DAX verliert trotz Siemens-Rekordgewinn an Fahrt
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Am gestrigen Handelstag musste der DAX anfänglich höhere Gewinne wieder abgeben, beeinflusst von einer rückläufigen Wall Street. Trotz eines starken Starts schloss der deutsche Leitindex bei 15.786 Punkten, nahe seines Tagestiefs. Der Tagesgewinn beschränkte sich auf 0,24 Prozent, dennoch war es der vierte aufeinanderfolgende Tag im Plus. Zwischenzeitlich hatte der Index die Marke von 15.800 Punkten überschritten, erreichte sein Tageshoch bei 15.862 Zählern. Seit Beginn des Monats verzeichnet der DAX ein Kursplus von bis zu 6,9 Prozent, was den November als einen der besten Monate auf den Kapitalmärkten bestätigt. Im Gegensatz dazu verlor der MDAX, der Index der mittelgroßen Unternehmen, um 1,84 Prozent.
Trotz einer kleinen Verschnaufpause sehen Strategen weiterhin Luft nach oben an den Aktienmärkten. Frank Sohlleder, Marktstratege beim Broker ActivTrades, bemerkte, dass zwar das Tempo des Anstiegs nicht mehr so rasant sei wie vor einigen Tagen, es aber dennoch konstant erscheine. Die Hoffnung auf baldige Zinssenkungen der US-Notenbank, aufgrund einer rückläufigen Inflation in den USA, hatte die Rally ausgelöst. Es scheint, als sei die Hoffnung zurückgekehrt, dass sich die wirtschaftlichen Wolken allmählich lichten könnten.
Ein bedeutender Einfluss auf die DAX-Entwicklung an diesem Tag war die Siemens-Aktie. Der Technologiekonzern meldete einen Rekordgewinn von 8,5 Milliarden Euro nach Steuern, fast doppelt so viel wie im Vorjahr. Siemens plant auch ein neues Aktienrückkaufprogramm über fünf Jahre mit einem Volumen von bis zu sechs Milliarden Euro. Diese Nachrichten führten zu einem Kursplus von 5,7 Prozent bei der Siemens-Aktie und trugen dazu bei, den DAX in die Gewinnzone zu bringen.
In einer weiteren Entwicklung plant Siemens, seine Motoren- und Großantriebssparte, Innomotics, an die Börse zu bringen. Gleichzeitig werden auch Angebote von Dritten für das Geschäft geprüft. Die Verselbstständigung von Innomotics ist bereits weitestgehend abgeschlossen, und das neue Unternehmen beschäftigt 15.000 Mitarbeiter. Die Wall Street verzeichnete gestern eine negative Entwicklung, nachdem sie zunächst uneinheitlich eröffnet hatte. Der Dow Jones und die Technologiebörse Nasdaq verloren beide etwa 0,4 Prozent, während der breite S&P-500-Index knapp 0,3 Prozent schwächer abschnitt. Dies folgte einem bereits gestrigen Rückgang der Aufwärtsdynamik an der Wall Street, obwohl die großen Indizes immer noch kleine Gewinne verzeichneten.
Investoren richteten ihr Augenmerk auf eine Reihe von Konjunkturdaten sowie auf die enttäuschenden Ergebnisse von Walmart und Cisco. Die Umsätze und bereinigten operativen Gewinne von Walmart stiegen zwar, jedoch konnten sie die hohen Markterwartungen nur teilweise erfüllen. Cisco verzeichnete hingegen einen Rückgang von über zwölf Prozent aufgrund einer Senkung der Umsatzprognose und eines reduzierten Ausblicks.
Die Lage auf dem US-Arbeitsmarkt trübte sich zuletzt ein, da die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der vergangenen Woche stärker stieg als erwartet. Mit 231.000 Anträgen lag der Anstieg über den Durchschnittserwartungen von 220.000 Anträgen. Trotz des Anstiegs bleibt die Zahl der Hilfsanträge auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau, was für steigende Löhne spricht und die Inflation zusätzlich antreiben kann.
Die Streiks in großen Automobilkonzernen hatten einen spürbaren Einfluss auf die Industrieproduktion im Oktober. Die Gesamtproduktion fiel im Monatsvergleich um 0,6 Prozent, während das Verarbeitende Gewerbe einen Rückgang von 0,7 Prozent verzeichnete. Ohne den von Streiks betroffenen Automobilsektor gab es einen Produktionszuwachs von 0,1 Prozent. Dies hatte Auswirkungen auf die Kapazitätsauslastung in der Gesamtindustrie, die um 0,6 Punkte auf 78,9 Prozent fiel. Gleichzeitig sanken die Einfuhrpreise, was die Inflationsängste dämpfte.
Am Devisenmarkt zeigte sich ein ruhiger Handel, wobei der US-Dollar gegenüber dem Euro nur leicht nachgab. Die Europäische Zentralbank äußerte Bedenken bezüglich der Auswirkungen steigender Finanzierungskosten und geringerer Kreditvolumina auf die Profitabilität der Banken. Die Feinunze Gold wurde mit 1.980 Dollar gehandelt, 1,0 Prozent höher als am Vortag. Die Ölpreise setzten ihren Abwärtstrend fort, nachdem die US-Lagerbestände an Rohöl überraschend gestiegen waren und auf dem höchsten Niveau seit August lagen. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostete 78,05 Dollar, was einem Rückgang von 3,7 Prozent gegenüber dem Vortag entsprach.
