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Burger King rüstet sich für die GLP-1-Revolution im Fast Food

Abnehmmedikamente verändern das Essverhalten der Amerikaner – Burger King testet kleinere Portionen und proteinreiche Bowls als Antwort.

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Burger King rüstet sich für die GLP-1-Revolution im Fast Food

Burger King bereitet sich auf eine der potenziell größten langfristigen Herausforderungen der Fast-Food-Branche vor: den Aufstieg der GLP-1-Abnehmmedikamente. Tom Curtis, Präsident von Burger King für die USA und Kanada, zeigte sich in einem Interview überzeugt, dass diese Medikamente die Ernährungsgewohnheiten der Amerikaner grundlegend verändern werden – auch wenn die Auswirkungen auf die Verkaufszahlen bislang noch ausbleiben.

„Mein Instinkt sagte mir schon immer, dass diese GLP-1-Bewegung tiefgreifende Auswirkungen auf die Branche haben wird", sagte Curtis. „Bisher sehen wir diese Effekte noch nicht, daher sage ich dem Team immer wieder: ‚Wir müssen darauf vorbereitet sein'." Die Kette testet bereits Menüoptionen wie „Whopper Bites" und proteinreiche Bowls, um den sich wandelnden Vorlieben der Konsumenten gerecht zu werden.

Das Ziel sei dabei nicht, Burger King komplett neu zu erfinden, sondern die Marke relevant zu halten, während Amerikaner weniger Kalorien zu sich nehmen und verstärkt nach proteinreichen Mahlzeiten suchen. Curtis betonte, dass die starken Whopper-Verkäufe zeigen, dass sich die veränderten Essgewohnheiten bisher noch nicht in den Umsatzzahlen niederschlagen.

GLP-1-Medikamente auf dem Vormarsch

Die Zahlen verdeutlichen, warum die Branche aufhorcht. Laut einer Gallup-Umfrage vom Juli nehmen derzeit 11% der erwachsenen US-Amerikaner ein GLP-1-Medikament ein – fast viermal so viele wie noch vor zwei Jahren. In einer separaten Umfrage der National Restaurant Association gab fast die Hälfte der GLP-1-Nutzer an, seltener auswärts zu essen, seit sie mit der Einnahme der Medikamente begonnen haben.

Eine Umfrage der Investmentgesellschaft William Blair unter 300 GLP-1-Nutzern vom April ergab zudem, dass 72% gezielt den Konsum von Hamburgern einschränken. Auch die Wall Street nimmt die Entwicklung ernst: JPMorgan schätzte im Februar, dass der Aufstieg von GLP-1 bereits bis 2030 zwischen 30 und 55 Milliarden US-Dollar an jährlichem Umsatz in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie vernichten könnte.

Da die Medikamente erschwinglicher und zugänglicher werden, könnte sich das Tempo des Wandels weiter beschleunigen. Die US-Bundesregierung testet ein Programm, das den Zugang zu GLP-1-Präparaten für Medicare-Versicherte verbessern soll. Gleichzeitig stehen die Hersteller unter Druck, die Kosten für die Therapie drastisch zu senken.

Einfachheit bleibt das Gebot der Stunde

Trotz der Herausforderungen warnt Curtis vor übereilten Reaktionen. „Wir brauchen die entsprechende Nachfrage, bevor wir die Speisekarte wirklich verkomplizieren, wenn man so will, denn Einfachheit ist im Fast-Food-Geschäft das A und O", sagte er. Die Strategie setzt auf gezielte Innovation statt auf eine Flut von Nischenprodukten.

„Wichtig für uns ist, dass wir die gesamte Vielfalt und Innovation in einer kleineren Verpackung anbieten", so Curtis. Die GLP-1-Anpassungen sind dabei Teil der umfassenderen Turnaround-Strategie „Reclaim the Flame", in die Burger King nach eigenen Angaben über 2 Milliarden US-Dollar in Branding, Restaurantmodernisierung und Menüverbesserungen investiert hat.

Erste Ergebnisse dieser Strategie sind bereits sichtbar: Im ersten Quartal des laufenden Jahres verzeichnete Burger King USA einen Anstieg der flächenbereinigten Umsätze um 5,8% – verglichen mit einem Rückgang von 1,1% im ersten Quartal des Vorjahres. Curtis zeigte sich dennoch gelassen, was die langfristige Zukunft des Fast Foods angeht. „Bei Fast Food geht es um Bequemlichkeit. Es geht um großartigen Geschmack und ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis. Ich glaube nach wie vor, dass das gebraucht wird", sagte er.

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