ANZEIGE

China prüft Broadcom-Abhängigkeit in staatlichen Rechenzentren

Behörde Sasac erhebt Daten zu Broadcom-Switches – Kampagne für einheimische Chips läuft

• 4 Min
China prüft Broadcom-Abhängigkeit in staatlichen Rechenzentren

Chinesische Behörden untersuchen den Einsatz von Broadcom-Hardware in staatlich unterstützten Rechenzentren. Die Staatliche Kommission zur Aufsicht über staatliches Vermögen (Sasac) hat in den vergangenen Wochen die Anzahl der Broadcom-Switches in staatskontrollierten Rechenzentren ermitteln lassen. Das berichtet die Financial Times unter Berufung auf zwei mit der Erhebung vertraute Personen.

Hintergrund ist die chinesische Kampagne "Inländische Chips für den Inlandsgebrauch". Ziel ist es, den Einsatz einheimischer Halbleiter und KI-Produkte im gesamten öffentlichen Sektor zu erhöhen und die Abhängigkeit von ausländischer KI-Infrastruktur zu verringern. Hochwertige Switches werden in Rechenzentren eingesetzt, um große Datenmengen mit sehr hohen Geschwindigkeiten zu übertragen – eine Schlüsseltechnologie für das Training und den Betrieb von KI-Modellen.

Laut einer mit der Erhebung vertrauten Person könnte die Durchdringungsrate von Broadcom-Switches unter staatseigenen Unternehmen bis zu 90 Prozent betragen. Die ersten Ergebnisse könnten dazu führen, dass die Sasac informelle Richtlinien herausgibt, um den Einsatz von Broadcom-Switches in inländischen Rechenzentren zu reduzieren.

Die Details

Die Sasac ist für die Überwachung staatseigener Unternehmen zuständig. Sie erhebt derzeit Daten darüber, wie viele Broadcom-Switches in staatskontrollierten Rechenzentren verbaut sind. Der in New York notierte Hersteller Broadcom verkauft zusammen mit Nvidia und Huawei hochwertige Switches in China.

Während staatlich unterstützten Rechenzentren der Einsatz von Nvidia-Produkten nicht mehr gestattet ist, enthalten sie dennoch eine erhebliche Anzahl von Broadcom-Switches. Die Sasac ermittelt zudem, ob Broadcom seine Marktführerposition genutzt hat, um andere Produkte zu bündeln oder große Kaufanforderungen für bis zu Zehntausende von Switch-Chips vorzugeben.

Broadcoms angebliches Vorgehen habe dazu geführt, dass chinesische Unternehmen wie H3C Technologies und Ruijie Networks nur begrenzte Möglichkeiten hatten, bei anderen Switch-Herstellern wie Huawei zu bestellen. H3C und Ruijie sind häufig die bevorzugten Anbieter in Beschaffungslisten, die als Leitlinien für Regierungsbehörden, öffentliche Einrichtungen und staatseigene Unternehmen dienen, die jedes Jahr Milliarden für IT-Produkte ausgeben.

Die steigende Nachfrage chinesischer Unternehmen nach KI-Trainingskapazitäten bedeutet, dass Switches für Rechenzentren einen wachsenden Markt darstellen, der lokale Anbieter Milliarden US-Dollar an Verkäufen bescheren könnte.

Hintergrund: Was bisher geschah

Bereits am 5. März 2026 berichtete aktien.news, dass Nvidia die Produktion von H200-Chips für den chinesischen Markt bei TSMC gestoppt und die Fertigungskapazitäten auf die nächste Chip-Generation Vera Rubin umverteilt hat. Hintergrund waren verschärfte US-Exportkontrollen, die den Verkauf hochleistungsfähiger KI-Chips nach China stark einschränken.

Am 1. Juni 2026 folgte eine weitere Verschärfung: Die USA erließen eine neue Richtlinie, um zu verhindern, dass Nvidia-KI-Chips über Tochtergesellschaften chinesischer Unternehmen im Ausland beschafft werden. Das Bureau of Industry and Security (BIS) des US-Handelsministeriums präzisierte, dass Lizenzanforderungen für fortschrittliche Chips auch dann gelten, wenn sich chinesische Unternehmen außerhalb Chinas befinden.

Die aktuelle Untersuchung der Sasac gegen Broadcom fügt sich nahtlos in dieses Bild ein. Nachdem Nvidia-Produkte in staatlichen Rechenzentren bereits ausgeschlossen sind, richtet sich der Fokus nun auf den nächsten großen ausländischen Anbieter von Netzwerk-Hardware.

