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DAX auf Rekordkurs: US-Bankzahlen als Stimmungstest

Der DAX durchbricht erstmals die 25.400-Punkte-Marke, während Anleger auf die Zahlen der US-Großbanken und kritische Inflationsdaten warten. Deutsche Bank-Chef Sewing warnt vor struktureller Stagnation.

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DAX auf Rekordkurs: US-Bankzahlen als Stimmungstest

Der deutsche Leitindex DAX hat gestern ein historisches Niveau erreicht und erstmals die Schwelle von 25.400 Punkten überschritten. Die Rekordjagd geht weiter: Vorbörsliche Indikationen deuten auf einen Start bei 25.446 Punkten hin, was einem Plus von 0,2 Prozent entspricht. Doch unter Analysten wächst die Skepsis - viele sehen den Index mittlerweile als überkauft an.

Hoffnung auf Wirtschaftswende treibt Kurse

Die Euphorie am deutschen Aktienmarkt speist sich aus der Erwartung einer wirtschaftlichen Trendwende. Investoren setzen darauf, dass Infrastruktur- und Rüstungsinvestitionen die deutsche Wirtschaft aus der Krise führen werden. Seit Weihnachten kennt der DAX nur eine Richtung: nach oben.

Allerdings mahnt Christian Sewing, Chef der Deutschen Bank, zur Vorsicht. Auf einem Empfang in Berlin warnte er eindringlich: Ohne tiefgreifende Reformen drohe Deutschland bis Ende des Jahrzehnts ein Potenzialwachstum von null Prozent. "Das wäre der Beginn einer strukturellen Stagnation - einer Ära ohne Wachstum", so Sewing.

US-Bankzahlen im Fokus der Anleger

Ab heute müssen die Börsenrekorde ihre Belastbarkeit unter Beweis stellen. JPMorgan Chase eröffnet heute die US-Berichtssaison, gefolgt von Citigroup und Bank of America am Mittwoch. Analysten rechnen mit gestiegenen Erträgen im Investmentbanking für das vierte Quartal. Besonders interessant dürften die Aussagen zu den Verbraucherausgaben sein - sie geben Aufschluss über die allgemeine Wirtschaftslage.

Zudem werden am frühen Nachmittag die US-Inflationsdaten für Dezember veröffentlicht. Diese Zahlen könnten die Stimmung an den Märkten maßgeblich beeinflussen und entscheiden, ob die Rally Bestand hat.

Fed-Streit belastet Marktstimmung kaum

Trotz des Machtkampfs um die US-Notenbank Federal Reserve zeigen sich die Märkte erstaunlich robust. Die strafrechtlichen Ermittlungen gegen Fed-Chef Jerome Powell haben zwar eine Welle der Kritik ausgelöst, die Wall Street aber nicht nachhaltig belastet. Der Dow Jones markierte gestern ein neues Allzeithoch bei 49.590 Punkten (+0,2 Prozent), der S&P 500 kletterte auf 6.977 Zähler.

"Die Marktteilnehmer sind an ein ständiges Hin und Her bei angekündigten Maßnahmen gewöhnt", erklärt Jordan Rizzuto, Chefanleger bei GammaRoad Capital Partners. Diese Gelassenheit spiegelt sich auch in der anhaltenden Rekordstimmung wider.

KI-Boom treibt Nikkei auf Rekordhoch

Auch in Asien dominieren die Bullen das Geschehen. Der japanische Nikkei-Index sprang um mehr als drei Prozent nach oben und schloss bei einem neuen Allzeithoch von 53.636 Punkten. Treiber ist der ungebrochene Boom rund um Künstliche Intelligenz. Anleger zeigen sich optimistisch, dass die KI-Nachfrage das Gewinnwachstum der Unternehmen weiter befeuern wird.

Ölpreise stabilisieren sich nach Rally

Nach kräftigen Anstiegen zu Wochenbeginn haben sich die Ölpreise stabilisiert. Die Sorte Brent und WTI zeigten sich am Morgen wenig bewegt. Die geopolitischen Risiken im Iran bleiben jedoch ein Thema für die Rohstoffmärkte und könnten bei einer Eskalation schnell wieder für Bewegung sorgen.

In den kommenden Wochen werden auch die deutschen Konzerne ihre Geschäftszahlen vorlegen. Dann wird sich zeigen, ob die Hoffnung auf eine wirtschaftliche Erholung berechtigt ist oder ob die Börsenrekorde auf wackeligen Füßen stehen.

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