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Dallas Fed warnt: Hormus-Schließung treibt Ölpreis auf 167 Dollar

Eine längere Sperrung der Straße von Hormus könnte die US-Inflation bis Jahresende auf über 4 Prozent treiben.

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Dallas Fed warnt: Hormus-Schließung treibt Ölpreis auf 167 Dollar

Eine neue Studie der Federal Reserve Bank of Dallas zeigt alarmierende Szenarien für den Fall einer anhaltenden Schließung der Straße von Hormus. Laut dem am Dienstag veröffentlichten Arbeitspapier könnte die US-Gesamtinflation bis zum Jahresende auf über 4 Prozent steigen – abhängig davon, wie lange die strategisch wichtige Meerenge gesperrt bleibt. Die Straße von Hormus ist faktisch seit fünf Wochen geschlossen.

Die Meerenge ist von enormer globaler Bedeutung: Über sie werden rund 20 Prozent des weltweiten Ölhandels abgewickelt. Eine Unterbrechung dieser Route hat damit unmittelbare Auswirkungen auf die globalen Energiemärkte und die Verbraucherpreise weltweit – auch in Deutschland und Europa.

Zwei Szenarien im Vergleich

Die Forscher der Dallas Fed untersuchten zwei zentrale Szenarien. Im ersten Szenario – einer Schließung über ein Quartal – könnte die Inflation im März auf annualisierter Basis um 5,2 Prozentpunkte steigen. Dieser Effekt würde jedoch schnell abklingen: Im vierten Quartal bliebe die Inflation noch um 0,35 Prozentpunkte erhöht.

Das zweite und gravierendere Szenario sieht eine Schließung über drei Quartale vor. In diesem Fall würden die Ölpreise von derzeit 115 US-Dollar pro Barrel auf 167 US-Dollar klettern – ein Anstieg von rund 45 Prozent. Die Inflation im vierten Quartal würde dabei um bis zu 1,8 Prozentpunkte in die Höhe getrieben.

Zum Vergleich: Die US-Inflation, gemessen am Preisindex für persönliche Konsumausgaben (PCE), lag im Januar bei 2,8 Prozent im Jahresvergleich. Das Inflationsziel der US-Notenbank Federal Reserve liegt bei 2 Prozent. Eine Inflation von über 4 Prozent würde die Fed damit erheblich unter Druck setzen.

Kerninflation und Inflationserwartungen weniger betroffen

Etwas beruhigender sind die Ergebnisse zur Kerninflation, bei der die volatilen Preise für Lebensmittel und Energie ausgeklammert werden. Bei einer Schließung von einem Quartal würde die Kerninflation lediglich um 0,18 Prozentpunkte steigen, bei drei Quartalen um etwa 0,49 Prozentpunkte. Die Kerninflation lag im Januar bei 3,1 Prozent.

Auch bei den Inflationserwartungen sehen die Forscher begrenzte Auswirkungen. Die Einjahres-Erwartungen könnten um bis zu 0,8 Prozentpunkte steigen, während die langfristigen Erwartungen für fünf bis zehn Jahre um höchstens 0,09 Prozentpunkte zunehmen würden. „Es gibt kaum Anzeichen dafür, dass höhere Benzinpreise an die Kerninflation weitergegeben werden oder dass sich die langfristigen Inflationserwartungen von ihrer Verankerung lösen", schrieben die Forscher der Dallas Fed.

Geopolitische Eskalation als Hintergrund

Die Studie erscheint zu einem brisanten Zeitpunkt. Am Dienstag schien der Nahostkonflikt kurz vor einer weiteren Eskalation zu stehen, nachdem US-Präsident Donald Trump den Iran aufgefordert hatte, die Straße von Hormus zu öffnen. Trump drohte andernfalls mit der Zerstörung iranischer Kraftwerke und Brücken. Die geopolitische Lage bleibt damit hochgradig angespannt und die in der Studie beschriebenen Szenarien sind keineswegs rein theoretischer Natur.

Für Anleger und Verbraucher weltweit verdeutlicht die Analyse der Dallas Fed, wie stark die globalen Energiemärkte von dieser einen Meerenge abhängen – und welche weitreichenden wirtschaftlichen Folgen eine anhaltende Sperrung hätte.

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