ANZEIGE

Centinela-Bergleute stimmen für Streik: Kupfermarkt unter Druck

Arbeiter im chilenischen Kupferbergwerk Centinela lehnen Tarifangebot ab – und verschärfen die ohnehin angespannte Lage am Kupfermarkt.

•• 3 Min
Centinela-Bergleute stimmen für Streik: Kupfermarkt unter Druck

Der globale Kupfermarkt steht vor neuen Angebotssorgen. Am Montag lehnten die Beschäftigten im chilenischen Kupferbergwerk Centinela des Konzerns Antofagasta Minerals das jüngste Tarifangebot des Unternehmens mit überwältigender Mehrheit ab. Damit rückt ein möglicher Arbeitskampf näher, der eine ohnehin sensible globale Lieferkette weiter belasten könnte.

Die Ablehnung fiel deutlich aus: 98,73 Prozent der Gewerkschaftsmitglieder stimmten für einen Streik. Betroffen sind zwei Gewerkschaften – Minera Esperanza und Distrito Centinela. Nach Berichten liegt der zentrale Streitpunkt in der Weigerung des Unternehmens, Gespräche über die Angleichung von Leistungen zwischen unterschiedlichen Gewerkschaftszugehörigkeiten zu führen.

Nach chilenischem Arbeitsrecht löst die Ablehnung des Angebots ein verpflichtendes, von der Regierung geführtes fünf­tägiges Mediationsverfahren aus. Diese Phase soll einen letzten Vermittlungsversuch ermöglichen, bevor ein Streik rechtlich zulässig wird. Beide Seiten haben die Option, die Mediation im gegenseitigen Einvernehmen um weitere fünf Tage zu verlängern. Antofagasta Minerals hält an seiner Politik fest, sich nicht zu laufenden Tarifverhandlungen zu äußern. Die Mine Centinela ist ein bedeutender Bestandteil der Konzernproduktion: Im Jahr 2025 wurden dort 240.400 Tonnen Kupfer gefördert.

Steigende Kurse und strukturelle Knappheit

Die Nachricht vom möglichen Streik trägt zum anhaltenden Aufwärtsdruck auf die Kupferpreise bei. Am Dienstag stiegen die Drei-Monats-Futures auf Kupfer an der London Metal Exchange (LME) um 0,2 Prozent auf 14.446 US-Dollar pro Tonne und hielten das Metall damit klar über der Marke von 14.400 US-Dollar. Diese Entwicklung ist Teil eines breiteren bullischen Trends: Kupfer verzeichnet den dritten Monatsgewinn in Folge und legte allein im September rund 9 Prozent zu – nach einem Rekordhoch von 14.875 US-Dollar im Laufe des Monats.

Marktanalysten sehen in der Centinela-Situation einen zusätzlichen Belastungsfaktor für ein bereits angespanntes Marktumfeld. Über den unmittelbaren Arbeitskonflikt in Chile hinaus kämpft die Branche mit einer Reihe von Angebotsproblemen. So verzögerten sich auch die Lohnverhandlungen bei BHP's Escondida – der weltweit größten Kupfermine – und wurden jüngst durch einen tödlichen Unfall am Standort zusätzlich verkompliziert.

Die International Copper Study Group (ICSG) liefert Daten, die das strukturelle Defizit des Marktes unterstreichen. Zum Stand Juli lief die globale Minenproduktion auf annualisierter Basis mit 23 Millionen Tonnen – ein Rückgang von 4 Prozent gegenüber Juni. Gleichzeitig stieg die Raffinade-Nachfrage um 3 Prozent im Jahresvergleich auf annualisierte 29 Millionen Tonnen, während das Raffinade-Angebot um 1 Prozent auf 28,4 Millionen Tonnen sank. Diese sich weitende Lücke zwischen Produktion und Verbrauch ist ein wesentlicher Treiber der aktuellen Preisvolatilität.

Geopolitik, Lagerbestände und Rekordprämien

Auch geopolitische und handelsbezogene Faktoren beeinflussen die Lagerbestände. Erhebliche Mengen raffinierten Kupfers wurden in US-Lagerhäuser umgeleitet, da Händler sich gegen die mögliche Einführung von Importzöllen absichern. Dieses Hamsterverhalten hat die Verfügbarkeit des Metalls in anderen Regionen verringert und den Markt weiter verknappt. Indikatoren wie die Yangshan-Importprämie in China – ein wichtiger Maßstab für die Nachfrage nach ausländischem Kupfer – liegen derzeit nahe ihren höchsten Ständen seit 2022, was den intensiven Wettbewerb um verfügbares Angebot widerspiegelt.