Was das für Anleger bedeutet

Für deutsche Privatanleger ist die Entwicklung in mehrfacher Hinsicht relevant. Broadcom ist ein in New York notierter Konzern, dessen Aktien auch von deutschen Anlegern gehalten werden können. Sollte die Sasac tatsächlich informelle Richtlinien zur Reduzierung von Broadcom-Switches erlassen, könnte dies erhebliche Umsatzausfälle für den US-Konzern bedeuten – bei einer aktuellen Durchdringungsrate von bis zu 90 Prozent in staatseigenen Unternehmen.

Gleichzeitig zeigt die Untersuchung, dass Peking konsequent daran arbeitet, die gesamte KI-Lieferkette zu nationalisieren. Nach dem faktischen Ausschluss von Nvidia-Chips in staatlichen Rechenzentren steht nun die Netzwerk-Infrastruktur von Broadcom im Fokus. Branchenexperten weisen allerdings darauf hin, dass Huaweis Switches weniger energieeffizient seien als die von Broadcom, was die Stromkosten der Nutzer erhöhe.

Positiv für chinesische Anbieter: Die potenzielle Einschränkung für Broadcom-Switches gilt einem Vertriebsmitarbeiter zufolge nicht für Rechenzentren, die von privaten Unternehmen wie ByteDance und Alibaba betrieben werden. Bestehende Ausrüstung werde zudem nicht abgebaut. Ein Vertriebsmitarbeiter eines Herstellers von Rechenzentrumsracks beschrieb die Maßnahme als "Teil einer umfassenderen Politik zur Nationalisierung der Lieferkette".

Ausblick

Die Sasac wertet derzeit die erhobenen Daten aus. Auf Basis der ersten Ergebnisse könnten informelle Richtlinien zur Reduzierung von Broadcom-Switches in staatlichen Rechenzentren folgen. Die Sasac, Broadcom, H3C und Ruijie haben auf Anfragen zur Stellungnahme nicht reagiert.

Ob und wann konkrete Vorgaben erlassen werden, ist derzeit offen. Klar ist jedoch, dass Peking die Abhängigkeit von ausländischer KI-Infrastruktur weiter reduzieren will – und Broadcom nach Nvidia das nächste Ziel dieser Strategie sein könnte.

Kurz erklärt

  • Switch: Ein Netzwerkgerät, das in Rechenzentren Datenpakete zwischen verschiedenen Computern und Servern weiterleitet. Hochwertige Switches können große Datenmengen mit sehr hohen Geschwindigkeiten übertragen.
  • Sasac: Die Staatliche Kommission zur Aufsicht über staatliches Vermögen ist eine chinesische Behörde, die für die Überwachung und Kontrolle staatseigener Unternehmen zuständig ist.
  • Vera Rubin: Die nächste Generation von Nvidia-KI-Chips, die nach dem Stopp der H200-Produktion für China nun verstärkt bei TSMC gefertigt wird.
BroadcomChinaRechenzentrenSasacKi-ChipsHuaweiNvidiaSwitches

Meistgelesene News

  1. Galeria-Insolvenz: Schicksal von 12.000 Jobs hängt an BA-Entscheidung
  2. Börsenkorrektur kommt unweigerlich: So bereiten sich Anleger richtig vor
  3. Gaming und Wetten: Krypto-Klage, GTA 6 und Aktivisten-Investor im Fokus
  4. Pieper sieht veränderte Marktstruktur als Treiber heftiger Kursausschläge
  5. Take-Two-Aktie vor GTA-6-Release: Chance oder Risikofalle?

Disclaimer


Wichtiger Hinweis auf bestehende Interessenkonflikte:

Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass im Rahmen dieser Publikation Interessenkonflikte bestehen:

1. Die Stock Market Media Ltd. und ihr nahestehende Personen besitzen Aktien der hier empfohlenen Gesellschaften und beabsichtigen, diese im Rahmen und zu jedem Zeitpunkt dieser Empfehlung zu verkaufen. Hierin besteht ein eindeutiger und konkreter Interessenkonflikt.

2. Der Herausgeber dieser Publikation, sowie die verantwortlichen Redakteure erhalten für die Erstellung eine finanzielle Vergütung. Auch hierin besteht ein eindeutiger und konkreter Interessenkonflikt.

3. Beachten Sie auch die weitergehenden Ausführungen zu bestehenden Interessenkonflikten im nachfolgenden Disclaimer, u.a. unter Ziff. 2.

Wichtige Informationen und Pflichtmitteilungen gemäß Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) sowie gemäß Finanzanlageverordnung (FinAnV).

