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Barclays: Aktienmärkte erholen sich nach US-Zwischenwahlen deutlich

Barclays sieht historisches Muster: Gegenwind für US-Aktien bei Midterms weicht nach der Wahl überdurchschnittlichen Renditen.

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Barclays: Aktienmärkte erholen sich nach US-Zwischenwahlen deutlich

Barclays hat Anleger in einer aktuellen Mitteilung darauf hingewiesen, dass US-Aktienmärkte rund um die amerikanischen Zwischenwahlen einem klaren historischen Muster folgen. Demnach erreicht der Gegenwind für Aktien typischerweise im Spätsommer seinen Höhepunkt, bevor eine deutliche Erholung nach dem Wahltag einsetzt. Besonders Technologiewerte zählen laut der britischen Großbank zu den größten Profiteuren dieses Zyklus.

Analyst Venu Krishna bezeichnete die schwächeren Renditen des S&P 500 in Wahljahren als „gut dokumentiertes Phänomen". Die Underperformance gegenüber Jahren ohne Zwischenwahlen sei im August und September am stärksten ausgeprägt, da in dieser Phase „wahlbedingte Unsicherheit und Risikoprämien ihr Maximum erreichen". Für Anleger bedeutet dies: Die Schwächephase ist saisonal bedingt und historisch betrachtet temporärer Natur.

Risikobereitschaft steigt nach dem Wahltag

Nach dem Wahltag dreht sich das Bild laut Krishna deutlich. „Nach der Wahl nimmt die Risikobereitschaft tendenziell erheblich zu, was im darauffolgenden Jahr zu überdurchschnittlichen Renditen des S&P 500 führt", erklärte der Analyst. Dieser Effekt ist demnach kein Zufall, sondern ein wiederkehrendes Muster über mehrere Wahlzyklen hinweg.

Als Haupttreiber dieser Erholung identifiziert Barclays den Rückgang der politischen Unsicherheit. Das Jahr nach den Zwischenwahlen weise „im Durchschnitt die geringste wirtschaftspolitische Unsicherheit innerhalb der vierjährigen Amtszeit des Präsidenten auf". Weniger Unsicherheit bedeutet für Investoren mehr Planungssicherheit – und damit in der Regel höhere Bewertungsbereitschaft.

Technologie-, Wachstums- und Qualitätsaktien werden von Barclays als „die beständigsten Spitzenreiter in diesem Zeitraum" hervorgehoben. Sie schnitten in acht der letzten neun Midterm-Zyklen besser ab als der Gesamtmarkt. Technologiewerte gelten dabei als „besonders reaktiv auf einen Rückgang der politischen Unsicherheit" – vor allem mit Blick auf Themen wie Handel und nationale Sicherheit, da viele Tech-Konzerne eine globale Umsatzstruktur aufweisen.

Barclays-Basisszenario: Geteilte Regierung ab 2026

Für die Zwischenwahlen 2026 geht Barclays von einer geteilten Regierung aus: ein republikanischer Präsident, ein demokratisch geführtes Repräsentantenhaus und ein republikanisch kontrollierter Senat. Dieses Szenario würde laut der Bank wahrscheinlich zu einem legislativen Stillstand und damit zu einem geringeren politischen Risiko führen – was historisch gesehen positiv für die Märkte wäre.

Trotz kurzfristiger Unsicherheiten bleibt Barclays für US-Aktien insgesamt optimistisch. Der S&P 500 werde derzeit mit etwa dem 20-fachen des erwarteten Gewinns pro Aktie (EPS) für die nächsten zwölf Monate gehandelt – ein Niveau, das „deutlich unter den durchschnittlichen Multiplikatoren der letzten zwei, drei und fünf Jahre" liege. Für Anleger bedeutet das: Die aktuelle Bewertung erscheint im historischen Vergleich moderat.

Barclays würde jede kurzfristige Auflösung von Positionen als „Kaufgelegenheit betrachten, mit einer Präferenz für den Technologiesektor". Für deutsche Privatanleger, die in US-Aktien oder entsprechende ETFs investiert sind, liefert diese Analyse einen wichtigen Orientierungsrahmen für die kommenden Monate bis zu den US-Midterms im November 2026.

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