Der Ausblick auf den Kupfermarkt bleibt bei vielen Finanzinstitutionen optimistisch. Die Deutsche Bank hat eine bemerkenswerte Prognose veröffentlicht: Sollte der Wettbewerb um verfügbare Vorräte weiter zunehmen, könnten die Kupferpreise bis zum zweiten Quartal 2027 auf etwa 22.000 US-Dollar pro Tonne steigen. Für deutsche Anleger ist das relevant, weil Kupfer als Konjunkturindikator und als Rohstoff mit direktem Bezug zur Energiewende gilt – ein Preisanstieg wirkt sich sowohl auf Bergbauaktien als auch auf industrielle Abnehmer aus.

Während der unmittelbare Fokus auf dem Ausgang der Mediation im Bergwerk Centinela liegt, ist das übergeordnete Marktnarrativ von anhaltender Angebotsverknappung geprägt. Da die Tarifverhandlungen in Chile weiterlaufen, bleibt der globale Kupfermarkt hochsensibel für jede weitere Störung. Investoren beobachten sowohl die Produktionsdaten als auch das sich wandelnde Handelsumfeld aufmerksam, um Anzeichen für zusätzliche Volatilität frühzeitig zu erkennen.

Die Kombination aus Arbeitskonflikten, rückläufiger Minenproduktion, steigender Raffinade-Nachfrage und geopologisch bedingten Lagerverlagerungen schafft ein Umfeld, in dem bereits kleine Störungen große Preisbewegungen auslösen können. Der Ausgang der Gespräche bei Centinela dürfte damit in den kommenden Tagen zu den wichtigsten kurzfristigen Signalgebern für den Kupferpreis zählen.

KupferpreisCentinela MineAntofagasta MineralsKupfermarktLme CopperStreik ChileDeutsche Bank KupferprognoseIcsg Angebotsdefizit

Meistgelesene News

  1. Galeria-Insolvenz: Schicksal von 12.000 Jobs hängt an BA-Entscheidung
  2. Gaming und Wetten: Krypto-Klage, GTA 6 und Aktivisten-Investor im Fokus
  3. SpaceX-Aktie: Könnte eine Investition von 5.000 Dollar Millionär machen?
  4. Take-Two-Aktie vor GTA-6-Release: Chance oder Risikofalle?
  5. Rheinmetall-Aktie legt 3 Prozent zu – Morgan Stanley beflügelt Rüstungssektor

Disclaimer


Wichtiger Hinweis auf bestehende Interessenkonflikte:

Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass im Rahmen dieser Publikation Interessenkonflikte bestehen:

1. Die Stock Market Media Ltd. und ihr nahestehende Personen besitzen Aktien der hier empfohlenen Gesellschaften und beabsichtigen, diese im Rahmen und zu jedem Zeitpunkt dieser Empfehlung zu verkaufen. Hierin besteht ein eindeutiger und konkreter Interessenkonflikt.

2. Der Herausgeber dieser Publikation, sowie die verantwortlichen Redakteure erhalten für die Erstellung eine finanzielle Vergütung. Auch hierin besteht ein eindeutiger und konkreter Interessenkonflikt.

3. Beachten Sie auch die weitergehenden Ausführungen zu bestehenden Interessenkonflikten im nachfolgenden Disclaimer, u.a. unter Ziff. 2.

Wichtige Informationen und Pflichtmitteilungen gemäß Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) sowie gemäß Finanzanlageverordnung (FinAnV).

Stock Market Media Ltd. hat ihre Tätigkeit als Ersteller von Anlagestrategieempfehlungen im Sinne des Artikels 3 Absatz 1 Nummer 34 der Verordnung (EU) Nr. 596/2014 oder von Anlageempfehlungen im Sinne des Artikels 3 Absatz 1 Nummer 35 der Verordnung (EU) Nr. 596/2014, (bisher „Finanzanalysen“) der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht („BaFin“) gemäß WpHG angezeigt. Die Pflichten der Stock Market Media Ltd. regeln sich primär nach den §§ 85, 86 WpHG, der Verordnung (EU) Nr. 596/2014 und der Delegierten Verordnung (EU) 2016/958.

