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Fanatics-CEO Rubin: Kein Einstieg in Ticketing und TV-Rechte

Michael Rubin erklärt, warum der Sportgigant Fanatics trotz ambitionierter Wachstumspläne zwei lukrative Bereiche bewusst meidet.

Fanatics-CEO Rubin: Kein Einstieg in Ticketing und TV-Rechte

Fanatics-Gründer und CEO Michael Rubin hat auf dem CNBC Sport x Boardroom Game Plan Summit in New York City klare Grenzen für die Expansion seines Unternehmens gezogen. Trotz des enormen Wachstums der Plattform schließt Rubin einen Einstieg in den Ticketverkauf und in Live-Sportübertragungen kategorisch aus. Das Unternehmen setzt stattdessen auf seine drei bestehenden Kernbereiche: Fanartikel, Sammlerstücke sowie Sportwetten und Glücksspiel.

Fanatics wurde 2011 gegründet und hat sich seither von einem kleinen Online-Händler für Sportartikel zu einer globalen Sportplattform entwickelt. Heute ist das Unternehmen der mit Abstand größte Akteur im Bereich Sportbekleidung und hält Verträge mit fast jeder bedeutenden Liga weltweit. Mehr als 150 Millionen Fans sind mittlerweile Kunden von Fanatics – sei es durch den Kauf eines Trikots, von Sammelkarten oder durch das Platzieren einer Sportwette.

Milliardenumsatz und ambitionierte Ziele

Rubin prognostizierte auf dem Summit, dass Fanatics in diesem Jahr einen Umsatz von annähernd 14 Milliarden US-Dollar erreichen werde. Zum Vergleich: Im Jahr 2024 belief sich der Gesamtumsatz des Unternehmens laut früherer CNBC-Berichterstattung auf rund 8 Milliarden US-Dollar. Die letzte öffentliche Finanzierungsrunde fand im Dezember 2022 statt, als Fanatics 700 Millionen US-Dollar einsammelte – bei einer Bewertung von 31 Milliarden US-Dollar.

„Wir glauben, dass wir die wahrscheinlich größte Chance im Sport haben, weil wir nicht nur in einem spezifischen Geschäftsbereich tätig sind", sagte Rubin gegenüber CNBC-Moderator Andrew Ross Sorkin. „Ich betrachte uns wirklich als eine Plattform, die einem digitalen Sportfan alles bietet, was er sich wünscht." Rubin zeigte sich überzeugt, dass Fanatics das „wertvollste Unternehmen im Sport" werden könnte.

Die Wachstumsambitionen des Unternehmens wurden auch beim diesjährigen Fanatics Fest deutlich – einer Veranstaltung im Stil der Comic-Con für Sportfans, die nun in ihrem dritten Jahr stattfindet. Rubin zufolge erwartete das Unternehmen über die viertägige Laufzeit mehr als 200.000 Besucher. In diesem Jahr führt Fanatics zudem eine eigene Marken-Kreditkarte ein, was die Breite der Plattformstrategie unterstreicht.

Ticketing und Broadcasting: Bewusste Absagen

Beim Thema Ticketverkauf war Rubin unmissverständlich: „Das ist ein hartes Geschäft – es ist ein kompliziertes Geschäft; viele Wettbewerber." Die Content-Anbieter, also Teams und Künstler, behielten das gesamte Geld – „und so sollte es auch sein", so Rubin. „Das ist also ein Geschäft, in das wir niemals einsteigen werden."

Ähnlich klar äußerte sich der CEO zum Thema Sport-Broadcasting. Angesichts der vielen großen Konkurrenten in diesem Bereich sagte Rubin: „Das ist ein Geschäft, bei dem wir lieber das Popcorn herausholen und zuschauen wollen." Stattdessen wolle Fanatics in Bereichen tätig sein, in denen das Unternehmen das Fan-Erlebnis aktiv verbessern könne.

Trikot-Kontroversen als Wendepunkt

Rubin sprach auch über zwei prägende Rückschläge, die die Strategie von Fanatics nachhaltig beeinflusst haben. Als Fanatics ankündigte, ab der Saison 2024-2025 die On-Ice-Trikots für die NHL herzustellen, regte sich Widerstand: „Es gab etwa 10.000 sehr lautstarke Eishockeyfans, die sagten: Wir wollen nicht, dass ihr das Eishockeytrikot übernehmt."

Noch größere Wellen schlug die Zusammenarbeit mit Nike bei der neuen MLB-Trikotvorlage im Jahr 2024. Nach erheblicher Kritik an Qualität und Optik musste das Trikot grundlegend überarbeitet werden. Rubin bezeichnete diesen Moment rückblickend als Chance: „Das war eigentlich das Beste, was mir je passiert ist." Die Krise habe das Unternehmen dazu gebracht, seinen Markenzweck zu definieren: „das Fan-Erlebnis unermüdlich zu verbessern."

„Vor fünf Jahren hätten wir das Geld genommen. Heute nehmen wir das Geld nicht mehr an, wenn es nicht unermüdlich das Fan-Erlebnis verbessert", sagte Rubin. Diese Haltung erkläre auch, warum Fanatics das Ticketing-Geschäft meidet: „Niemand mag das Ticketing-Geschäft. Ich möchte in einem Geschäft sein, in dem wir das Fantum feiern können."

Trotz aller Erfolge sieht Rubin noch erhebliches Wachstumspotenzial. „Ich würde wetten, dass wir in zehn Jahren einige Geschäftsbereiche haben werden, die ebenso wichtig sind wie die drei, die wir heute haben", sagte er – ohne jedoch konkrete neue Felder zu nennen. Über einen möglichen Börsengang äußerte sich Rubin zurückhaltend: „Es gibt keine Eile, ein börsennotiertes Unternehmen zu werden", hatte er bereits im vergangenen Jahr erklärt. Fanatics stand bereits dreimal auf der renommierten CNBC Disruptor 50-Liste.

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