ANZEIGE

CO2-Abscheidung im Tagebau: Pilotprojekte liefern gemischte Ergebnisse

Erste Pilotprogramme zur CO2-Abscheidung im Tagebau zeigen ermutigende Ansätze, aber auch erhebliche technische und wirtschaftliche Hürden.

•• 3 Min
CO2-Abscheidung im Tagebau: Pilotprojekte liefern gemischte Ergebnisse

Die Technologie zur CO2-Abscheidung im Tagebau hat den rein theoretischen Bereich verlassen und wird nun in der betrieblichen Praxis erprobt. Die ersten Ergebnisse dieser Pilotprojekte zeichnen ein differenziertes Bild: In einigen Bereichen sind die Fortschritte ermutigend, in anderen bleiben die Resultate frustrierend inkonsistent. Die Bergbauindustrie steht unter anhaltendem Druck von Investoren, Regulierungsbehörden und Rohstoffabnehmern, ihre Scope-1- und Scope-2-Emissionen zu senken – und hat deshalb erhebliches Kapital in diese Pilotprogramme gelenkt.

Tagebaubetriebe stellen dabei eine grundlegend andere Herausforderung dar als klassische punktförmige Emittenten wie Zementwerke oder Stahlhütten. Die Emissionen sind über große Flächen verteilt, der Maschinenpark ist mobil, und die Anforderungen an die Betriebskontinuität lassen wenig Spielraum für Nachrüstungen, die den Durchsatz unterbrechen. Diese strukturellen Besonderheiten haben sowohl das Design der Pilotprojekte als auch die nun gemeldeten gemischten Ergebnisse maßgeblich geprägt.

Wo Pilotprojekte vielversprechend verlaufen sind

Zu den ermutigenderen Entwicklungen zählen mobile Abscheidungseinheiten, die für den Einsatz in großen dieselbetriebenen Muldenkipper-Flotten konzipiert wurden. Diese Fahrzeuge stellen bei den meisten Tagebauminen die größte Quelle direkter Emissionen dar. Pilotprojekte haben gezeigt, dass modulare Systeme, die an emissionsstarken Geräten angebracht oder in deren Nähe stationiert sind, unter kontrollierten Bedingungen einen bedeutenden Anteil des CO2 aus dem Abgasstrom abfangen können. Die erzielten Abscheidungsraten lagen im Allgemeinen höher, als erste Skeptiker vorhergesagt hatten – bleiben jedoch weit unter dem Niveau, das zur Erreichung von Netto-Null-Zielen erforderlich wäre.

Einige Betreiber berichteten zudem über Erfolge bei der Integration von Direct-Air-Capture-Einheiten in die Standortinfrastruktur in tiefer gelegenen Regionen mit trockenem Klima. Dort sind die thermodynamischen Bedingungen günstiger und liefern einen ersten Machbarkeitsnachweis. Ob sich diese Ergebnisse auf anspruchsvollere Umgebungen – große Höhen, extreme Kälte oder hohe Luftfeuchtigkeit – übertragen lassen, bleibt jedoch ungeklärt.

Eine weitere wichtige Erkenntnis aus mehreren Pilotprojekten: CO2-Abscheidung funktioniert deutlich besser, wenn sie in umfassendere Elektrifizierungsprogramme eingebettet ist, anstatt isoliert eingesetzt zu werden. Betriebe, die bereits Teile ihrer Flotte auf Elektro- oder Wasserstoff-Hybrid-Fahrzeuge umgestellt haben, verzeichnen eine höhere Netto-Abscheidungseffizienz. Die Basis-Emissionslast ist dort niedriger, und verbleibende Punktquellen lassen sich systematischer angehen. Dieser Interaktionseffekt war in der Designphase der Pilotprojekte nicht allgemein antizipiert worden.

Wo die Ergebnisse hinter den Erwartungen zurückgeblieben sind

Auf der weniger ermutigenden Seite sahen sich mehrere Pilotprogramme mit erheblichen betrieblichen Reibungsverlusten konfrontiert. Tagebauumgebungen setzen die Ausrüstung Staub, Vibrationen, Temperaturschwankungen und korrosiven Materialien aus. Diese Bedingungen haben die Leistung der Abscheidungseinheiten schneller verschlechtert, als Labor- und Simulationsmodelle vorhergesagt hatten. Die Wartungsintervalle waren kürzer als geplant, und in einigen Fällen haben Ausfallzeiten die erzielten Abscheidungsgewinne über längere Zeiträume faktisch zunichtegemacht.