Stock Market Media Ltd. hat ihre Tätigkeit als Ersteller von Anlagestrategieempfehlungen im Sinne des Artikels 3 Absatz 1 Nummer 34 der Verordnung (EU) Nr. 596/2014 oder von Anlageempfehlungen im Sinne des Artikels 3 Absatz 1 Nummer 35 der Verordnung (EU) Nr. 596/2014, (bisher „Finanzanalysen“) der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht („BaFin“) gemäß WpHG angezeigt. Die Pflichten der Stock Market Media Ltd. regeln sich primär nach den §§ 85, 86 WpHG, der Verordnung (EU) Nr. 596/2014 und der Delegierten Verordnung (EU) 2016/958.

Angaben über den/die Ersteller dieser Publikation:
Verantwortlich für die Erstellung der Texte und Inhalte dieser Publikation ist Herr Roberto Gonçalves de Albuquerque, als Analyst und Chefredakteur. Herausgeber ist die Stock Market Media Ltd., 405 Kings Road, Flat 600, London; SW10 0BB, Vereinigtes Königreich, vertreten durch den Director Roberto Gonçalves de Albuquerque.

Wichtige Hinweise zur Erstellung dieser Veröffentlichung:
Diese Veröffentlichung enthält sowohl Tatsachen und Fakten zu den besprochenen Unternehmen, als auch rein subjektive Werturteile, Interpretationen, Schätzungen, Hochrechnungen, Vorhersagen und Preisziele. Diese versuchen wir, möglichst transparent voneinander abzugrenzen, um irreführende Angaben zu vermeiden. Recherche, Aufbereitung und Formulierung erfolgen dabei unter Einsatz gängiger digitaler und KI-gestützter Hilfsmittel; die inhaltliche Prüfung und die redaktionelle Verantwortung liegen bei uns. Die wesentlichen Grundlagen und Maßstäbe unserer Werturteile und Bewertungen, der besprochenen Aktien, basieren auf folgender Vorgehensweise:

Beurteilung und Bewertung von Unternehmen nach herkömmlichen Bewertungsmethoden (grundlegender Bewertungsansatz)

  • Einschätzung des Potentials der zukünftigen Unternehmensentwicklung (Wachstumsansatz) und Hochrechnung auf das entsprechende Bewertungspotential (Kurs-Potential-Analyse) sowie einer möglichen Unternehmens-Aktien-Bewertung aufgrund potentieller Gewinnerwartungen (KGV Hochrechnung)
  • Einschätzung des von uns erwarteten Best-Case-Szenarios im absoluten Erfolgsfall des Unternehmens (Blue-Sky-Potential-Ansatz)
  • Effekt der von uns erwarteten, gesteigerten Bekanntheit der empfohlenen Aktie auf den Aktienkurs durch einen starken Anstieg der Nachfrage am Markt (insbesondere maßgeblich bei marktengen oder neu bzw. erstmals empfohlenen Aktien) aufgrund der von uns oder Dritten veröffentlichten Publikationen (meistens Kaufempfehlungen), (Multiplikator- / Momentum-Effekt, Hype), dadurch überproportional steigende Rendite/Aktienkurs bei entsprechend steigendem Risiko
  • Technische Analyse des Aktienkurses gemäß gängiger Analyse-Methoden, meist zur Voraussage von Kurs-Signalen (Kauf- oder Verkaufssignal, Ausbruch der Aktie, Festlegung von Kurszielen, Unterstützungs- oder Widerstandsbereichen, erwarteten Mindestbewegungen oder Mindest-Gegenbewegungen, Voraussage von Signalpunkten (wenn-dann), etc.), größtenteils auf der erwarteten Massenpsychologie aufbauend. (technischer Ansatz).

Herkömmliche Bewertungsansätze sind bei jungen oder noch umsatzlosen Unternehmen oft schlecht sinnvoll anwendbar. Daher stützen wir uns bei der Bewertung von solchen Unternehmen tendenziell auf die von uns errechnete Potential-Analyse, sowie die Einschätzung der Nachfrage nach solchen Aktien am Kapitalmarkt. Letztendlich entscheidet der Markt über den Aktienkurs eines Unternehmens. Entsteht durch umfangreiche Empfehlungen einer Aktie, eine exzessive Nachfrage nach dieser, ist es möglich, dass der Aktienkurs bei einem hohen Handelsvolumen überdurchschnittlich steigt. Dies führt zwar zu extremen Gewinnmöglichkeit, erhöht jedoch entsprechend das Risiko einer Blasenbildung mit entsprechendem Kursrückgang. Durch die gesteigerte Volatilität der Aktie in solchen Situationen ergeben sich überdurchschnittliche Gewinn- und Verlustmöglichkeiten, sowohl in beide Handelsrichtungen als auch bei wiederkehrenden Gegenbewegungen. Auch solche Marktentwicklungen sind ein wichtiger Teil unserer Handelsempfehlungen und Bewertungsansätze.