Angaben über den/die Ersteller dieser Publikation:
Verantwortlich für die Erstellung der Texte und Inhalte dieser Publikation ist Herr Roberto Gonçalves de Albuquerque, als Analyst und Chefredakteur. Herausgeber ist die Stock Market Media Ltd., 405 Kings Road, Flat 600, London; SW10 0BB, Vereinigtes Königreich, vertreten durch den Director Roberto Gonçalves de Albuquerque.

Wichtige Hinweise zur Erstellung dieser Veröffentlichung:
Diese Veröffentlichung enthält sowohl Tatsachen und Fakten zu den besprochenen Unternehmen, als auch rein subjektive Werturteile, Interpretationen, Schätzungen, Hochrechnungen, Vorhersagen und Preisziele. Diese versuchen wir, möglichst transparent voneinander abzugrenzen, um irreführende Angaben zu vermeiden. Recherche, Aufbereitung und Formulierung erfolgen dabei unter Einsatz gängiger digitaler und KI-gestützter Hilfsmittel; die inhaltliche Prüfung und die redaktionelle Verantwortung liegen bei uns. Die wesentlichen Grundlagen und Maßstäbe unserer Werturteile und Bewertungen, der besprochenen Aktien, basieren auf folgender Vorgehensweise:

Beurteilung und Bewertung von Unternehmen nach herkömmlichen Bewertungsmethoden (grundlegender Bewertungsansatz)

  • Einschätzung des Potentials der zukünftigen Unternehmensentwicklung (Wachstumsansatz) und Hochrechnung auf das entsprechende Bewertungspotential (Kurs-Potential-Analyse) sowie einer möglichen Unternehmens-Aktien-Bewertung aufgrund potentieller Gewinnerwartungen (KGV Hochrechnung)
  • Einschätzung des von uns erwarteten Best-Case-Szenarios im absoluten Erfolgsfall des Unternehmens (Blue-Sky-Potential-Ansatz)
  • Effekt der von uns erwarteten, gesteigerten Bekanntheit der empfohlenen Aktie auf den Aktienkurs durch einen starken Anstieg der Nachfrage am Markt (insbesondere maßgeblich bei marktengen oder neu bzw. erstmals empfohlenen Aktien) aufgrund der von uns oder Dritten veröffentlichten Publikationen (meistens Kaufempfehlungen), (Multiplikator- / Momentum-Effekt, Hype), dadurch überproportional steigende Rendite/Aktienkurs bei entsprechend steigendem Risiko
  • Technische Analyse des Aktienkurses gemäß gängiger Analyse-Methoden, meist zur Voraussage von Kurs-Signalen (Kauf- oder Verkaufssignal, Ausbruch der Aktie, Festlegung von Kurszielen, Unterstützungs- oder Widerstandsbereichen, erwarteten Mindestbewegungen oder Mindest-Gegenbewegungen, Voraussage von Signalpunkten (wenn-dann), etc.), größtenteils auf der erwarteten Massenpsychologie aufbauend. (technischer Ansatz).

Herkömmliche Bewertungsansätze sind bei jungen oder noch umsatzlosen Unternehmen oft schlecht sinnvoll anwendbar. Daher stützen wir uns bei der Bewertung von solchen Unternehmen tendenziell auf die von uns errechnete Potential-Analyse, sowie die Einschätzung der Nachfrage nach solchen Aktien am Kapitalmarkt. Letztendlich entscheidet der Markt über den Aktienkurs eines Unternehmens. Entsteht durch umfangreiche Empfehlungen einer Aktie, eine exzessive Nachfrage nach dieser, ist es möglich, dass der Aktienkurs bei einem hohen Handelsvolumen überdurchschnittlich steigt. Dies führt zwar zu extremen Gewinnmöglichkeit, erhöht jedoch entsprechend das Risiko einer Blasenbildung mit entsprechendem Kursrückgang. Durch die gesteigerte Volatilität der Aktie in solchen Situationen ergeben sich überdurchschnittliche Gewinn- und Verlustmöglichkeiten, sowohl in beide Handelsrichtungen als auch bei wiederkehrenden Gegenbewegungen. Auch solche Marktentwicklungen sind ein wichtiger Teil unserer Handelsempfehlungen und Bewertungsansätze.

Diese Publikation befasst sich ausschließlich mit überdurchschnittlich volatilen Werten mit hohem Gewinn- und auch Verlustpotential.

