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Börsen weltweit unter Druck

Der tägliche Marktbericht von Aktien.news

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Börsen weltweit unter Druck

Auch zu Beginn der neuen Woche lagen die Nerven der Anlegerinnen und Anleger blank. Der DAX rutschte zeitweise um mehr als drei Prozent ab. An der Wall Street hat sich das anfängliche Minus etwas verringert. Seit Monatsbeginn erweist sich die Lage an den weltweiten Börsen als hochvolatil. Auch zu Beginn der neuen Woche lasteten die Sorgen um die US-Konjunktur auf den Kursen – aktuelle Konjunkturdaten konnten diese am Nachmittag aber etwas mildern. Im Sog der asiatischen Aktienmärkte war der DAX zunächst um bis zu 3,5 Prozent auf 17.036 Punkte abgesackt, den tiefsten Stand seit Februar. Bis zum Handelsschluss konnte der deutsche Leitindex sein Minus aber auf 1,82 Prozent eindämmen und ging bei 17.339 Punkten aus dem Handel.

Ein wesentlicher Grund dafür war der aktuelle Index zur Dienstleister-Stimmung in den USA. Der Einkaufsmanagerindex des Instituts for Supply Management (ISM) stieg im Juli zum Vormonat um 2,6 auf 51,4 Punkte. Das war mehr als erwartet, was auch der Wall Street nach tiefrotem Start etwas nach oben half. Händler an der New York Stock Exchange sahen zunächst einen deutlichen Rückgang, doch der Dow Jones konnte seine Verluste auf gut zwei Prozent reduzieren. Besonders die Technologiewerte litten unter heftigen Verlusten, wobei der Nasdaq-100-Index zunächst um mehr als vier Prozent einbrach. Die Nachricht, dass Berkshire Hathaway ihren Anteil an Apple um fast 50 Prozent reduziert hat, verstärkte die Sorgen um ein Ende des Technologiezyklus. Aktuell hat sich das Minus bei dem Technologieindex auf 2,4 Prozent verringert.

In Japan hatte die Angst vor einem Einbruch der Weltwirtschaft infolge einer möglichen harten Landung der US-Konjunktur dem japanischen Leitindex den größten Verlust seit 37 Jahren beschert. Der 225 Werte umfassende Nikkei notierte zum Handelsschluss 12,5 Prozent schwächer bei 31.420 Punkten. Weil der japanische Leitindex vom jüngsten Rekordhoch nun mehr als 20 Prozent eingebüßt hat, sprechen Börsianerinnen und Börsianer von einem sogenannten Bärenmarkt. Der deutliche Anstieg der Landeswährung Yen belastete die Aktienkurse der exportabhängigen japanischen Unternehmen stark.

Viele Gründe für die Nervosität: In der vergangenen Woche hatte eine schwächere Industriestimmung Sorgen vor einem wirtschaftlichen Abschwung in den USA aufkommen lassen. Am Freitag folgten dann schwächer als erwartet ausgefallene Daten vom Arbeitsmarkt, welche die Furcht vor einer Rezession noch einmal verstärkten. Marktteilnehmer halten es für möglich, dass die US-Notenbank Fed den Zeitpunkt für rechtzeitige Zinssenkungen verpasst hat und die Zinsen zu spät senken könnte. Schlechte Konjunkturnachrichten - vor einiger Zeit noch positiv gewertet, weil sie Hoffnungen auf Zinssenkungen machten - werden nun auch als schlechte Nachrichten wahrgenommen, weil sie Rezessionssorgen schüren. Angesichts der Talfahrt am Aktienmarkt steigen Anlegerinnen und Anleger bei der Suche nach sicheren Investitionen stattdessen verstärkt bei deutschen Staatsanleihen ein. Deren Renditen fielen deswegen auf den tiefsten Stand seit mehr als einem Jahr.

Der Bitcoin verliert mit der allgemein trüben Stimmung an den Finanzmärkten weiter kräftig an Boden. Der Kurs der ältesten und bekanntesten Kryptowährung sackte auf der Handelsplattform Bitstamp unter 50.000 Dollar und erreichte den tiefsten Stand seit Februar. Auch die Ölpreise stehen weiter unter Druck. Die Sorge vor einer weltweiten Konjunkturabkühlung wirkt dabei schwerer als die vor einer Eskalation im Nahen Osten. Der Euro hat dagegen erneut deutlich zugelegt. Die jüngsten Signale für eine Abkühlung der US-Wirtschaft lasten auf dem Dollar. Gold wird derweil seinem Ruf als Krisenwährung nicht gerecht und büßt zur Stunde 1,4 Prozent auf 2.407 Dollar je Feinunze ein.

Der Index BIST-100 der 100 wichtigsten an der Börse Istanbul gelisteten Unternehmen hatte vor dem zweiten Stopp mehr als sieben Prozent verloren. Die türkische Lira fiel zum Dollar auf ein Rekordtief.

Unterdessen geht die Bilanzsaison weiter. Der Impfstoffhersteller BioNTech ist wegen des eingebrochenen Corona-Geschäfts und höherer Forschungskosten tiefer in die roten Zahlen gerutscht. Im zweiten Quartal schrieb das Biotechunternehmen einen Nettoverlust von gut 807 Millionen Euro, nach einem Minus von rund 109 Millionen Euro im Vorjahr. Der Umsatz sank von 167,7 auf 128,7 Millionen Euro.

Auch der deutsche Chip-Riese Infineon hat seine Umsatzziele zum dritten Mal binnen weniger Monate angepasst. "Die Erholung in unseren Zielmärkten schreitet nur langsam voran", sagte Infineon-Chef Jochen Hanebeck. Der Autozulieferer und Reifenhersteller Continental plant die Aufspaltung des Konzerns und will sich von der schwächelnden Autozuliefersparte trennen.

Der Internet- und Telekommunikationskonzern United Internet senkt nach dem vorübergehenden Ausfall des Mobilfunknetzes seiner Tochter 1&1 die Erwartungen an das Gesamtjahr etwas. Der Umsatz werde voraussichtlich bei 6,4 Milliarden Euro liegen, teilte das Unternehmen mit. Analysten rechnen bisher allerdings mit dem Erreichen der alten Prognose.

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