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Commerzbank ringt mit Unicredit um ihre Zukunft

Fünf Abwehrstrategien gegen den größten Aktionär – doch nur eine hat Aussicht auf Erfolg

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Commerzbank ringt mit Unicredit um ihre Zukunft

Die Commerzbank steht unter erheblichem Druck: Der italienische Konkurrent Unicredit baut seinen Einfluss kontinuierlich aus und könnte bald die Kontrolle über das Frankfurter Institut übernehmen. Nach dem Einstieg im September 2024 hat Unicredit ihren Anteil auf 20 Prozent gesteigert und plant, ihn bald auf knapp 30 Prozent auszubauen. Das wirft die Frage auf, wie sich die Commerzbank einer Übernahme entziehen kann – fünf theoretische Optionen stehen zur Diskussion.

Die erste Möglichkeit: Fundamentale Ablehnung durch das Management. Vorstandschefin Bettina Orlopp hat sich bislang strikt gegen eine Übernahme ausgesprochen und Gespräche mit Unicredit auf das Maß regulärer Aktionärsdialoge beschränkt. Doch je größer der Anteil der Italiener, desto schwieriger wird es, eine Konfrontation zu vermeiden. Bereits auf der nächsten Hauptversammlung könnten Orcel und seine Mitstreiter eigene Aufsichtsräte in die Bank entsenden, die das Management zu Gesprächen zwingen. Orlopps Strategie gerät so zunehmend in rechtliches Fahrwasser.

Auch der Bund, der mit zwölf Prozent zweitgrößter Aktionär ist, zeigt klare Kante gegen die Unicredit. Kanzler Friedrich Merz und Finanzminister Lars Klingbeil kritisierten das Vorgehen der Italiener scharf. Zwar kann die Bundesregierung verhindern, dass sie selbst Anteile verkauft, rechtlich blockieren lässt sich ein vollständiger Erwerb der Bank durch Orcel jedoch nicht. Ein politischer Druck über die Finanzaufsicht BaFin gilt angesichts der angestrebten Unabhängigkeit der Behörde als unwahrscheinlich.

Eine realistischere Option ist der Versuch, den Aktienkurs der Commerzbank hochzuhalten. Ein hoher Kurs könnte potenzielle Übernahmen erschweren, da sich diese wirtschaftlich nicht mehr lohnen würden. Die jüngsten Quartalszahlen geben Rückenwind: Die Commerzbank übertraf die Analystenerwartungen deutlich. Dennoch sind die externen Rahmenbedingungen ungünstig – sinkende Leitzinsen und die konjunkturelle Schwäche könnten die Erträge künftig belasten.

Eine vierte Möglichkeit: Kunden der Commerzbank erwerben größere Aktienpakete, um gemeinsam mit dem Bund eine Sperrminorität zu bilden. Das Ziel wäre, tiefgreifende Strukturveränderungen durch Unicredit zu blockieren. Doch angesichts des gestiegenen Kurses der Aktie ist ein solches Unterfangen finanziell kaum realistisch.

Bleibt noch die fünfte Option: Der Bund stockt seinen Anteil erneut auf, um mehr Einfluss zu sichern. Doch in Zeiten knapper Haushaltsmittel und angesichts der politischen Signalwirkung eines Rückkaufs – nachdem man erst kürzlich verkauft hat – gilt dieses Szenario als nahezu ausgeschlossen.

CommerzbankUniCreditÜbernahmeBankensektor

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