Die Kosten bleiben das am häufigsten genannte Hindernis. Die Energie, die für den Betrieb von Abscheidungs- und Kompressionssystemen in relevantem Maßstab erforderlich ist, erzeugt eine sekundäre Emissionslast, die den Nettonutzen erheblich schmälert. Wenn dieser sogenannte parasitäre Energiebedarf aus Dieselgeneratoren gedeckt wird – was an abgelegenen Standorten noch immer üblich ist –, kann sich die CO2-Bilanz über den gesamten Lebenszyklus drastisch verschlechtern. Eine ehrliche Bilanzierung des Energieverbrauchs liefert dabei oft weniger schmeichelhafte Ergebnisse, als die reinen Abscheidungszahlen auf den ersten Blick vermuten lassen.

Skalierbarkeit bleibt ein ungelöstes Problem

Ergebnisse im Pilotmaßstab ließen sich zudem nur schwer linear auf den vollen Betriebsmaßstab übertragen. Technologien, die bei der Abscheidung von Emissionen aus einer begrenzten Anzahl von Quellen gut funktionieren, stießen bei der Ausweitung auf einen gesamten Standort auf abnehmende Erträge. Die Logistik für das Management, den Transport und die Lagerung des abgeschiedenen CO2 an abgelegenen Tagebaustandorten bleibt ein weitgehend ungelöstes Problem – viele dieser Standorte haben keinen Zugang zu geologischen Speicherstätten oder Pipeline-Infrastrukturen.

Zu den zentralen Herausforderungen, die in mehreren Pilotprogrammen identifiziert wurden, gehören:

Verteilte Emissionsquellen

, die zentrale Abscheidungsarchitekturen ineffizient machen -

Lücken bei CO2-Speicherung und Transport

an abgelegenen und binnenländischen Standorten -

Hoher parasitärer Energiebedarf

, der die Netto-Emissionsminderungen untergräbt -

Schnelle Leistungsdegradation

der Abscheidungseinheiten unter rauen Tagebaubedingungen -

Begrenzte Skalierbarkeit

von Pilotlösungen auf den vollen Betriebsmaßstab

Für deutsche Privatanleger, die in Bergbauunternehmen oder Klimatechnologie-Aktien investiert sind, verdeutlichen diese Ergebnisse: Die CO2-Abscheidung im Tagebau ist kein schnell lösbares Problem. Die Technologie entwickelt sich, doch der Weg zu wirtschaftlich tragfähigen und wirklich emissionsmindernden Lösungen im industriellen Maßstab ist noch weit. Unternehmen, die glaubwürdige Dekarbonisierungsstrategien mit integrierten Elektrifizierungsprogrammen verbinden, scheinen dabei gegenüber reinen Abscheidungsansätzen im Vorteil zu sein.

Co2-Abscheidung TagebauCarbon Capture BergbauDekarbonisierung BergbauindustrieDirect Air CaptureScope-1-EmissionenNetto-Null BergbauElektrifizierung Tagebau

Meistgelesene News

  1. Galeria-Insolvenz: Schicksal von 12.000 Jobs hängt an BA-Entscheidung
  2. Gaming und Wetten: Krypto-Klage, GTA 6 und Aktivisten-Investor im Fokus
  3. SpaceX-Aktie: Könnte eine Investition von 5.000 Dollar Millionär machen?
  4. Take-Two-Aktie vor GTA-6-Release: Chance oder Risikofalle?
  5. Rheinmetall-Aktie legt 3 Prozent zu – Morgan Stanley beflügelt Rüstungssektor

Disclaimer


Wichtiger Hinweis auf bestehende Interessenkonflikte:

Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass im Rahmen dieser Publikation Interessenkonflikte bestehen:

1. Die Stock Market Media Ltd. und ihr nahestehende Personen besitzen Aktien der hier empfohlenen Gesellschaften und beabsichtigen, diese im Rahmen und zu jedem Zeitpunkt dieser Empfehlung zu verkaufen. Hierin besteht ein eindeutiger und konkreter Interessenkonflikt.

2. Der Herausgeber dieser Publikation, sowie die verantwortlichen Redakteure erhalten für die Erstellung eine finanzielle Vergütung. Auch hierin besteht ein eindeutiger und konkreter Interessenkonflikt.

3. Beachten Sie auch die weitergehenden Ausführungen zu bestehenden Interessenkonflikten im nachfolgenden Disclaimer, u.a. unter Ziff. 2.

Wichtige Informationen und Pflichtmitteilungen gemäß Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) sowie gemäß Finanzanlageverordnung (FinAnV).

