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Commerzbank steigert Boni für Mitarbeiter: Motivation und Ausgleich im Fokus

Neue Anreize im Vertrieb und Angleichung der Vergütungssysteme schaffen Chancengleichheit und Mitarbeiterzufriedenheit

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Commerzbank steigert Boni für Mitarbeiter: Motivation und Ausgleich im Fokus

Die Commerzbank plant, ab dem Jahr 2024 verstärkt auf finanzielle Anreize für ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu setzen, um das Privat- und Firmenkundengeschäft anzukurbeln. Die Personalvorständin Sabine Mlnarsky gab bekannt, dass diese Maßnahme vor allem außertariflich bezahlte Beschäftigte in bestimmten vertrieblichen Einheiten betreffen werde, in denen eine Unterscheidung sinnvoll sei. Insgesamt könnten bis zu 1600 Mitarbeiter von dieser Entscheidung betroffen sein, vor allem jene, die im Kerngeschäft mit Privat- und Firmenkunden tätig sind.

Nach einer Phase der harten Restrukturierung strebt die Bank an, ihre Gebühreneinnahmen in den kommenden Jahren signifikant zu steigern, wobei der Provisionsüberschuss bis 2027 konzernweit um 18 Prozent auf vier Milliarden Euro erhöht werden soll. Um dieses Ziel zu erreichen, möchte die Commerzbank ihre Vertriebsmitarbeiter mit höheren Boni motivieren. Allerdings bleiben Risikoträger und Mitarbeiter im Ausland von dieser Neuregelung unberührt und erhalten weiterhin individuelle Boni.

Im Vergleich zu Investmentbanken wie der Deutschen Bank zahlt die Commerzbank zwar weniger variable Vergütungen, dennoch waren Bonusentscheidungen in der Vergangenheit ein umstrittenes Thema. 2018 schaffte die Bank das Extra-Vergütungsmodell für Investmentbanker ab und integrierte sie in das System für außertarifliche Beschäftigte. Diese Umstellung sorgte bei einigen Mitarbeitern für Unmut.

Sabine Mlnarsky betont jedoch, dass die erhöhten Bonuszahlungen nicht dazu dienen sollen, falsche Anreize zu setzen. In den meisten Fällen bemisst sich die variable Vergütung nicht mehr am individuellen Erfolg, sondern am Abschneiden des Teams. Die Teamfähigkeit wird bei der Auswahl neuer Mitarbeiter als das wichtigste Kriterium angesehen.

Es gibt jedoch einige Ausnahmen, bei denen individuelle Boni vergeben werden, beispielsweise an bestimmte Firmenkundenbetreuer oder Wealth-Management-Berater. In den Filialen und digitalen Beratungscentern erfolgen die variablen Vergütungen hingegen nur noch auf Teamebene, da dort Kunden aus der gesamten Bundesrepublik betreut werden.

Im Gegensatz zur Deutschen Bank, die im vergangenen Jahr über 2,1 Milliarden Euro an variabler Vergütung ausschüttete, plant die Commerzbank auch zukünftig keine Milliarden-Boni. Die Bonuszahlungen sollen auf einem überschaubaren Niveau bleiben. Im vergangenen Geschäftsjahr zahlte die Bank ihren Mitarbeitern 275 Millionen Euro an variabler Vergütung. Aufgrund höherer Gewinne im laufenden Jahr hat Vorstandschef Manfred Knof für 2023 bereits eine Erhöhung der variablen Vergütung in Aussicht gestellt.

Neben den erhöhten Bonuszahlungen im Vertrieb hat die Commerzbank auch das Vergütungsmodell für tariflich und außertariflich bezahlte Mitarbeiter angeglichen. Ab sofort gilt für alle Beschäftigten dieselbe Eingangsschwelle für variable Vergütungen. Die Frage, ob diese Schwelle erreicht wird, hängt vor allem von den Ergebnissen des Gesamtkonzerns und der jeweiligen Segmente ab.

Arbeitnehmervertreter begrüßen diese Angleichung und sehen sie als positive Entwicklung. Allerdings gibt es Uneinigkeit in Bezug auf die Inflationsausgleichsprämie. Diese wurde bisher nur an den Großteil der tariflich bezahlten Mitarbeiter in voller Höhe von 3000 Euro ausgezahlt, während außertariflich bezahlte Mitarbeiter lediglich 1500 Euro erhielten. Verdi-Gewerkschaftssekretär Stefan Wittmann fordert, dass auch die außertariflichen Mitarbeiter den vollen Betrag erhalten sollten.

Sabine Mlnarsky lässt in dieser Angelegenheit noch Raum für weitere Entscheidungen und deutet an, dass es noch einen Nachschlag bei der Inflationsprämie geben könnte. Im außertariflichen Bereich besteht bis Ende 2024 die Möglichkeit, die steuerfreie Prämie weiter zu nutzen. Dies geht auf eine Regelung der Bundesregierung zurück, die Unternehmen aufgrund der hohen Inflation im vergangenen Jahr ermöglichte, ihren Mitarbeitern einen steuer- und abgabenfreien Bonus von bis zu 3000 Euro zu gewähren. Zahlreiche Banken haben bereits von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht.

BankensektorCommerzbank

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