Börsenruhe vor Weihnachten: DAX mit leichtem Plus und Euro auf Vier-Monats-Hoch
Der tägliche Marktbericht von Aktien.news

Am letzten Handelstag vor Weihnachten blieben die Börsen weitgehend ruhig, während sich die meisten Marktteilnehmer bereits in die Weihnachtspause verabschiedeten. Der Deutsche Aktienindex DAX schloss den Tag mit einem leichten Plus ab und verzeichnete einen Anstieg von 0,11 Prozent auf 16.706 Punkte. Experten hatten bereits erwartet, dass die Umsätze in den Tagen vor dem Fest deutlich zurückgehen würden. Thomas Altmann, Portfoliomanager bei QC Partners, kommentierte die Situation: "Wie erwartet sind die Umsätze so kurz vor dem Fest unterdurchschnittlich niedrig." Viele Börsianer hatten ihre Bücher bereits geschlossen und sich in den Weihnachtsurlaub verabschiedet.
In der vorvergangenen Woche verzeichnete der DAX einen leichten Rückgang von etwa 0,3 Prozent, was die Wochenbilanz etwas trübte. Dennoch kann das Börsenjahr 2023 als äußerst erfolgreich angesehen werden, da der deutsche Leitindex seit Jahresbeginn ein beeindruckendes Kursplus von fast 20 Prozent verzeichnete. Trotz kritischer Stimmen, die das Rekordhoch in der Vorwoche bei 17.003 Zählern als möglichen Fehlausbruch bezeichneten, gab es bisher nur geringe Gewinnmitnahmen, und eine größere Korrektur deutet sich bisher nicht an. In den letzten Wochen hatten vor allem die Erwartungen an sinkende Zinsen in den USA und im Euroraum die Anleger an die Aktienmärkte gelockt.
Die Wall Street zeigte sich trotz positiver Konjunkturdaten aus den USA träge. Die US-Industrie verzeichnete im November ein unerwartet starkes Auftragswachstum, und auch die Verbraucher waren während der umsatzträchtigen Aktionstage "Black Friday" und "Cyber Monday" spendabler als erwartet. Dennoch konnten diese positiven Nachrichten die Börsen nicht wirklich beleben. Die Aussicht auf mögliche Zinssenkungen durch die US-Notenbank Fed im kommenden Jahr trug zur Zurückhaltung der Anleger bei. Jürgen Molnar von RoboMarkets kommentierte dies: "Wer das eine will, muss das andere wohl oder übel mit in Kauf nehmen."
Während an Heiligabend die Börsen in Frankfurt und New York geschlossen bleiben, werden die US-Anleger am zweiten Weihnachtsfeiertag bereits wieder ins Geschehen eingreifen. In Deutschland hingegen wird an beiden Weihnachtsfeiertagen nicht gehandelt.
Der Euro konnte gegenüber dem US-Dollar an seine jüngsten Kursgewinne anknüpfen und erreichte zeitweise den Höchststand von 1,1040 US-Dollar, den höchsten Stand seit August. Dieser Anstieg wurde durch eine allgemeine Schwäche des Dollars angetrieben, nachdem Wachstumsdaten aus den USA leicht enttäuscht hatten. Die Aussicht auf mögliche Zinssenkungen in den USA im kommenden Jahr stärkte diese Entwicklung, obwohl sie negative Auswirkungen auf die Attraktivität von US-Anlagen hat.
Die Preise für Rohöl stiegen aufgrund von Sorgen über Störungen der Ölversorgung durch Angriffe von Huthi-Rebellen auf Schiffe im Roten Meer. Das Nordseeöl Brent verteuerte sich um 0,7 Prozent auf 79,97 Dollar pro Barrel. Die Huthi-Miliz, die mit dem Iran verbündet ist, greift seit Wochen Schiffe an, die die Bab al-Mandab-Straße passieren, die am südlichen Ende des Roten Meeres liegt. Mehrere wichtige Reedereien haben ihre Schifffahrtsrouten angepasst, was die Verunsicherung auf den Ölmärkten verstärkte.
Die Aktie von Zalando verzeichnete den größten Verlust im DAX, mit einem Abschlag von fast sieben Prozent. Dieser Rückgang ist teilweise auf "Window Dressing" zurückzuführen, da viele institutionelle Investoren versuchen, ihre Zalando-Aktien bis zum Jahresende zu verkaufen, um sie nicht in ihren Jahresberichten ausweisen zu müssen.
Nach einer enttäuschenden Umsatzentwicklung bei Nike verzeichneten auch die Aktien von Adidas und Puma Rückgänge. Nike hatte seine Anleger mit schlechten Nachrichten zur Umsatzentwicklung schockiert, was zu einem fast zwölfprozentigen Rückgang seiner Aktien führte. Dies hatte auch Auswirkungen auf die Konkurrenten Adidas und Puma, deren Aktien ebenfalls fielen.
Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) hat eine Schadenersatzklage gegen den Bilanzprüfer EY eingereicht. Die Klage wurde im Namen von mehr als 13.000 Wirecard-Anlegern eingereicht und hat einen Umfang von 80.000 Seiten. Die Investoren fordern mehr als 700 Millionen Euro von EY aufgrund seiner Rolle im Wirecard-Skandal.
Der Rüstungskonzern Rheinmetall wird Flugabwehrsysteme für die rumänische Regierung modernisieren. Der Auftrag hat einen Wert von 328 Millionen Euro und umfasst die Lieferung von insgesamt vier Systemen.