Stock Market Media Ltd. hat ihre Tätigkeit als Ersteller von Anlagestrategieempfehlungen im Sinne des Artikels 3 Absatz 1 Nummer 34 der Verordnung (EU) Nr. 596/2014 oder von Anlageempfehlungen im Sinne des Artikels 3 Absatz 1 Nummer 35 der Verordnung (EU) Nr. 596/2014, (bisher „Finanzanalysen“) der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht („BaFin“) gemäß WpHG angezeigt. Die Pflichten der Stock Market Media Ltd. regeln sich primär nach den §§ 85, 86 WpHG, der Verordnung (EU) Nr. 596/2014 und der Delegierten Verordnung (EU) 2016/958.

Angaben über den/die Ersteller dieser Publikation:
Verantwortlich für die Erstellung der Texte und Inhalte dieser Publikation ist Herr Roberto Gonçalves de Albuquerque, als Analyst und Chefredakteur. Herausgeber ist die Stock Market Media Ltd., 405 Kings Road, Flat 600, London; SW10 0BB, Vereinigtes Königreich, vertreten durch den Director Roberto Gonçalves de Albuquerque.

Wichtige Hinweise zur Erstellung dieser Veröffentlichung:
Diese Veröffentlichung enthält sowohl Tatsachen und Fakten zu den besprochenen Unternehmen, als auch rein subjektive Werturteile, Interpretationen, Schätzungen, Hochrechnungen, Vorhersagen und Preisziele. Diese versuchen wir, möglichst transparent voneinander abzugrenzen, um irreführende Angaben zu vermeiden. Recherche, Aufbereitung und Formulierung erfolgen dabei unter Einsatz gängiger digitaler und KI-gestützter Hilfsmittel; die inhaltliche Prüfung und die redaktionelle Verantwortung liegen bei uns. Die wesentlichen Grundlagen und Maßstäbe unserer Werturteile und Bewertungen, der besprochenen Aktien, basieren auf folgender Vorgehensweise:

Beurteilung und Bewertung von Unternehmen nach herkömmlichen Bewertungsmethoden (grundlegender Bewertungsansatz)

  • Einschätzung des Potentials der zukünftigen Unternehmensentwicklung (Wachstumsansatz) und Hochrechnung auf das entsprechende Bewertungspotential (Kurs-Potential-Analyse) sowie einer möglichen Unternehmens-Aktien-Bewertung aufgrund potentieller Gewinnerwartungen (KGV Hochrechnung)
  • Einschätzung des von uns erwarteten Best-Case-Szenarios im absoluten Erfolgsfall des Unternehmens (Blue-Sky-Potential-Ansatz)
  • Effekt der von uns erwarteten, gesteigerten Bekanntheit der empfohlenen Aktie auf den Aktienkurs durch einen starken Anstieg der Nachfrage am Markt (insbesondere maßgeblich bei marktengen oder neu bzw. erstmals empfohlenen Aktien) aufgrund der von uns oder Dritten veröffentlichten Publikationen (meistens Kaufempfehlungen), (Multiplikator- / Momentum-Effekt, Hype), dadurch überproportional steigende Rendite/Aktienkurs bei entsprechend steigendem Risiko
  • Technische Analyse des Aktienkurses gemäß gängiger Analyse-Methoden, meist zur Voraussage von Kurs-Signalen (Kauf- oder Verkaufssignal, Ausbruch der Aktie, Festlegung von Kurszielen, Unterstützungs- oder Widerstandsbereichen, erwarteten Mindestbewegungen oder Mindest-Gegenbewegungen, Voraussage von Signalpunkten (wenn-dann), etc.), größtenteils auf der erwarteten Massenpsychologie aufbauend. (technischer Ansatz).

Herkömmliche Bewertungsansätze sind bei jungen oder noch umsatzlosen Unternehmen oft schlecht sinnvoll anwendbar. Daher stützen wir uns bei der Bewertung von solchen Unternehmen tendenziell auf die von uns errechnete Potential-Analyse, sowie die Einschätzung der Nachfrage nach solchen Aktien am Kapitalmarkt. Letztendlich entscheidet der Markt über den Aktienkurs eines Unternehmens. Entsteht durch umfangreiche Empfehlungen einer Aktie, eine exzessive Nachfrage nach dieser, ist es möglich, dass der Aktienkurs bei einem hohen Handelsvolumen überdurchschnittlich steigt. Dies führt zwar zu extremen Gewinnmöglichkeit, erhöht jedoch entsprechend das Risiko einer Blasenbildung mit entsprechendem Kursrückgang. Durch die gesteigerte Volatilität der Aktie in solchen Situationen ergeben sich überdurchschnittliche Gewinn- und Verlustmöglichkeiten, sowohl in beide Handelsrichtungen als auch bei wiederkehrenden Gegenbewegungen. Auch solche Marktentwicklungen sind ein wichtiger Teil unserer Handelsempfehlungen und Bewertungsansätze.

