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CSI 300 rutscht in Bärenmarkt: Chinas Aktien verlieren 20 Prozent

Der chinesische Leitindex fällt 20 Prozent unter sein Juni-Hoch und verzeichnet die zehnte Verlustwoche in Folge.

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CSI 300 rutscht in Bärenmarkt: Chinas Aktien verlieren 20 Prozent

Der chinesische Leitindex CSI 300 ist am Donnerstag in das Bärenmarkt-Territorium gefallen. Der Index liegt damit rund 20 Prozent unter seinem Höchststand vom Juni. Der anhaltende Ausverkauf an den chinesischen Aktienmärkten gewinnt weiter an Intensität.

Der CSI 300 bildet die 300 größten an den Börsen in Shanghai und Shenzhen notierten Unternehmen ab. Seit zehn Wochen in Folge geht es für den Index abwärts, allein in dieser Woche verlor er nach Daten von LSEG bereits 2,6 Prozent. Am Donnerstag notierte der Index mehr als ein Prozent im Minus.

Strukturelle Probleme bremsen die Gewinne

Jordan Cvetanovski, Chairman und Chief Investment Officer bei Pella Funds, sieht den Markt weiterhin mit strukturellen Herausforderungen konfrontiert. Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt leide unter den Folgen jahrelanger Überkapazitäten und übermäßiger Investitionen. Chinesische Unternehmen verzeichnen ein rückläufiges Gewinnwachstum, weil intensiver Wettbewerb die Margen erodiert hat und sogar staatliche Eingriffe nach sich zog.

Im September verzeichnete China das schwächste Wachstum der Industriegewinne des Jahres. Auch die Wirtschaftsleistung fiel im zweiten Quartal so langsam aus wie seit mehr als drei Jahren nicht mehr. Als Belastungsfaktoren nennt die Quelle eine mehrjährige Verlangsamung im Immobiliensektor und eine anhaltende Schwäche der Konsumentennachfrage.

Shaun Rein, Managing Director bei China Market Research Group, rechnet mit weiterem Verkaufsdruck. Geopolitische Unsicherheiten, Bedenken hinsichtlich einer Blase bei künstlicher Intelligenz und ein sich verschlechterndes Verbrauchervertrauen belasten die Anlegerstimmung.

Privatanleger verstärken die Volatilität

Rein weist darauf hin, dass die große Basis an Privatanlegern in China die Marktvolatilität zusätzlich verstärken könnte. Einzelinvestoren neigen in Zeiten der Unsicherheit eher dazu, schneller aus dem Markt auszusteigen. Der Unterschied zu anderen großen Märkten ist erheblich: An der New York Stock Exchange machen Privatanleger etwa 20 bis 25 Prozent der Handelsvolumina aus, in China treiben sie laut Daten der HSBC 90 Prozent des täglichen Handels an.

Trotz seiner Erwartung eines erhöhten Drucks betont Rein, dass der Ausverkauf übertrieben gewesen sei. Er verweist auf widerstandsfähige Exporte und Anzeichen einer Erholung der Immobilienpreise in den größten Städten Chinas.

Daniel Gerard, Senior Multi-Asset Strategist bei State Street Markets, schlägt einen optimistischeren Ton an. Seiner Einschätzung nach könnten Chinas wachsende Fähigkeiten im Bereich der künstlichen Intelligenz globale Investoren langfristig zurück in den chinesischen Aktienmarkt ziehen – und zwar noch bevor sich die Unternehmensgewinne erholen.

Für deutsche Anleger ist der CSI 300 ein wichtiger Gradmesser für die Verfassung der chinesischen A-Aktien. Die Kombination aus schwachen Unternehmensgewinnen, gedämpfter Konsumnachfrage und einem sehr hohen Privatanlegeranteil erklärt, warum der Markt derzeit so heftig auf Stimmungsschwankungen reagiert. Ob die optimistischen Signale von Exportseite und Immobilienpreisen ausreichen, um die Abwärtsbewegung zu stoppen, bleibt offen.

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