Hinweis zu Informationsquellen:
Die Zuverlässigkeit von Informationsquellen wird von uns vor deren Verwendung ausführlich geprüft und von uns entsprechend ihrer Glaubwürdigkeit und Bedeutung subjektiv bewertet. Dabei entscheiden wir nach eigenen Maßstäben, welche Quellen wir für relevant, zu konservativ oder zu optimistisch halten. Letztendlich legen wir unsere Empfehlungen aufgrund unserer persönlichen Einschätzungen fest. Bei der Informationsbeschaffung greifen wir auf zahlreiche öffentlich zugängliche Quellen zurück wie z.B. Pressemitteilungen, Ad-Hoc-Mitteilungen, Unternehmensmeldungen, Firmenpräsentationen, Publikationen und Artikeln zum besprochenen Unternehmen, gängige Finanzmedien im In- und Ausland sowie auf Unternehmens- oder Branchen-Analysen Dritter.

In unseren Publikationen werden ausschließlich öffentlich verfügbare Informationen und Quellen, sowie vom Unternehmen selbst verbreitete Informationen verwendet.

Hinweis zu bestehenden Interessenkonflikten:
Wir weisen hiermit darauf hin, dass Gesellschafter, Redakteure, Mitarbeiter sowie Personen bzw. Unternehmen die an der Erstellung dieser Veröffentlichung beteiligt sind, sowie Auftraggeber (Dritte) der Publikation von Stock Market Media Ltd. zum Zeitpunkt dieser Veröffentlichung direkt oder indirekt Anteile an Wertpapieren, welche im Rahmen der jeweiligen Publikation besprochen werden, halten. und daher an einer Kurs- und/oder Umsatzsteigerung, d.h. auch einer erhöhten Handelsliquidität interessiert sind, da die Absicht besteht, in unmittelbarem Zusammenhang mit dieser Veröffentlichung diese Wertpapiere zu verkaufen und an steigenden Kursen und Umsätzen zu partizipieren. Ein Kurszuwachs der Aktien der vorgestellten Unternehmen kann zu einem Vermögenszuwachs bei diesen Personen führen. Durch die Besprechung des Unternehmens können jedenfalls der Aktienkurs des Unternehmens erheblich beeinflusst werden. Insbesondere wird auch durch Wertpapiertransaktionen der Aktienkurs der besprochenen Unternehmen maßgeblich beeinflusst. Dies gilt insbesondere, wenn es sich um Unternehmen handelt deren Aktien keine breite Marktkapitalisierung haben und bei denen nur ein enger Markt besteht. Hier können auch nur geringe Auftragsvolumen erhebliche Auswirkungen auf die Kurse haben. Sie sind aber auch daran interessiert, dass der Kurs des besprochenen Unternehmens sinkt, wenn sie deren Aktien günstiger erwerben wollen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Stock Market Media Ltd. und seine Mitarbeiter werden zudem für die Vorbereitung, elektronische Verbreitung und Veröffentlichung dieser Publikation sowie für andere Dienstleitungen entgeltlich entlohnt. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Diese Vergütung kann durch das Unternehmen über das die Stock Market Media Ltd. Informationen veröffentlicht, durch mit diesen Unternehmen verbundene Dritte oder sonstige Dritte, die ein Interesse in Bezug auf die im Zusammenhang mit dieser Veröffentlichung besprochenen Unternehmen verfolgen, erfolgen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen. Dieser wird zunächst dadurch begründet, dass die Stock Market Media Ltd. im Interesse ihres Auftraggebers ihre Ausführungen vornehmen könnte. Die Stock Market Media Ltd. und/oder mit ihr verbundene Unternehmen haben mit der gegenständlichen Gesellschaft bzw. mit deren Aktionären eine kostenpflichtige Vereinbarung zur Erstellung der redaktionellen Besprechung getroffen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Hinweis zur Handhabe der internen Organisationspflichten:
Aufgrund der geringen Unternehmensgröße des Herausgebers, ist eine interne Kontrolle der Compliance Prozesse der an dieser Publikation mitwirkenden Mitarbeiter und sonstigen Beteiligten überschaubar.

Verantwortliche Aufsichtsbehörde:
Die Stock Market Media Ltd. hat ihre Tätigkeit gemäß § 86 WpHG bei der BaFin angezeigt.