Diese Publikation befasst sich ausschließlich mit überdurchschnittlich volatilen Werten mit hohem Gewinn- und auch Verlustpotential.

Hinweis zu Informationsquellen:
Die Zuverlässigkeit von Informationsquellen wird von uns vor deren Verwendung ausführlich geprüft und von uns entsprechend ihrer Glaubwürdigkeit und Bedeutung subjektiv bewertet. Dabei entscheiden wir nach eigenen Maßstäben, welche Quellen wir für relevant, zu konservativ oder zu optimistisch halten. Letztendlich legen wir unsere Empfehlungen aufgrund unserer persönlichen Einschätzungen fest. Bei der Informationsbeschaffung greifen wir auf zahlreiche öffentlich zugängliche Quellen zurück wie z.B. Pressemitteilungen, Ad-Hoc-Mitteilungen, Unternehmensmeldungen, Firmenpräsentationen, Publikationen und Artikeln zum besprochenen Unternehmen, gängige Finanzmedien im In- und Ausland sowie auf Unternehmens- oder Branchen-Analysen Dritter.

In unseren Publikationen werden ausschließlich öffentlich verfügbare Informationen und Quellen, sowie vom Unternehmen selbst verbreitete Informationen verwendet.

Hinweis zu bestehenden Interessenkonflikten:
Wir weisen hiermit darauf hin, dass Gesellschafter, Redakteure, Mitarbeiter sowie Personen bzw. Unternehmen die an der Erstellung dieser Veröffentlichung beteiligt sind, sowie Auftraggeber (Dritte) der Publikation von Stock Market Media Ltd. zum Zeitpunkt dieser Veröffentlichung direkt oder indirekt Anteile an Wertpapieren, welche im Rahmen der jeweiligen Publikation besprochen werden, halten. und daher an einer Kurs- und/oder Umsatzsteigerung, d.h. auch einer erhöhten Handelsliquidität interessiert sind, da die Absicht besteht, in unmittelbarem Zusammenhang mit dieser Veröffentlichung diese Wertpapiere zu verkaufen und an steigenden Kursen und Umsätzen zu partizipieren. Ein Kurszuwachs der Aktien der vorgestellten Unternehmen kann zu einem Vermögenszuwachs bei diesen Personen führen. Durch die Besprechung des Unternehmens können jedenfalls der Aktienkurs des Unternehmens erheblich beeinflusst werden. Insbesondere wird auch durch Wertpapiertransaktionen der Aktienkurs der besprochenen Unternehmen maßgeblich beeinflusst. Dies gilt insbesondere, wenn es sich um Unternehmen handelt deren Aktien keine breite Marktkapitalisierung haben und bei denen nur ein enger Markt besteht. Hier können auch nur geringe Auftragsvolumen erhebliche Auswirkungen auf die Kurse haben. Sie sind aber auch daran interessiert, dass der Kurs des besprochenen Unternehmens sinkt, wenn sie deren Aktien günstiger erwerben wollen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Stock Market Media Ltd. und seine Mitarbeiter werden zudem für die Vorbereitung, elektronische Verbreitung und Veröffentlichung dieser Publikation sowie für andere Dienstleitungen entgeltlich entlohnt. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Diese Vergütung kann durch das Unternehmen über das die Stock Market Media Ltd. Informationen veröffentlicht, durch mit diesen Unternehmen verbundene Dritte oder sonstige Dritte, die ein Interesse in Bezug auf die im Zusammenhang mit dieser Veröffentlichung besprochenen Unternehmen verfolgen, erfolgen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen. Dieser wird zunächst dadurch begründet, dass die Stock Market Media Ltd. im Interesse ihres Auftraggebers ihre Ausführungen vornehmen könnte. Die Stock Market Media Ltd. und/oder mit ihr verbundene Unternehmen haben mit der gegenständlichen Gesellschaft bzw. mit deren Aktionären eine kostenpflichtige Vereinbarung zur Erstellung der redaktionellen Besprechung getroffen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Hinweis zur Handhabe der internen Organisationspflichten:
Aufgrund der geringen Unternehmensgröße des Herausgebers, ist eine interne Kontrolle der Compliance Prozesse der an dieser Publikation mitwirkenden Mitarbeiter und sonstigen Beteiligten überschaubar.

Verantwortliche Aufsichtsbehörde:
Die Stock Market Media Ltd. hat ihre Tätigkeit gemäß § 86 WpHG bei der BaFin angezeigt.