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Börsengänge verschoben: Anthropic, OpenAI und Oura warten ab

Immer mehr Tech-Konzerne verschieben ihren Börsengang – darunter Anthropic, OpenAI und Oura.

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Börsengänge verschoben: Anthropic, OpenAI und Oura warten ab

Der Markt für Börsengänge kühlt spürbar ab. Immer mehr Unternehmen verschieben ihre Pläne für den Gang an die Börse – manche nur um Wochen, andere gleich um Monate. Betroffen sind auch die am sehnlichsten erwarteten Debüts: die der KI-Konzerne Anthropic und OpenAI sowie des Smart-Ring-Herstellers Oura.

Noch vor wenigen Monaten war die Stimmung an den Börsen wie im Rausch. Große Tech-Werte stiegen in den Wochen zuvor täglich, vor allem die Kurse der Chipaktien schossen stark nach oben. Diese Euphorie scheint nun gebremst zu sein, denn die Bereitschaft, neue Aktien zu den gewünschten Preisen zu zeichnen, hat nachgelassen.

Nach Einschätzung von Marktbeobachtern handelt es sich vor allem um ein Verteilungsproblem. Die begleitenden Investmentbanken finden zu wenige Investoren, die bereit sind, den gewünschten Emissionspreis zu bezahlen. Für Anleger bedeutet das, dass die Preisvorstellungen der Unternehmen derzeit auf eine zurückhaltende Nachfrage treffen.

Die Details

Besonders auffällig ist die Verschiebung bei den großen KI-Unternehmen. Anthropic hat seinen Börsengang auf das Jahresende verschoben, konkret auf den Zeitraum rund um November. Bei OpenAI wird ein IPO im laufenden Jahr nicht mehr erwartet. Damit fehlen dem Markt zwei der am sehnlichsten erwarteten Debüts.

Die großen KI-Labore investieren Hunderte Milliarden Dollar in die Jagd nach Superintelligenz und eilen Börsengängen mit Bewertungen von mehr als einer Billion Dollar entgegen. Ihre Pläne, Aktienmarkt-Rekorde zu brechen, werden jedoch immer wieder verschoben. Das berichtet der Newsletter "Due Diligence" der Financial Times.

OpenAI hatte ursprünglich diesen Herbst einen Börsengang ins Auge gefasst. CEO Sam Altman sagte jedoch Anfang des Monats, ein IPO vor 2027 sei unwahrscheinlich. Den Zeitpunkt eines Börsengangs bezeichnete er angesichts wachsender Bedenken hinsichtlich existenzieller Risiken durch KI als "unklug". Stattdessen prüft das Unternehmen derzeit eine private Finanzierungsrunde.

Ein zweites prominentes Beispiel ist Oura. Der Smart-Ring-Hersteller hat seinen geplanten Börsengang an der US-Technologiebörse Nasdaq verschoben. Als Grund nannte das finnisch-amerikanische Unternehmen am Dienstag "Unsicherheiten im IPO-Markt". Der Schritt trifft ein Unternehmen, das sich zu diesem Zeitpunkt bereits in den späten Vorbereitungsphasen für sein Listing befand.

Oura hatte seinen Prospekt Anfang September veröffentlicht. Ein aktualisiertes Dokument aus der vergangenen Woche deutete darauf hin, dass das Unternehmen bis zu 2,2 Milliarden US-Dollar einsammeln wollte – bei einer Bewertung von bis zu 14 Milliarden US-Dollar. Trotz dieser weit gediehenen Planung erklärte Oura am Dienstag den Schritt.

Hintergrund: Was bisher geschah

Die aktuelle Entwicklung ist kein plötzliches Ereignis, sondern das Ergebnis einer mehrmonatigen Verschiebungswelle. Bereits am 27.06.2026 berichtete aktien.news, dass OpenAI erwägt, seinen lange erwarteten Börsengang auf das Jahr 2027 zu verschieben. Als Grund wurden Bedenken hinsichtlich der Bewertung von KI-Aktien sowie enttäuschende Kursentwicklungen nach jüngsten Börsendebüts genannt. Besonders der Kursrückgang von SpaceX nach dessen anfänglichem Anstieg im Anschluss an das Börsendebüt soll die Überlegungen beeinflusst haben. Das von Microsoft unterstützte Startup hatte erst am 8. Juni 2026 bekannt gegeben, seine IPO-Pläne vertraulich bei der US-Börsenaufsichtsbehörde SEC eingereicht zu haben.

