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Big-Tech-Quartalszahlen: Reichen die Ergebnisse für die Anleger?

Nach der starken Rally bei Tech-Aktien erwarten Investoren handfeste Beweise, dass die massiven KI-Investitionen sich auszahlen.

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Big-Tech-Quartalszahlen: Reichen die Ergebnisse für die Anleger?

Die großen US-Technologieunternehmen stehen diese Woche im Rampenlicht. Alphabet, Amazon, Meta Platforms und Microsoft berichten am Mittwoch ihre Quartalsergebnisse, Apple folgt einen Tag später. Nach einer starken Erholungsrally im April sind die Erwartungen der Anleger hoch – und die Frage lautet: Sind die Zahlen „gut genug"?

Tech-Aktien haben den breiten Markt in den vergangenen Wochen angetrieben. Sowohl der S&P 500 als auch der Nasdaq haben sich im April erholt, weil Investoren die Kurse der größten US-Technologiekonzerne nach oben getrieben haben. Diese Bewegung hat die Messlatte für die dieswöchigen Berichte entsprechend hochgelegt.

Die Zahlen sprechen für sich: Die kombinierte Nettogewinnmarge für das erste Quartal – eine Kombination aus bereits gemeldeten Ergebnissen und Schätzungen – liegt bei 13,4 Prozent. Sollte dieser Wert realisiert werden, wäre es laut FactSet-Analyst John Butters der höchste Stand seit Beginn der Aufzeichnungen. Das zeigt, wie profitabel der US-Technologiesektor derzeit arbeitet.

Was Experten von den Tech-Giganten erwarten

Saira Malik, Chief Investment Officer bei Nuveen, brachte es am Dienstag gegenüber CNBC auf den Punkt: „Das leicht verdiente Geld wurde in dieser Rallye bereits gemacht." Der entscheidende Faktor in dieser Woche sei, ob die Unternehmen, die Hunderte Milliarden US-Dollar in den Aufbau ihrer KI-Kapazitäten investiert haben, genug vorzuweisen haben. Die Frage sei nun, ob die Ergebnisse „gut genug für die Märkte sein werden".

Das Risiko eines sogenannten „Sell the News"-Szenarios – also eines Kursrückgangs nach Veröffentlichung der erwarteten Guten Nachrichten – könnte laut Analysten derzeit geringer sein als befürchtet. Kapitalflüsse und Portfolioallokationen deuten darauf hin, dass nicht alle Anleger auf die Gerüchte gesetzt haben. Das US-Aktienstrategieteam von Barclays unter der Leitung von Venu Krishna sieht dadurch „Raum für eine bullische Kapitulation", die die Kurse noch weiter nach oben treiben könnte.

Geopolitische Unsicherheiten – etwa die Entwicklungen rund um den Iran-Konflikt – sowie offene Fragen zur Geldpolitik machen starke Tech-Ergebnisse für Investoren in diesem Umfeld besonders wichtig. Positive Quartalszahlen könnten als stabilisierender Anker für die Märkte wirken.

KI muss Umsatz liefern – nicht nur Kosten sparen

Paul Meeks, Leiter der Technologieanalyse bei Freedom Capital Markets, mahnt jedoch zur Nüchternheit. Er erwartet, dass die Tech-Giganten erst Ende des Jahres wirklich „liefern" müssen – wenn Anleger beginnen, auf das Jahr 2027 zu blicken. Und dieses Liefern werde Umsatzwachstum bedeuten müssen, nicht nur Kostensenkungen.

„Wir haben einige große Anwendungsfälle für Kosteneinsparungen gesehen", sagte Meeks gegenüber CNBC. „Ich sehe es nicht gerne, wenn Menschen entlassen werden, aber der Tech-Sektor hat im letzten Quartal 80.000 Mitarbeiter entlassen." Kosteneinsparungen allein reichten langfristig nicht aus.

Besonders Apple steht dabei unter Druck. Meeks betonte, dass der iPhone-Konzern nicht nur KI in Siri integrieren dürfe, sondern eigenständige KI-Produkte entwickeln müsse, „die viel Umsatz generieren". Die bloße Integration großer Sprachmodelle in bestehende Produkte reiche nicht aus, um die hohen Bewertungen zu rechtfertigen.

Für deutsche Privatanleger, die in US-Technologiewerte investiert sind oder dies erwägen, ist diese Berichtssaison damit ein wichtiger Gradmesser: Nicht die kurzfristige Kursreaktion, sondern die Qualität der KI-Strategie und die Glaubwürdigkeit der Wachstumsperspektiven dürften entscheidend für die mittelfristige Entwicklung der Titel sein.

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