Diese Publikation befasst sich ausschließlich mit überdurchschnittlich volatilen Werten mit hohem Gewinn- und auch Verlustpotential.

Hinweis zu Informationsquellen:
Die Zuverlässigkeit von Informationsquellen wird von uns vor deren Verwendung ausführlich geprüft und von uns entsprechend ihrer Glaubwürdigkeit und Bedeutung subjektiv bewertet. Dabei entscheiden wir nach eigenen Maßstäben, welche Quellen wir für relevant, zu konservativ oder zu optimistisch halten. Letztendlich legen wir unsere Empfehlungen aufgrund unserer persönlichen Einschätzungen fest. Bei der Informationsbeschaffung greifen wir auf zahlreiche öffentlich zugängliche Quellen zurück wie z.B. Pressemitteilungen, Ad-Hoc-Mitteilungen, Unternehmensmeldungen, Firmenpräsentationen, Publikationen und Artikeln zum besprochenen Unternehmen, gängige Finanzmedien im In- und Ausland sowie auf Unternehmens- oder Branchen-Analysen Dritter.

In unseren Publikationen werden ausschließlich öffentlich verfügbare Informationen und Quellen, sowie vom Unternehmen selbst verbreitete Informationen verwendet.

Hinweis zu bestehenden Interessenkonflikten:
Wir weisen hiermit darauf hin, dass Gesellschafter, Redakteure, Mitarbeiter sowie Personen bzw. Unternehmen die an der Erstellung dieser Veröffentlichung beteiligt sind, sowie Auftraggeber (Dritte) der Publikation von Stock Market Media Ltd. zum Zeitpunkt dieser Veröffentlichung direkt oder indirekt Anteile an Wertpapieren, welche im Rahmen der jeweiligen Publikation besprochen werden, halten. und daher an einer Kurs- und/oder Umsatzsteigerung, d.h. auch einer erhöhten Handelsliquidität interessiert sind, da die Absicht besteht, in unmittelbarem Zusammenhang mit dieser Veröffentlichung diese Wertpapiere zu verkaufen und an steigenden Kursen und Umsätzen zu partizipieren. Ein Kurszuwachs der Aktien der vorgestellten Unternehmen kann zu einem Vermögenszuwachs bei diesen Personen führen. Durch die Besprechung des Unternehmens können jedenfalls der Aktienkurs des Unternehmens erheblich beeinflusst werden. Insbesondere wird auch durch Wertpapiertransaktionen der Aktienkurs der besprochenen Unternehmen maßgeblich beeinflusst. Dies gilt insbesondere, wenn es sich um Unternehmen handelt deren Aktien keine breite Marktkapitalisierung haben und bei denen nur ein enger Markt besteht. Hier können auch nur geringe Auftragsvolumen erhebliche Auswirkungen auf die Kurse haben. Sie sind aber auch daran interessiert, dass der Kurs des besprochenen Unternehmens sinkt, wenn sie deren Aktien günstiger erwerben wollen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Stock Market Media Ltd. und seine Mitarbeiter werden zudem für die Vorbereitung, elektronische Verbreitung und Veröffentlichung dieser Publikation sowie für andere Dienstleitungen entgeltlich entlohnt. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Diese Vergütung kann durch das Unternehmen über das die Stock Market Media Ltd. Informationen veröffentlicht, durch mit diesen Unternehmen verbundene Dritte oder sonstige Dritte, die ein Interesse in Bezug auf die im Zusammenhang mit dieser Veröffentlichung besprochenen Unternehmen verfolgen, erfolgen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen. Dieser wird zunächst dadurch begründet, dass die Stock Market Media Ltd. im Interesse ihres Auftraggebers ihre Ausführungen vornehmen könnte. Die Stock Market Media Ltd. und/oder mit ihr verbundene Unternehmen haben mit der gegenständlichen Gesellschaft bzw. mit deren Aktionären eine kostenpflichtige Vereinbarung zur Erstellung der redaktionellen Besprechung getroffen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Hinweis zur Handhabe der internen Organisationspflichten:
Aufgrund der geringen Unternehmensgröße des Herausgebers, ist eine interne Kontrolle der Compliance Prozesse der an dieser Publikation mitwirkenden Mitarbeiter und sonstigen Beteiligten überschaubar.

Verantwortliche Aufsichtsbehörde:
Die Stock Market Media Ltd. hat ihre Tätigkeit gemäß § 86 WpHG bei der BaFin angezeigt.