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Chip-Aktien beflügeln Tech-ETFs: Ein Fonds verdoppelt sich seit Auflegung

Halbleiter- und Speicherchip-ETFs erzielen 2026 spektakuläre Gewinne – auf Kosten der Diversifikation.

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Chip-Aktien beflügeln Tech-ETFs: Ein Fonds verdoppelt sich seit Auflegung

Der Boom bei Speicher- und Halbleiteraktien beschert technologieorientierten ETFs in diesem Jahr außergewöhnliche Renditen. Angetrieben von der boomenden Nachfrage nach KI-Rechenzentren übertreffen eine Handvoll Fonds den breiten Markt auf dramatische Weise. Der S&P 500 legte im Vergleich dazu weniger als 10% zu.

Spitzenreiter ist der Roundhill Memory ETF (DRAM), der seit seiner Auflegung Anfang April 2026 bereits eine Rendite von 99% erzielt hat – eine Verdopplung in weniger als einem Monat. Der Fonds investiert laut Roundhill in einen „gezielten Korb globaler Speicherchip-Unternehmen", die vom „jahrzehntelangen Ausbau der KI-Infrastruktur" profitieren sollen.

Konzentration als Erfolgsrezept und Risikofaktor

Die starke Konzentration des DRAM-ETF ist ein wesentlicher Treiber seiner Outperformance. Der Fonds besteht aus lediglich neun Aktien. Die drei größten Positionen – Micron (MU), SK Hynix und Samsung – machen fast drei Viertel des gesamten Fondsvolumens aus. Micron legte in diesem Jahr um mehr als 175% zu, SK Hynix um rund 190% und Samsung um etwa 140%.

Kleinere Komponenten des Fonds entwickelten sich sogar noch besser. Die Aktien von SanDisk (SNDK), die etwa 6% des Fonds ausmachen, sind im Jahr 2026 um beeindruckende 560% gestiegen. Diese Konzentration auf wenige Titel birgt jedoch auch erhebliche Risiken: An negativen Handelstagen können solche Fonds deutlich stärker fallen als breiter aufgestellte Produkte.

Auch andere Halbleiter-ETFs übertreffen den Markt deutlich. Der Invesco Semiconductors ETF (PSI) stieg in diesem Jahr um 97%. Der Fonds bildet einen Index aus 30 Halbleiteraktien ab und gilt damit als diversifizierter als einige Konkurrenten. Dennoch erhöhte ein einzelner Ausreißer das Konzentrationsrisiko erheblich: Die Aktien von MaxLinear (MXL), einem Chipdesigner mit wachsendem Rechenzentrumsgeschäft, stiegen im vergangenen Monat um fast 400%. Infolgedessen macht das Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von 8 Milliarden Dollar nun 10% des PSI aus – mehr als das Doppelte der Gewichtung von Nvidia, einem 5-Billionen-Dollar-Giganten.

Intel und die Breite der Chip-Rally

Andere Chip-Fonds profitierten stark von Intel (INTC), der Aktie mit der besten Performance im S&P 500 im vergangenen Monat. Der Chiphersteller schloss zuletzt auf seinem ersten Rekordhoch seit dem Jahr 2000, nachdem das Unternehmen die Gewinnerwartungen aufgrund „beispielloser Nachfrage" durch den KI-Boom weit übertroffen hatte. Intel ist die wichtigste Position im First Trust Nasdaq Semiconductor Index ETF (FTXL), der in diesem Jahr um 90% stieg, sowie im Xtrackers Semiconductor Select Equity ETF (CHPS), der um 82% zulegte.

Die Chip-Rally verändert auch die Zusammensetzung von ETFs, die eigentlich breitere Themen abdecken sollen. Micron, SK Hynix und Intel machen inzwischen mehr als ein Viertel des Invesco AI and Next Gen Software ETF (IGPT) aus. Dieser Fonds richtet sich eigentlich an Unternehmen mit Engagement in zukunftsweisenden Softwaretechnologien – doch Halbleiteraktien dominieren zunehmend das Portfolio. Zwischen Anfang 2025 und 2026 sank der Anteil von Software-Aktien im Index von 21% auf 11%, während der Anteil von Halbleitern von 31,5% auf 45% anstieg.

Was das für Anleger bedeutet

Für deutsche Privatanleger, die in Technologie-ETFs investiert sind oder dies planen, ist die wachsende Konzentration in Halbleiter- und Speicherchipwerten ein wichtiger Faktor. Die starke Fokussierung auf wenige Titel und Themen untergräbt einen der Kernvorteile von ETFs: die Risikostreuung durch Diversifikation. Eine höhere Konzentration in Überflieger-Aktien bedeutet zwar größere Gewinne an positiven Tagen – aber auch steilere Verluste, wenn die Stimmung dreht.

Anleger sollten daher genau prüfen, welche Einzeltitel und Sektoren in ihren ETFs tatsächlich dominieren – denn ein Technologie-ETF ist längst nicht immer so breit aufgestellt, wie der Name vermuten lässt.

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