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Batteriehersteller rüsten Fabriken für KI-Rechenzentren statt E-Autos um

Sinkende EV-Nachfrage und Boom bei Energiespeichern treiben massiven Strategiewechsel der Industrie voran.

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Batteriehersteller rüsten Fabriken für KI-Rechenzentren statt E-Autos um

Die Batteriebranche vollzieht einen fundamentalen Strategiewechsel: Statt Zellen für Elektrofahrzeuge produzieren immer mehr Hersteller Energiespeichersysteme (ESS) für KI-Rechenzentren und Stromnetze. Nach Angaben der Marktforschungsfirma CRU werden allein in Nordamerika zehn Produktionsanlagen umgerüstet, nachdem Kapazitäten für zwei Millionen Elektrofahrzeuge gestrichen wurden. Sieben dieser Werke sollen künftig primär den ESS-Markt bedienen.

Der Grund für die Umstellung liegt im enormen Energiebedarf der boomenden KI-Branche. Rechenzentren benötigen unterbrechungsfreie Stromversorgung, um Ausfälle zu verhindern. Energiespeichersysteme, bestehend aus Batteriemodulen und Steuerungssoftware, stabilisieren zudem Stromnetze bei schwankender Wind- und Solarstromproduktion. Diese Entwicklung eröffnet den angeschlagenen Batterieherstellern dringend benötigte neue Einnahmequellen.

Detroit-Autobauer werden zu Tech-Zulieferern

Führende US-Automobilhersteller reagieren auf den Trend. Ford modifiziert eine EV-Batteriefabrik in Kentucky aufgrund "steigender Kundennachfrage nach inländischen Batteriespeicherlösungen". General Motors erwägt laut Batteriechef Kurt Kelty ebenfalls die Produktion eigener Energiespeicherbatterien. Stellantis und Samsung SDI wandeln bereits Fertigungslinien in ihrem gemeinsamen Werk in Indiana für ESS-Zellen um.

Tesla demonstriert das Potenzial des Speichergeschäfts: Die Einnahmen aus Energie- und Stromerzeugung stiegen im Jahresvergleich um 27 Prozent auf 12,8 Milliarden US-Dollar. Gleichzeitig sanken die Einnahmen aus dem EV-Verkauf um 9 Prozent auf 64 Milliarden US-Dollar. Die Zahlen zeigen deutlich, wo derzeit das Wachstum liegt.

Politische Rahmenbedingungen begünstigen Umstellung

Die Trump-Administration beschleunigte die Verschiebung durch die Streichung von EV-Steuergutschriften aus der Biden-Ära. Analysten von BloombergNEF revidierten daraufhin ihre Prognose für den EV-Anteil am US-Automarkt bis 2030 von 48 auf 27 Prozent. Aktuell liegt der Anteil bei nur 8 Prozent.

Interessanterweise behielt die neue Gesetzgebung großzügige Förderungen für Batteriehersteller bei: 35 US-Dollar Fertigungsgutschrift pro Kilowattstunde und 30 Prozent Investitionssteuerkredit für Energiespeicher. Zusammen mit US-Zöllen von fast 60 Prozent auf chinesische ESS-Batterien können US-Produkte preislich nahezu mit chinesischen Importen konkurrieren.

Stellantis verkaufte seine 49-prozentige Beteiligung an einem Batteriewerk in Windsor für symbolische 100 US-Dollar an LG, nachdem der Konzern eine Wertberichtigung von 22 Milliarden Euro im Zusammenhang mit der EV-Expansion bekannt gegeben hatte. Evelina Stoikou von BloombergNEF erklärte, viele EV-Investitionen seien aufgrund zu optimistischer Zielvorgaben getätigt worden.

Technologische Herausforderungen bleiben bestehen

Experten bezweifeln jedoch, ob US-Hersteller mit chinesischen Wettbewerbern mithalten können. Sam Adham von CRU weist darauf hin, dass koreanische Hersteller – führend in der US-Produktion – bei der Lithium-Eisenphosphat-Technologie (LFP) weniger erfahren sind als chinesische Unternehmen. US-Batterien könnten daher "kleiner und in der Leistung minderwertig" sein.

Zudem ist unklar, ob die ESS-Nachfrage ausreicht, um die zusätzliche Kapazität der umgewandelten EV-Linien aufzunehmen. Tesla-Finanzchef Vaibhav Taneja warnte vor Margendruck durch verstärkten Billigwettbewerb. Milan Thakore von Wood Mackenzie betont: "Wir erwarten nicht, dass die Nachfrage von Energiespeichersystemen jemals in die Nähe der Nachfrage von EV-Batterien kommt."

Rohstoffsektor als Hauptprofiteur

BCA Research sieht die eigentlichen Gewinner des KI-Booms im Rohstoffsektor. Die Analysten argumentieren, dass KI zwar die Gesamtgewinne steigern könnte, aber die Margen einzelner Unternehmen nicht unbedingt erhöht. Wenn alle Firmen Zugang zu KI haben, verliere niemand einen Wettbewerbsvorteil. Sollte KI jedoch die globale Produktivität massiv steigern, würde die Nachfrage nach Konsum- und Investitionsgütern stark ansteigen. BCA befürwortet daher Long-Positionen in Gold und Kupfer sowie Investitionen in Unternehmen mit großen Landbesitzungen.

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