen Rahmenbedingungen. Für Privatanleger bedeutet das, dass sie die vorgelegten Zahlen nicht nur mit den Vorjahreswerten, sondern auch mit den Erwartungen des Marktes vergleichen sollten. Enttäuscht ein Unternehmen die Prognosen, kann die Aktie trotz solider Geschäfte unter Druck geraten.

Die asiatischen Aktienmärkte gaben zum Wochenauftakt überwiegend nach. In Tokio verlor der Nikkei-Index 0,4 Prozent auf 62.431 Punkte. Die Börse Shanghai notierte 0,2 Prozent schwächer bei 3.683 Punkten, der Index für Shanghai und Shenzhen fiel um 0,5 Prozent auf 4.083 Punkte. Diese Zurückhaltung passt zum Bild einer abwartenden Haltung vor den großen Terminen der Woche.

Für Anleger bleibt die zentrale Frage, ob die Börsen tatsächlich Belege für ein nachhaltiges Wachstum erhalten. Die aktuellen Kurse spiegeln bereits viel Optimismus wider – insbesondere bei den Tech-Werten. Erst wenn die vorgelegten Bilanzen und die Signale der Notenbanken Klarheit bringen, dürfte sich zeigen, ob die jüngste Schwächephase nur eine Verschnaufpause war oder der Beginn einer längeren Korrektur.

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