Am 24.09.2026 berichtete aktien.news, dass die Pläne der großen KI-Labore, Aktienmarkt-Rekorde zu brechen, immer wieder verschoben werden. Damals hatte Altman bereits gesagt, ein IPO vor 2027 sei unwahrscheinlich, und den Zeitpunkt als "unklug" bezeichnet, während das Unternehmen eine private Finanzierungsrunde prüfte.

Nur wenige Tage später, am 29.09.2026, meldete aktien.news, dass Oura seinen geplanten Börsengang an der Nasdaq verschoben hat. Das finnisch-amerikanische Unternehmen begründete den Schritt mit "Unsicherheiten im IPO-Markt". Bereits zu diesem Zeitpunkt hatte Oura seinen Prospekt veröffentlicht und ein aktualisiertes Dokument vorgelegt.

Am 03.10.2026 fasste aktien.news die Lage schließlich zusammen: Der Markt für Börsengänge stockt, und immer mehr Unternehmen verschieben ihre Pläne – manche nur um Wochen, andere gleich um Monate. Als Hauptgrund galt auch damals das Verteilungsproblem zwischen Banken, Investoren und Preiserwartungen.

Was das für Anleger bedeutet

Für Privatanleger in Deutschland sind mehrere Punkte relevant. Verschiebungen von Börsengängen verändern das Angebot an neuen Aktien: Debuts, auf die der Markt gewartet hat, kommen später oder fallen ganz aus. Wer auf diese Werte spekuliert hat, muss Geduld aufbringen und kann nicht mehr fest mit einem kurzfristigen Start rechnen.

Zweitens sagt die Zurückhaltung der Investoren etwas über die aktuelle Risikobereitschaft aus. Wenn Investmentbanken zu wenige Käufer für den gewünschten Emissionspreis finden, deutet das auf eine vorsichtigere Stimmung hin. Das betrifft nicht nur die verschobenen Kandidaten, sondern kann auch die Bewertung bereits börsennotierter Tech-Werte beeinflussen.

Drittens sollten Anleger zwischen den einzelnen Gründen unterscheiden. Bei Anthropic und OpenAI spielen neben der Marktlage auch Bewertungsfragen und – im Fall von OpenAI – grundsätzliche Bedenken hinsichtlich der KI-Risiken eine Rolle. Bei Oura steht dagegen ausdrücklich die "Unsicherheit im IPO-Markt" im Vordergrund. Diese Unterscheidung hilft, die Tragweite der jeweiligen Verschiebung einzuschätzen.

Wichtig ist: Diese Beobachtungen sind keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Sie beschreiben lediglich, wie sich die Marktlage für Neuemissionen derzeit darstellt und welche Faktoren die Entscheidungen der Unternehmen beeinflussen.

Ausblick

Die konkreten Pläne, die aus den Berichten hervorgehen, sind überschaubar. Anthropic hat seinen Börsengang auf den Zeitraum rund um November verschoben, also auf das Jahresende. Bei OpenAI wird ein IPO im laufenden Jahr nicht mehr erwartet; das Unternehmen prüft stattdessen eine private Finanzierungsrunde. Oura hat seinen Börsengang an der Nasdaq verschoben, ohne dass in den Quellen ein neuer Zeitpunkt genannt wird.

Damit bleibt offen, wann der IPO-Markt wieder in Schwung kommt. Entscheidend dürfte sein, ob die begleitenden Investmentbanken künftig genügend Investoren finden, die bereit sind, die gewünschten Emissionspreise zu bezahlen. Solange dieses Verteilungsproblem besteht, ist mit weiteren Verschiebungen zu rechnen. Belastbare neue Termine für die beiden KI-Debüts oder für Oura stehen derzeit nicht fest.

Kurz erklärt

  • Börsengang (IPO): Der erstmalige Verkauf von Aktien eines Unternehmens an der Börse, mit dem es Kapital von Investoren einsammelt.
  • Emissionspreis: Der Preis, zu dem neue Aktien beim Börsengang an Investoren ausgegeben werden.
  • Confidential S-1 filing: Eine vertrauliche Anmeldung des Börsengangs bei der US-Börsenaufsichtsbehörde SEC, die es Unternehmen erlaubt, den Schritt zunächst geheim vorzubereiten.
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